Sonntag, 16. September 2012

Modefarbe der Saison: "Gelb"

Es gibt Schiedsrichter, die "deeskalierende Spielleitung" nicht unbedingt zu ihren Stärken zählen dürfen, so dass einige Anwärter auf den Titel "meistsanktionierter Spieler" schon nach dem ersten Spiel der Saison unter Zugzwang stehen. Die dezenten Anregungen des MfMP, die technische Regelauslegung einem der Brandenburgliga würdigem Niveau anzupassen, fanden letzlich ihr Echo in einem gelben Karton. Sicherlich war diese Schiedsrichterkritik nur bedingt als "ruhig" zu bezeichnen, dafür war sie aber umso sachlicher und der Situation durchaus angemessen. Während meine Karte also in marginalen Ansätzen gerechtfertigt war, entbehrte selbige gegen Andreas jeder Grundlage, ein Affront gegenüber jenen Spielern, die hart für ihre Karten arbeiten müssen ... ein Skandal.
Nebenbei wurde auch noch Volleyball gespielt. Obwohl die Sportfreunde an diesem Tag "Grohses" vor hatten, durften sie letztlich aber eine auch in dieser Höhe verdiente Niederlage ihr Eigen nennen. Im ersten Satz deklassierte das Schwarze Ballett die Brandenburger Rumpftruppe. Zwischenstände von 8:2 und 22:12 stehen als Mahnmale für die limitierten Möglichkeiten der Havelstädter, dem ins Rollen gekommenen Giganten aus Golm angemessene Gegenwehr leisten zu können. Auch im zweiten Satz lag man beständig vorne, dass Branenburg überhaupt noch in Sichtweite war, war der konsequenten Ignoranz der technischen Unzulänglichkeiten durch den Schiedsrichter geschuldet, so dass es beim Stand von 13:10 zum oben erwähnten Eklat kam. Als Vorreiter im Bereich der medialen Unterstützung der Schiedsrichterausbildung hätten wir auch hier einen Lehrfilm zum Thema "Souveräne Spielleitung durch Kommunikation" anzubieten. Dass der VFH Potsdam danach aus Protest gegen die Willkürherrschaft des weißen Mannes mit der Pfeife zum passiven Widerstand überging, war ein äußerst solidarischer und mutiger Akt, nahm die Mannschaft doch damit bewusst in Kauf, die Sätze zwei und drei abzugeben - ein wahres Zeichen spielerischer Größe. Im vierten Satz beendeten wir unseren Streik und zeigten Brandeburg seine Grenzen auf. Der gelben Karte für Andreas begegneten wir diesmal mit lächelnder Überlegenheit. Mit einem souveränen 25:20 musste Brandenburg, dass wohl tatsächlich glaubte, hier und heute gegen den VFH etwas holen zu können, leicht desillusioniert die Segel streichen. Der 15:9 Erfolg im Tiebreak war dann nur noch die logische Konsequenz und die in Zahlen ausgedrückte Überlegenheit des Titelaspiranten, der einmal mehr deutlich machte, dass nur er darüber bestimmt, welche Sätze er gewinnen will und mit seinem Gegner spielen kann, wie es ihm beliebt.
Im sicheren Gefühl ihrer Überlegenheit ließen die Heroen aus Golm dann den Gastgebern aus Wusterhausen im folgenden Spiel gleich mal einen 19:13 Vorsprung im ersten Satz, um diesen dann mit 25:21 souverän für sich zu entscheiden. Diese sadistische Ader, den Gegner an einen Erfolg glauben zu lassen und ihn dann aus seinen Träumen zu bomben, praktizierte der VFH dann auch im zweiten Satz, beschloss danach aber die zahlreich in der Halle vertretenen Fans der Heimmannschaft für ihr Kommen mit einem Satzgewinn für Wusterhausen zu belohnen. Das bereits angesprochene sadistische Spielchen wiederholte sich dann erneut im vierten Satz: beim 24:22 mit zwei Satzbällen beschenkt, musste Wusterhausen zunächst den Ausgleich hinnehmen, dann auch noch einen Matchball gegen sich haben. Im sicheren Vertrauen auf seine Tiebreakstärke beschloss der Mannschaftsrat auf basisdemokratischer Grundlage, dass man auch im zweiten Spiel über die volle Distanz gehen wollte, und schenke den vierten Satz her. Zum Tiebreak kann man nicht viel sagen außer "wie immer". Eine souveräne 13:7 Führung reichte im Endeffekt locker, um den Satz sicher mit 15:12 für sich zu entscheiden und Wusterhausen die Heimpremiäre zu versauen. Unter dem Strich bleibt die Erkenntnis, dass die Gottgleichen aus Golm in jeder Situation Herr der Lage sind.

Kommentare:

  1. Großer Sport, Männer! Und Minister, du hast dich mal wieder selbst übertroffen! Gratuliere! :)

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  2. Große sprtliche Leistung am Samstag Männer! Hat Spaß gemacht :)
    Und große literarische Leistung des MfMP. Und das so früh am Sonntagmorgen...

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  3. Ja, war wirklich großer Sport! Hat tierisch Spaß gemacht auf dem Niveau Volleyball zu spielen. War ungefähr so, wie letztes Jahr, als wir SPREMBERG 3:2 gebügelt haben. ;-)

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    1. Nur mit dem Unterschied, dass Spremberg danach Meister geworden ist ... und das werden weder SfB noch Wusterhausen, sonern wir!

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  4. Antworten
    1. Danke, in unseren Augen ist das ein Kompliment, auch wenn's vielleicht nicht so gemeint war.

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  5. Sehr geil MfMP.
    Gruß aus Warschau.

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