Donnerstag, 14. September 2017

Früher herrschten noch andere Sitte(n)! - die Vorstellungsrunde geht weiter


Mit der SV Lindow Gransee verbinden wir diverse Unsitten und große Emotionalität in den Spielen gegeneinander („Hast du gerade Arschloch zu mir gesagt?“ – „Nein, ich hab ‚dummes Arschloch‘ gesagt!“) – zum Glück konnten wir diesen Sittenverfall stoppen. Damals karrte man in die Sporthalle zu Lindow noch diverse Tribünen und Spiele gegen den USV Potsdam II avancierten zum saisonalen Event für die gesamte Region. Heute sind die Spiele gegen das Schwarze Ballett eher vom klassischen Sandkastengeplänkel geprägt: der (gefühlt) zwei Generationen ältere USV nimmt Lindow das Buddelförmchen (drei Punkte) weg, woraufhin dieses zu heulen anfängt. Sicherlich sind spielende Kinder in einer demografisch ausgreisenden Region zur Seltenheit geworden, locken aber Oma und Opa nun nicht unbedingt von der Ofenbank. Die letztjährigen Begegnungen endeten für die Nordbrandenburger immer desaströs, eine Tradition, an welche die erotischste Mannschaft der Welt (wir lassen Lucky extra zu Hause) bereits nächsten Samstag in Lindow anknüpfen möchte. Also schließt eure Frauen und Töchter weg!
Der SV Schulzendorf versucht jetzt schon seit einigen Jahren erfolgreich zu sein, allerdings bisher immer vergebens. Zunächst erklärte man sich selbst zum Aufstiegskandidaten und scheiterte grandios (was natürlich so einige Häme nach sich zog). Dann versuchte man ohne große Töne einfach erfolgreich zu sein, dominierte bis Weihnachten die Liga und entkam am Ende nur knapp dem Abstieg. Im letzten Jahr startete man gleich ganz unten und wollte den umgekehrten Weg beschreiten – am Ende also ganz oben ankommen. Auch das misslang und am Ende trennte sie ein Satz von der Landesliga. Wie man es dreht und wendet, der SV Schulzendorf ist nicht unbedingt ein Synonym für „erfolgreich“, dennoch haben diese stetig misslingenden Versuche einen großen Unterhaltungswert – so wie Phils Auftritte bei Weihnachtsfeiern (Hosenkrawatte im Handstand etc.) – man weiß was kommt, aber es ist trotzdem immer wieder lustig, weil sie es auch immer wieder ernsthaft versuchen.
Das Sympathische an Schulzendorf ist, dass sie inzwischen ihre Rolle als saisonale Slapstickeinlage (weitgehend) akzeptiert haben und es mit Humor nehmen, und man mit ihnen nach gepflegten verbalen und gestenreichen Auseinandersetzungen auf dem Feld auch ein Bierchen trinken kann – natürlich nur nach den Spielen, das ist ja wohl selbstredend. Weiterhin positiv ist das sehr gute Buffet und das sehr unterhaltsame Publikum zu erwähnen, mit dem die Interaktionen besonders viel Spaß machen.

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