Montag, 16. September 2019

Eine Mannschaft zum Anfassen


Frenetischer Jubel und in Ekstase fallende barbusige und mit Dessous um sich werfende weibliche Fans begleiteten die Heroen des USV Potsdam II zum ersten öffentlichen Training in dieser Saison. Dabei konnten die Fans gleich einige Neuzugänge, wie den berühmt berüchtigten „nie ohne meine Stullen“-Schneider oder den legendären „Treue ist für mich nicht nur ein Wort“-Attila bewundern und sich Autogramme auf ihre Panini-Sammelbrüste geben lassen. Aber auch den Stars der vergangenen Jahre wie dem gefürchtete „wozu Knieschützer, ich bin doch Angreifer“-Tom oder dem „Notruf“-Hannes konnte man näher kommen – Fannähe, die man sonst nur in einem Streichelzoo bekommt. Der Kad(av)er ist mittlerweile in eine Größenordnung vorgestoßen, dass wir den Gegner allein mit unserer Biomasse überrollen und mit unserem Verwesungsgeruch empfindliche olfaktorische Niederlagen beibringen können. 

Trotz aller Trainingsintensität gelang es dem USV Potsdam II am ersten Spieltag allerdings noch nicht zu punkten. An die Spitze der Brandenburgliga hat sich nun Elsterwerda gesetzt, das vorerst das Maß aller Dinge zu sein scheint.


Quelle: MfMP @Fratzenbuch

Samstag, 27. Juli 2019

Integrationsarbeit


Der USV Potsdam II ist seit Jahrzehnten für erfolgreiche Integrationsarbeit bekannt. Dass es ihm seinerzeit sogar gelang, den westelbisch-kapitalistischen Klassenfeind, der auf seiner Flucht vor der bourgeoisen Ausbeuterklasse den antifaschistischen Schutzwall überwinden und ins Paradies der Arbeiter und Bauern fliehen konnte, zu einem wertvollen Mittrinker der asozialen Gemeinschaft zu machen, gilt noch heute als zivilisatorische Großtat.
In diesen Tagen sieht sich der USV Potsdam II mit "Ergebnisflüchtlingen" konfrontiert, die niederlagsaffinen Regionalligaabsteiger suchen Zuflucht bei dem zum Synonym für erfolgreichen und ästhetischen Volleyball gewordenen Schwarzen Ballett. Sie müssen nun in zusätzlichen Trainingseinheiten an die härteste Liga der Welt herangeführt werden - asozial sind sie hingegen bereits gut integriert. Schon in den ersten Trainingseinheiten zeigen sie ihren Integrationswillen - Pöbelvorlagen können schon mit kleinen Einhilfen häufig kausal weiterentwickelt werden.
Athletisch und technisch bestehen natürlich noch Defizite, aber mit dem risse'schen Zuspiel- und dem luckas'schen Abwehrtraining werden sie bis zum Saisonstart ein halbwegs akzeptables Niveau erreicht haben.


Copyright by MfMP, der nicht versteht, dass Facebook weder Nabel der Welt noch bevorzugtes Kommunikationsmedium vieler ist.

Freitag, 25. Januar 2019

Von Führern und Exkrementen

Wriezen, das geographische Furunkel am Anus Brandenburgs, ist reisetechnisch ähnlich beliebt wie die bildhafte Umschreibung. Schulzendorf war mit sage und schreibe sechzehn Spielern angerückt - in dieser Größenordnung war das letzte Mal die Rote Armee dort durchgezogen - ein klares Indiz für jeden Kenner der Materie, dass hier Quantität die fehlende Qualität kaschieren soll. Das Schwarze Ballett setzte seine geballte Erfahrung dagegen, ein Euphemismus für ein gefühltes Durchschnittsalter von knapp unter 40 Jahren. Der jugendliche Elan Schulzendorfs ließ uns dann im ersten Satz auch ziemlich alt aussehen, doch schon im zweiten Durchgang zeigte sich, dass die kummulierte Erfahrung aus 437 Brandenburgligaspielen (ich habe tatsächlich nachgezählt!) durchaus Paroli bieten konnte. Trotz diverser komödiantischer Auftritte von Tom, der aufgrund seiner Masse ein eigenes Gravitationsfeld aufbaute und selbst meterweit ins Aus segelnde Bälle unvermittelt anzog, gelang es uns dann im dritten Satz, Schulzendorf so richtig dumm aussehen zu lassen. Apropos, da war doch was mit dem Schiedsrichter. Selbstherrlich, nicht zu verwechseln mit selbstsicher, durfte ich mich erst regeltechnisch belehren lassen, dass es "beim ersten Ball kein 'gehoben' gibt" um nach dem Spiel erklärt zu bekommen, dass er das Spiel führen würde. Das war mir dann zu viel. Nach meinem dezenten Einwand, dass er es leite, und nicht führe - dafür sind kleine schnauzbärtige Österreicher da - meldete ich mich aus Protest bei meinen Mannschaftskollegen vom Spieltag ab, die dafür vollstes Verständnis entgegenbrachten.
Mit einem personaltechnisch äußerst ausgedünnten Kader und dem Fehlen eines Mittelblockers gelang es danach den Heroen aus Golm, Wriezen so gar keine Chance zu lassen und sie 3:1 aus ihrer Halle zu fegen. Es wurde berichtet, dass die Zuschauer, zumindest die, die es mit dem USV hielten, vor Glück und Ansehnlichkeit dieser Darbietung geweint haben sollen. Einige sollen auch lautstark nach der Vaterschaft von USV Spielern ihrer noch nicht gezeugten Nachkommen gerufen haben. Auf der anderen Seite sollen sich Anhänger Wriezens das Gesicht mit Kot bestrichen haben ... aber vielleicht verwechsle ich das auch mit von Herodot überlieferten ägyptischen Totenriten. Vom Kontext her würde es ja passen.

Sonntag, 20. Januar 2019

Respekt!

Nach einer - zugegeben berechtigten - gelben Karte für einen Mitspieler, der etwas echauffiert eine Entscheidung kritisierte, entspann sich zwischen dem sympathischen Kapitän und dem Kritisierten auf dem Thron folgender Dialog:

Sympathischer K: "Du willst mir doch nicht ernsthaft erzählen, dass der Ball nicht auf dem Boden war?"
Thronender: "Ich habe mit meinem zweiten Schiedsrichter Augenkontakt gehabt, er hat ihn auch nicht auf dem Boden gesehen."
Sympathischer K dreht sich um und geht, um beim zweiten Schiedsrichter nachzufragen.
Thronender (schreit): "Komm her!"
Sympathischer K (dreht sich um, geht zurück): "Schrei mich nicht an."
Thronender: "Das Gespräch war noch nicht nicht beendet!"
Sympathischer K: "Für mich war es das."
Thronender: "Ich entscheide, wann das Gespräch beendet ist."
Sympathischer K: "Nein, tust du nicht!" (dreht sich um und macht sich erneut auf den Weg zum zweiten Schiedsrichter)


Da kann man schon mal Rot geben - allerdings im Rücken des sympathischen K, so dass dieser erst noch einmal zum Thronenden gehen musste...
Sympathischer K: "Wenn du mir schon die rote Karte zeigst, dann zeig sie mir wenigstens ins Gesicht!"
Der sympathische K ist ja ein umgänglicher Mensch, aber so lässt er - schon von Berufswegen her - nicht mit sich reden!

Sonntag, 13. Januar 2019

Masteit'sche Erwärmung


9:45 Uhr, irgendwo auf einer Landstraße zwischen Ludwigsfelde und Zossen: "Sagt mal, fängt der Spieltag heute schon um 10:00 Uhr an?" Nach kurzer Recherche konnten wir diese, für uns situativ eher suboptimale These verifizieren. Pünktlich um 9:55 Uhr betrat dann der erste USV'ler die Spielstätte, in der sich unser Gegner aus Schöneiche seit 60 Minuten intensiv erwärmt und eingespielt hatte. Zweimal anfersen, dreimal den Ball gegen die Wand hauen, ein kurzes Ballgeschiebe - mehr an Einspielen ist in unserem Alter bestimmt schlecht für die Kondition - voila: die typisch Masteit'sche Erwärmung.
Nach 8 Minuten lag der Gegner bereits 5:12, also aussichtslos, zurück. Mit 25:14 zerlegte der USV in klassischer Blitzkriegsstrategie das schönste Dorf im Reiche in seine Bestandteile. Da Schöneiche im dritten Satz noch mal kurzzeitig Oberwasser bekam (23:25), musste im vierten Satz noch mal eine Demonstration her. Mit 25:15 zeigten die Potsdamer Senioren, dass sie nicht nur bestäubungstechnisch über unglaubliches Potenzial verfügen.
Zossen kannte uns bisher nur in ersatzgeschwächter Notbesetzung und gewann damals 3:2 - da war also noch eine Rechnung offen. Die Devise für dieses Spiel lautete also frei nach Kaiser Wilhelm II (ja, den kennen einige von uns noch persönlich): "Pardon wird nicht gegeben, Gefangene werden nicht gemacht". Nachdem wir in einem umkäpften ersten Satz zwei Satzbälle abwehren und unseren ersten eigenen nutzen konnten, war die Entscheidung gefallen. Mit 25:13 wurde Zossen anschließend in eigener Halle vollkommen vernichtet. Gary hatte sich vorgenommen, erst die Bälle und danach die weiblichen Fans zu nageln - ein löbliches Vorhaben, das wir, kollegial wie wir sind, natürlich unterstützten. Block und Feldabwehr (wir wollten es selbst kaum glauben) wurden für die Zossener nahezu unbezwingbar. Wir spritzten nur so vor Spielfreude und jeder durfte mal einen versenken, der eine mit Härte, der andere eher mit Gefühl, und auch ab und zu außen anwichsen war uns vielfach vergönnt. Nebenbei sei erwähnt, dass wir auch noch Volleyball gespielt haben.
Mit 3:0 wurde Zossen geplündert und gebrandschatzt und um Wilhelm II zu beruhigen, wir haben so gespielt, "dass es niemals wieder ein Zossener wagt, einen USV'ler scheel anzusehen."