Freitag, 21. August 2020

USV Potsdam II wechselt den Landesverband

Aufgrund fehlender Konkurrenz in Brandenburg - insbesondere intellektuell - wechselt das Schwarze Ballett zwangsweise den Landesverband. Da es aktuell Reisebeschränkungen nach Italien gibt, mussten wir leider das Angebot der SuperLega Seria A, ablehnen. Die Italiener hofften, an der volleyballerischen Qualität des USV wachsen und zukünftig realistische Chancen auf Olympia-Gold haben zu können. Wir haben uns stattdessen entschieden, den Berliner Volleyball mit unserer Präsenz aufzuwerten.

Aus dem Umfeld der Berlin Recycling Volleys ist bereits eine positive Resonanz zu vernehmen. "Wir begrüßen diesen mutigen und notwendigen Schritt des USV Potsdam 2, welcher uns eine ernsthafte Alternative zur polnischen Liga bietet. Auch die Fans werden Potsdam statt Posen sicherlich zu schätzen wissen."

MfMP, 20.08.2020

Donnerstag, 13. August 2020

Heute mal flux mit dem Delorean zum Training

Dem in die Jahre gekommenen USV Potsdam II, der trotz seiner gereatrischen Ausfallerscheinungen seit Jahren - ach was sag ich, Jahrzehnten - die Brandenburgliga dominiert, erwächst ein neuer, ernstzunehmender Gegner.

Da Hallensport in Brandenburg in Coronazeiten nur für "junge" Sportler bis 27 Jahren scheinbar ungefährlich ist, sieht sich die Rentnertruppe des Rekordlandesmeisters einer evolutionsbiologischen Herausforderung gegenüber, die kaum lösbar scheint. Mit Hilfe umfangreicher Videoanalysen gepaart mit unzähligen Versuchen, in Toiletten vergeblich Uhren aufzuhängen und dabei zu verunfallen, konnte das Schwarze Ballett den legendären Fluxkompensator nachbauen. Die benötigten 1.21 Gigawatt erhält er durch verbale Lall-Energie, die durch die regelmäßige Zufuhr von Gerstensaft problemlos erreicht werden kann. Somit wirken die Fahrten zum und vom Training als Verjüngungskur, so dass zum Saisonstart alle Spieler (außer Lucky vielleicht) die magische Grenze von 27 unterschritten haben.

Wer die Heroen aus Golm ausbremsen will, muss sich schon was besseres einfallen lassen. Aber von Politikern kann man scheinbar kaum was Durchdachtes erwarten.

Veröffentlicht vom MfMP am 13.08.2020

Montag, 27. Januar 2020

Einmal gegen den FC Bayern

Was für die Mannschaften der Brandenburgliga ein stets wiederkehrender Alptraum ist, kann für andere Mannschaften zum größten Erlebnis des Jahrhunderts werden: einmal gegen den USV Potsdam II, die legendärste Mannschaft im Land Brandenburg spielen und dann - quasi als göttliche Segnung - auch noch in den literarischen Olymp gehoben, also in einen Spielbericht des MfMP erwähnt werden (dafür muss man nicht immer eine Rippe opfern).
In der Vorrunde des Landespokals durften sich Motor Hennigsdorf und Grün-Weiß Erkner über dieses Traumlos freuen - ein "meet and greet" mit den Legenden des USV Potsdam II, den Posterboys der Brandenbugliga. Die beiden Gegner bekamen zwar eine abgespeckte (also außer Basti und Tom), aber dennoch mit namenhaften Persönlichkeiten gespickte Mannschaft geboten.
Beide Mannschaften schlugen sich achtbar und zeigten, dass sie gewillt waren, dem großen Dominator des brandenburgischen Volleyballs eine ansprechende Leistung zu zeigen und ihn ordentlich zu fordern. Motor Hennigsdorf gelang das etwas besser als Erkner, auch weil sie sich tapfer in jeden Angriffsschlag warfen und der Libero eine sehr passable Leistung ablieferte - von der Courage kann sich manch Brandenburgligist eine Scheibe abschneiden. Vor allem glänzten die Hennigsdorfer mit einem Gastgeschenk - einer Handtasche feinsten Hopfengebräus. Auch diese respektvolle Geste könnte manch Brandenburgligisten gut zu Gesicht stehen.
Am Ende stand natürlich der ungefährdete Einzug ins Pokalfinale. Hennigsdorf und Erkner brauchen sich ergebnistechnisch aber nicht zu grämen - andere Brandenburgligisten sind schon deutlich stärker unter die Räder gekommen.

Autor: MfMP

Mittwoch, 22. Januar 2020

Ein Bruch im Spiel muss kein Beinbruch sein

Wriezen war mit dem letzten Aufgebot nach Cottbus gereist – graumelierte Eminenzen, deren athletischer Kulminationspunkt in Zeiten war, als Wriezen noch im Westen Deutschlands lag, und eilig aus der Grundschule eingezogenes Füllmaterial, das die Brandenburgliga nur aus den Erzählungen von Opa kannte, wenn er wieder Ernst Jünger rezitierte. Der Wriezener „Volkssturm“ war ob seiner begrenzten Möglichkeiten scheinbar so sehr von der usv’schen Unfähigkeit, eine halbwegs volleyballähnliche Choreographie anzubieten überrascht, dass sie die im Dutzend auf dem Feld herumliegenden Chancen zu einem Satzgewinn partout verweigerten – das nennt man wohl wahre Demut. Dass es dem USV Potsdam II gelang, ein Spiel ohne nennenswerte Annahme, einem fluktuierenden und stark mäandrierenden Zuspiel und quasi nur rudimentär vorhandenen Angriff nicht zu verlieren (von gewinnen kann man kaum sprechen), zählt zu den großen Mysterien, die die härteste Liga der Welt so unberechenbar machen. Hannes, der sich nach den letzten Spielberichten animiert fühlte, eine Leistung zu erbringen, die einer individuellen Erwähnung in der Weltliteratur des MfMP würdig sei, zeigte vollen Einsatz. Im heldenhaften Kampf für Ehre und Ruhm des USV wurde er hinterrücks von einer Bank angefallen, die ihn schwer verletzte - anders als Adam wird er in der Konsequenz des Rippenverlusts aber nicht aus dem Paradies USV II vertrieben. Vielen Dank nochmal an Norman vom HSV, der den mit dem Tode ringenden Helden in das Feldlazarett transportierte – für seinen heroischen Einsatz verleihen wir ihm die Anwartschaft auf Mitgliedschaft in der erotischsten Mannschaft der Welt ehrenhalber.
Das zweite Spiel gegen den HSV, der zuvor mit den Wriezenern kurzen Prozess gemacht hatte, verlangte den Heroen aus Golm eine deutliche Leistungssteigerung ab. Doch da der USV die blaue Pille schon genetisch in sich trägt und damit über ein außergewöhnliches Leistungs- und Stehvermögen verfügt, gab es diesbezüglich berechtigte Hoffnungen.
Nach anfänglichen Ungenauigkeiten konnten sich die Heroen aus Golm im Spiel gegen Cottbus sukzessive steigern und passten ihre Taktik dem Elan der Lausitzer an – den Gegner mit starken Blocks und souverän antizipiertem Abwehrverhalten zur Verzweiflung bringen. Tatsächlich biss sich der Gastgeber nach dem anfänglichen Satzgewinn zunehmend die Zähne an dieser taktischen Glanzleistung des designierten Landesmeisters aus und wirkte zusehends hilflos ob des cleveren Spiels der Seniorentruppe aus der Landeshauptstadt. Nur vereinzelt gelang es den Cottbusern mit starken Aufschlägen noch einmal so etwas wie Spannung aufkommen zu lassen, aber dem abgeklärten Spiel des Schwarzen Balletts waren sie letztendlich nicht gewachsen. Objektiv betrachtet – und wer könnte dafür besser geeignet sein als wir – hätte Cottbus mit dieser Leistung jede Mannschaft der Liga 3:0 vom Feld gefegt – aber der USV Potsdam II ist nun mal nicht irgendeine Mannschaft und so obsiegten die Göttlichen am Ende überlegen mit 3:1.

Autor: MfMP

Sonntag, 12. Januar 2020

Glanz im Elend

Dass die Heroen aus Golm schon per se eine Illumination darstellen, welche jedes Spiel nur durch ihre bloße Erscheinung zu einem aphrodisierenden Erlebnis aller Beteiligten werden lässt und jungfräuliche Betrachterinnen zu abrupter Niederkunft animiert, hat sich einem Evangelium gleich schon im gesamten Land Brandenburg verbreitet. Dass es dem USV Potsdam II nun aber schon gelingt, Spielen ohne aktive Ballbehandlung Glanz im Elend der Volleyballkunst zu verleihen, ist eine neue Dimension - doch dazu später.
Spremberg schickte zunächst seinen Perspektivkader gegen den amtierenden Tabellenführer aufs Feld, wobei die Bezeichnung "Perspektive" ein Euphemismus für "gerade noch zweistellig" ist. Die Jugend ins kalte Wasser zu werfen kann ja manchmal sehr lehrreich sein - aber sie gleich im Nordpolarmeer versenken? Die Spremberger erkannten, dass es ihnen perspektivisch wenig half, ihren Nachwuchs an Bord der Kursk zu schicken, respektive sie als Kanonenfutter herhalten zu lassen, und reagierten. Das Spiel wurde gleich spannender, doch am Ende setzte sich die Routine der alten Rammler durch, die mit einem gezielt und kalkuliert knappen 30:28 dem Gegner gleich noch die Kauleiste für den dritten Satz auf ein Minimum an Zahnmaterial reduzierten.
Da für diesen Spieltag nur ein Schiedsrichter angesetzt war, durfte die spielfreie Mannschaft den Kollegen am zweiten Pfosten stellen, und wer könnte auf Seiten des USV prädestinierter für diesen Job sein, als der erfahrene Bundesligaroutinier Robert "Vincent" Ließ, der - in edelster Schiedsrichterkluft - dem nun anstehenden Duell zweier potentieller Absteiger (so wurde es zumindest vom sachkundigen Hallensprecher angekündigt) den Glanz des ganz großen Sports verlieh - eine Erfahrung, die seine Vita zweifelsohne aufwerten wird.
Das Spiel gegen den Kindergarten des SC Potsdam II gestaltete sich ungleich schwieriger, zumal sie mit konstant starken Aufschlägen zu überzeugen wussten und bei den unter den physiologischen Nachwirkungen der kulinarischen Feiertagsdekadenz leidenden Schwergewichten des USV Potsdam II noch leichte konditionelle Defizite über die Taille schwappten. Dass man nach einer souveränen 2:0 Satzführung das schon geöffnete Siegerbier erst mal im Kasten stehen lassen musste, animierte die Routiniers aus Golm im vierten Satz noch eine Schippe drauf zu packen, um den guten Gerstensaft nicht schal werden zu lassen. Wenn es um existenzielle Belange geht, kennt der USV Potsdam II eben kein Pardon. Mit 25:16 wurden dem Gegner die Grenzen deutlich aufgezeigt. Den Heroen aus Golm gelingt damit ein glänzender Auftakt ins neue Jahr und kommt seinem Ziel - "La Quinta" - einen wichtigen Schritt näher.

"Wir ziehen Grenzen"

Wenn man geografisch nur einen Molotowcocktailwurf vom fanatisch christlichen Abendland - allgemein auch als Sachsen bekannt - entfernt ist wie Elsterwerda, darf man dann überhaupt von einem "Mekka" des südbrandenburgischen Volleyballs sprechen, oder marschiert dann Lutz B. persönlich ein, zumal der Grenzschutz (siehe Foto) auch nicht "flächendeckend" ist?
Das Spiel gegen unsere Erste war wie Hämorrhoiden - unangenehm und irgendwie für'n Arsch. Die Frage war nicht, ob es ein 3:0 wird, sondern wie lange es dauern würde. Der Grat zwischen "empirisch-argumentativ gestützter und situativ-analytischer Ehrlichkeit" und "Dekadenz", die einem der weniger gebildete Rezipient hier möglicherweise unterstellt, ist in etwa so schmal wie Tom. Die größte Herausforderung in diesem Spiel bestand darin, die Pässe von Jan, welche die Flugkurve einer Boing 737 max hatten - sie fielen einfach zu früh - noch zu verwerten. Respekt für Jan D., der mit der Routine einer Puffmutter, auch die unattraktivsten dieser Schwalben unserer Ersten anzudrehen vermochte. Letztlich verpassten wir die Zielvorgabe (unter einer Stunde bleiben) nur knapp um 17 Minuten.
Im zweiten Spiel galt es dann, den Fauxpas vom ersten Spieltag auszubügeln (damit sei dem fehlenden Spielbericht auch Genüge getan) und uns die Tabellenführung zurück zu holen. Die Taktikfüchse des USV Potsdam II beschlossen, den Annahmegott und Abwehrhengst Tom, die potenzielle Spielunfähigkeit in Person, zum Libero zu befördern. Der Gegner war ob dieses Felsens in der Brandung so überrascht, dass er den ersten Satz total verweigerte (25:12). Im zweiten Satz schien sich Elsterwerda daran zu erinnern, wie demütigend die Spielberichte des MfMP ausfallen können, wenn man hier von den rotbefellten Vertretern der Canidae aus Potsdam in unter einer Stunde gerissen wird. Mit dem Satzausgleich und einer komfortablen 21:18 Führung ließen wir die Elsterwerdaer Weihnachtsgans so richtig fett werden, bevor wir sie uns auf den Hackklotz packten und ein präzises 26:24 auf sie niedersausen ließen - gebrochen. Das anschließende Rupfen und Ausnehmen endete mit einem demütigenden 25:11.
Das Werbeplakat (siehe Foto), dessen Sinn mir auch nach dem Studium einschlägiger Philosophen wir Hegel, Nietzsche oder Bohlen verborgen blieb, behielt aus unserer Sicht zumindest Recht: "Wir ziehen Grenzen!" - nur nicht im Bereich des guten Geschmacks.
Dass die Tabellenführung am Ende deutlicher ausfiel als ursprünglich eingeplant, lag an unserer Ersten, die sich als souveräner Tabellenletzter über den Kadaver Elsterwerdas hermachte, als hätte sie noch nie in der Brandenburgliga ein Spiel gewonnen - achso, hatten sie ja auch nicht. Spieler des Spieltages bei Elsterwerda war zweifellos René M. - ohne vernünftiges Zuspiel ist halt nicht mal ein Blumentopf zu gewinnen - es sei denn du hast "Puffmutter" Jan, der macht auch aus Schei... leckere Bonbons.

PS: Tom trotzte alles Skeptikern und lieferte eine fehlerlose Partie als Libero ab.

Ein "Hoch" auf Olaf

Wenn du im Tiebreak nach einem 3:7 Rückstand den Gegner noch mit 15:12 f*** ormidable an die Wand spielst, klingt das nach einem gelungenen Abschluss - es sei denn, man ist der USV Potsdam II, dann gilt ein gewonnener Tiebreak als "Schadensbegrenzung". Wäre nach dem Spieltag ein Journalist gekommen und hätte gefragt, ob wir vielleicht ein "Mentalitätsproblem" haben – dem hätten wir die Ohren abgerissen.
Alles begann wie befürchtet: unter dem Eindruck der letzten Woche wurde Brandenburg von uns so gar nicht ernst genommen. Dass die Blau-Weißen die obligatorische Opferrolle nicht einzunehmen gedachten, lag auch daran, dass wir ihnen den Rollentausch förmlich aufdrängten. Wir wollten damit das spröde Liebesspiel der Brandenburger ein wenig beleben, denn nichts ist tödlicher für eine Beziehung als das graue, alltägliche „3:0 auf die Fresse bekommen“. Glück für Brandenburg, dass Tom, der letzte Woche noch die sadistische Domina gegeben hat, diesen Samstag schon für das Artemis gebucht war. Langes Vorspiel, kurzer Sinn: wir fanden uns unverhofft (nicht zu verwechseln mit unverdient) im Tiebreak wieder, den wir in unserer generösen Laune auch noch an die Gäste gaben – „aber wer, wenn nicht wir, kann sich das erlauben“ (Zitat letzter Spielbericht).
Wäre das Spiel gegen Schönow auf einer Staffelei entstanden, hätte es expressionistische, mehr noch surrealistische Züge gehabt – Romantik und warme Farben waren bei uns im Black Friday schon vergriffen. Während wir im ersten Satz noch unsere Farbpalette fein säuberlich sortierten, klatschte Schönow schon mal völlig lieblos die ersten Pinselstriche auf unsere jungfräuliche Leinwand. Dieses dominant romantische Graubraun entsprach aber keinesfalls unserem ästhetischen Empfinden, so dass wir mit einem knalligen Rot konterten – der post-impressionistische Einschlag a la Vincent van Gogh betonte den surrealen Charakter eindrucksvoll. Während wir noch über eine gelbrote Nuance sinnierten und unser Werk bestaunten, schmierten diese Dilettanten aus Schönow schon wieder an unserem Kunstwerk herum – als wenn hier jede x-beliebige, dahergelaufene Mannschaft in Golm gewinnen könnte. Der Tiebreak, wie schon anfangs beschrieben, wurde dann zum Charaktertest, den das Schwarze Ballett, trotz eines mehr als gebrauchten Tages, überragend bestand.
Olaf, und das bleibt hervorzuheben, war diesmal pünktlich. Dass wir mit unseren Freunden aus Brandenburg den Abend beim Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt ausklingen und den sympathischsten Schneemann aller Zeiten mehrfach „Hoch“ leben ließen, war ein deutliches Indiz für einen völlig surrealen Spieltag.