Samstag, 27. Juli 2019

Integrationsarbeit


Der USV Potsdam II ist seit Jahrzehnten für erfolgreiche Integrationsarbeit bekannt. Dass es ihm seinerzeit sogar gelang, den westelbisch-kapitalistischen Klassenfeind, der auf seiner Flucht vor der bourgeoisen Ausbeuterklasse den antifaschistischen Schutzwall überwinden und ins Paradies der Arbeiter und Bauern fliehen konnte, zu einem wertvollen Mittrinker der asozialen Gemeinschaft zu machen, gilt noch heute als zivilisatorische Großtat.
In diesen Tagen sieht sich der USV Potsdam II mit "Ergebnisflüchtlingen" konfrontiert, die niederlagsaffinen Regionalligaabsteiger suchen Zuflucht bei dem zum Synonym für erfolgreichen und ästhetischen Volleyball gewordenen Schwarzen Ballett. Sie müssen nun in zusätzlichen Trainingseinheiten an die härteste Liga der Welt herangeführt werden - asozial sind sie hingegen bereits gut integriert. Schon in den ersten Trainingseinheiten zeigen sie ihren Integrationswillen - Pöbelvorlagen können schon mit kleinen Einhilfen häufig kausal weiterentwickelt werden.
Athletisch und technisch bestehen natürlich noch Defizite, aber mit dem risse'schen Zuspiel- und dem luckas'schen Abwehrtraining werden sie bis zum Saisonstart ein halbwegs akzeptables Niveau erreicht haben.


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Freitag, 25. Januar 2019

Von Führern und Exkrementen

Wriezen, das geographische Furunkel am Anus Brandenburgs, ist reisetechnisch ähnlich beliebt wie die bildhafte Umschreibung. Schulzendorf war mit sage und schreibe sechzehn Spielern angerückt - in dieser Größenordnung war das letzte Mal die Rote Armee dort durchgezogen - ein klares Indiz für jeden Kenner der Materie, dass hier Quantität die fehlende Qualität kaschieren soll. Das Schwarze Ballett setzte seine geballte Erfahrung dagegen, ein Euphemismus für ein gefühltes Durchschnittsalter von knapp unter 40 Jahren. Der jugendliche Elan Schulzendorfs ließ uns dann im ersten Satz auch ziemlich alt aussehen, doch schon im zweiten Durchgang zeigte sich, dass die kummulierte Erfahrung aus 437 Brandenburgligaspielen (ich habe tatsächlich nachgezählt!) durchaus Paroli bieten konnte. Trotz diverser komödiantischer Auftritte von Tom, der aufgrund seiner Masse ein eigenes Gravitationsfeld aufbaute und selbst meterweit ins Aus segelnde Bälle unvermittelt anzog, gelang es uns dann im dritten Satz, Schulzendorf so richtig dumm aussehen zu lassen. Apropos, da war doch was mit dem Schiedsrichter. Selbstherrlich, nicht zu verwechseln mit selbstsicher, durfte ich mich erst regeltechnisch belehren lassen, dass es "beim ersten Ball kein 'gehoben' gibt" um nach dem Spiel erklärt zu bekommen, dass er das Spiel führen würde. Das war mir dann zu viel. Nach meinem dezenten Einwand, dass er es leite, und nicht führe - dafür sind kleine schnauzbärtige Österreicher da - meldete ich mich aus Protest bei meinen Mannschaftskollegen vom Spieltag ab, die dafür vollstes Verständnis entgegenbrachten.
Mit einem personaltechnisch äußerst ausgedünnten Kader und dem Fehlen eines Mittelblockers gelang es danach den Heroen aus Golm, Wriezen so gar keine Chance zu lassen und sie 3:1 aus ihrer Halle zu fegen. Es wurde berichtet, dass die Zuschauer, zumindest die, die es mit dem USV hielten, vor Glück und Ansehnlichkeit dieser Darbietung geweint haben sollen. Einige sollen auch lautstark nach der Vaterschaft von USV Spielern ihrer noch nicht gezeugten Nachkommen gerufen haben. Auf der anderen Seite sollen sich Anhänger Wriezens das Gesicht mit Kot bestrichen haben ... aber vielleicht verwechsle ich das auch mit von Herodot überlieferten ägyptischen Totenriten. Vom Kontext her würde es ja passen.

Sonntag, 20. Januar 2019

Respekt!

Nach einer - zugegeben berechtigten - gelben Karte für einen Mitspieler, der etwas echauffiert eine Entscheidung kritisierte, entspann sich zwischen dem sympathischen Kapitän und dem Kritisierten auf dem Thron folgender Dialog:

Sympathischer K: "Du willst mir doch nicht ernsthaft erzählen, dass der Ball nicht auf dem Boden war?"
Thronender: "Ich habe mit meinem zweiten Schiedsrichter Augenkontakt gehabt, er hat ihn auch nicht auf dem Boden gesehen."
Sympathischer K dreht sich um und geht, um beim zweiten Schiedsrichter nachzufragen.
Thronender (schreit): "Komm her!"
Sympathischer K (dreht sich um, geht zurück): "Schrei mich nicht an."
Thronender: "Das Gespräch war noch nicht nicht beendet!"
Sympathischer K: "Für mich war es das."
Thronender: "Ich entscheide, wann das Gespräch beendet ist."
Sympathischer K: "Nein, tust du nicht!" (dreht sich um und macht sich erneut auf den Weg zum zweiten Schiedsrichter)


Da kann man schon mal Rot geben - allerdings im Rücken des sympathischen K, so dass dieser erst noch einmal zum Thronenden gehen musste...
Sympathischer K: "Wenn du mir schon die rote Karte zeigst, dann zeig sie mir wenigstens ins Gesicht!"
Der sympathische K ist ja ein umgänglicher Mensch, aber so lässt er - schon von Berufswegen her - nicht mit sich reden!

Sonntag, 13. Januar 2019

Masteit'sche Erwärmung


9:45 Uhr, irgendwo auf einer Landstraße zwischen Ludwigsfelde und Zossen: "Sagt mal, fängt der Spieltag heute schon um 10:00 Uhr an?" Nach kurzer Recherche konnten wir diese, für uns situativ eher suboptimale These verifizieren. Pünktlich um 9:55 Uhr betrat dann der erste USV'ler die Spielstätte, in der sich unser Gegner aus Schöneiche seit 60 Minuten intensiv erwärmt und eingespielt hatte. Zweimal anfersen, dreimal den Ball gegen die Wand hauen, ein kurzes Ballgeschiebe - mehr an Einspielen ist in unserem Alter bestimmt schlecht für die Kondition - voila: die typisch Masteit'sche Erwärmung.
Nach 8 Minuten lag der Gegner bereits 5:12, also aussichtslos, zurück. Mit 25:14 zerlegte der USV in klassischer Blitzkriegsstrategie das schönste Dorf im Reiche in seine Bestandteile. Da Schöneiche im dritten Satz noch mal kurzzeitig Oberwasser bekam (23:25), musste im vierten Satz noch mal eine Demonstration her. Mit 25:15 zeigten die Potsdamer Senioren, dass sie nicht nur bestäubungstechnisch über unglaubliches Potenzial verfügen.
Zossen kannte uns bisher nur in ersatzgeschwächter Notbesetzung und gewann damals 3:2 - da war also noch eine Rechnung offen. Die Devise für dieses Spiel lautete also frei nach Kaiser Wilhelm II (ja, den kennen einige von uns noch persönlich): "Pardon wird nicht gegeben, Gefangene werden nicht gemacht". Nachdem wir in einem umkäpften ersten Satz zwei Satzbälle abwehren und unseren ersten eigenen nutzen konnten, war die Entscheidung gefallen. Mit 25:13 wurde Zossen anschließend in eigener Halle vollkommen vernichtet. Gary hatte sich vorgenommen, erst die Bälle und danach die weiblichen Fans zu nageln - ein löbliches Vorhaben, das wir, kollegial wie wir sind, natürlich unterstützten. Block und Feldabwehr (wir wollten es selbst kaum glauben) wurden für die Zossener nahezu unbezwingbar. Wir spritzten nur so vor Spielfreude und jeder durfte mal einen versenken, der eine mit Härte, der andere eher mit Gefühl, und auch ab und zu außen anwichsen war uns vielfach vergönnt. Nebenbei sei erwähnt, dass wir auch noch Volleyball gespielt haben.
Mit 3:0 wurde Zossen geplündert und gebrandschatzt und um Wilhelm II zu beruhigen, wir haben so gespielt, "dass es niemals wieder ein Zossener wagt, einen USV'ler scheel anzusehen."

Montag, 15. Oktober 2018

"...was soll man auch machen, mit siebzehn, achtzehn in Brandenburg"

...wenn unser Gegner mal wenigstens schon dieses Alter gehabt hätte. Die Erkenntnis, dass die Hälfte der Blau-Weißen unsere Söhne hätten sein können (bei Tom haben wir sogar schon über den "Opa" nachgedacht), ließ uns sentimental an jene Zeiten zurückdenken, als uns das gefürchtete Geriatrieduo Förster-Stobbe den Senilitätsfehdehandschuh hingeworfen hat. Die neu formierten Brandenburger hatten sich zum Ziel gesetzt, uns "endlich mal ein Spiel zu liefern, was härter ist, als (unsere) Trainingsspiele am Donnerstagabend" - ein durchaus ambitioniertes Vorhaben, das zumindest angemessen devot formuliert wurde - wenn sie anfangen vom Sieg zu träumen, dann sollte die Wasserqualität in der Havelstadt dringend überprüft werden.
Zunächst wartete aber noch der HSV Cottbus. Dass die Lausitzer nur mit sieben Mann und ohne Annahme angereist waren, machte aus dem "Spiel" eher ein lockeres Anschwitzen. Mit viel Wohlwollen (Synonym für "freundliches zur Kenntnis geben von Entscheidungsdefiziten", wobei "freundlich" nach der zweiten eklatanten Fehlentscheidung ein kaum zu rechtfertigender Euphemismus ist) nahmen wir zur Kenntnis, dass der Schiedsrichter sich im ersten Satz redlich bemühte, das Spiel wenigstens etwas spannend zu gestalten, allein es half nichts. Dass die Annahme unserer Regionalligagäste Atti, Phil und Jan beim donnerstäglichen Vorglühen auch nicht besser war, relativiert vielleicht das Urteil von "grottenschlechter Cottbuser Annahme" hin zu "überragendem Potsdamer Aufschlagspiel" - ich weiß, der Versuch ist kläglich.
Dass Brandenburg durchaus Potenzial zum Ärgern hat zeigt sich allein daran, dass wir Tom, den man gegen potenzielle Ausschussware ohne Bedenken aufs Feld schicken kann, diesmal nicht zu seinem ersehnten Einsatz kam - Brandeburg forderte uns tatsächlich. Die ersten beiden Sätze waren relativ knapp, und am Ende gewannen wir den ersten Dank unserer Routine und den zweiten Dank des Schiedsgerichts (dieses hatte sein Pulver ja schon im ersten Spiel verschossen). Die Spannung im dritten Satz endete, als Andreas beim Stand von 16:16 an die Aufgabe ging und sich erst nach sechs Aufgaben wieder der Annahme widmen musste. Das 3:0 war am Ende deutlicher, als man erwarten konnte, aber wenn man zwei Außenangreifer (Gary und Andreas) hat, die eine gefühlte Erfolgsquote von 80% haben, sind jugendliche Dynamik und Spielkultur auf Seiten Brandenburgs nicht mehr relevant.
Bleibt noch, zwei absolut inakzeptable Aspekte anzusprechen: 1.) es ist ein Sakrileg, Bier für 2,50 € anzubieten, wenn der USV Potsdam zu Besuch kommt und 2.) es ist absolut dreist, erst zu spät zu kommen und dann auch noch vor dem MfMP eine gelbe Karte abzufassen ... daran erkennt man den prägenden förster'schen Einfluss.

Montag, 8. Oktober 2018

Gefühlte sechs Punkte

Zwei Spiele ohne Mittelblock zu bestreiten, empfanden wir angesichts der uns erwartenden Gegner als angemessene Kompensation unserer ansonsten erdrückenden Überlegenheit. Während selbst der Gegner in Bezug auf unseren einen Mittelblocker feststellte: "der ist viel zu dick" - ob man sich das bei einer 3:0 Klatsche überhaupt erlauben darf, sei mal dahingestellt - und das, obwohl er seinen unterleibskaschierenden, presswurstähnlich anmutenden Funktionseinteiler trug (nein, es war nicht Pawel), sprang der andere - der nicht annähernd so viele Wülste aufweisen konnte wie sein Pendant - mit körperlichen Alterserscheinungen Hadernde wie ein Bewegungslegastheniker durch die Gegend.
Für das erste Saisonspiel ("die Hälfte der Mannschaft hab ich zwar seit Ostern nicht mehr gesehen, aber läuft" - Gary) lief es eigentlich ganz gut. Die spätrömische zossener Dekadenz (treue Leser wissen, was gemeint ist) konnte indes nicht über den qualitativen Isthmus hinwegtäuschen, so dass es nach der 2:0 Satzführung primär an der körperlichen Indisposition von "Homer" und "Rudolf" lag, dass es am Ende bei einem Punkt blieb. Zossen war jetzt nicht atemberaubend, aber zumindest in den engen Phasen des 3. und 4. Satzes nicht dämlich genug, den Eigenfehler zu machen - ist doch auch was. Dass wir dem Dreier - die Rede ist nicht vom mannschaftlichen Duschen - mehrmals ganz nah waren, ist zwar ärgerlich, bringt einen USV II aber nicht wirklich aus dem Konzept (ja, wir haben tatsächlich eins, aber das verraten wir nicht).
Dass uns nach den intensiven 133 Minuten des ersten Spiels noch ein zweites erwartete, ließ bei mindestens zwei Spielern den Wunsch nach aktiver Sterbehilfe aufkommen. Schöneiche konnte daraus aber kein Kapital schlagen und so konnte der USV mit einem an Ästhetik und Beweglichkeit kaum zu unterbietenden Spiel ungefährdete drei Punkte holen.
Die vier Lehren des ersten Spieltages lauten:
1.) Wir erringen unsere Siege über Kondition, die Weltherrschaft über Kopulation - also Männer, langfristig denken.
2.) Wer einen (mehrmals) eklatant falsch stehenden Läufer beim Schiedsrichter vorher ansagt, darf nicht mit einem Pfiff rechnen - gilt vermutlich als vorsagen.
3.) Vervollständige den Satz: Je größer der (oder die) ..., umso besser zum Wichsen.
4.) Wer "Sack" heißt, sollte Geschlechtsanwalt werden.

Montag, 10. September 2018

Saisonauftakt nach Maaß(en)

An diesem Samstag fand der erste Spieltag der neuen Saison in Chem.. ähh, Wriezen statt - oder nicht? Der Verfassungsschutz fand keine belastbaren Beweise, dass es diesen Spieltag gegeben hätte, Videos von pöbelnden Spielern und hilflos dabeistehenden Unparteiischen könnten gar eine Fäschung sein. Bei einer Begegnung zwischen dem TKC und dem USV kaum denkbar. Ein Erklärungsversuch:
Scheinbar hatte Wriezen ein personell-quantitatives (oder -qualitatives) Problem und zudem gute Beziehungen zur Stadtverwaltung, die promt die Halle aus fadenscheinigen Gründen (irgendwas mit Grundreinigung) für unbespielbar erklärte. Die spontane Verlegung nach unbekannt kam dem USV nicht ganz ungelegen: hätten die Gegner geahnt, dass man nur mit einer ersatzgeschwächten Rumpftruppe, von denen drei Zuspieler und ein Libero insgesamt zwei Drittel des Sechsers ausgemacht hätten, angereist wäre, hätte sich bestimmt noch ein Hangar zum Spielen gefunden. Uns soll's nur recht sein.