Sonntag, 1. Juli 2007

Archiv: Die Saison 2006/2007 und 2007/2008

Die Archive der Spieljahre 2006/2007 und 2007/2008 stehen hier als PDF-Download bereit:

Samstag, 1. Juli 2006

Archiv: Die Saison 2005/2006

Die Landesliga (Nord) Saison 2005/06

Vorbereitungsturnier Waldstadtpokal am 20. August 2005

In Anbetracht der Tatsache, daß die Hälfte der Mannschaft seit Monaten keinen Volleyball mehr in den Händen hatte, war das Auftaktspiel gegen Bad Dürrenberg (2.BL Nord) in etwa so charmant wie ein von einem russischen T-34 überrrollte zu werden. Nach einer souveränen 2:0 Führung (bis dahin hatten wir unseren Gegner absolut im Griff) endete dieser erste Satz der Saison mit einem motivierenden 25:11 für unseren Gegner. Wenn man auf den fiktiven Polarstern an der Decke zielt, um den Block oben anzuschlagen, und der Ball einem immernoch vor den Füßen landet, kommt man lamgsam ins Grübeln. Der zweite Satz ging dann, wie überraschend, mit 25:10 ähnlich knapp an die anhaltenden Sachsen. Nachdem wir nun unseren Rhytmus gefunden hatten, hatte nun der Berliner TSC (RL-NO) das Vergnügen, als williges Opferlamm den geballten Enthusiasmus der Kampfmaschine USV Potsdam II zu spüren. Nach einem souveränen 25:23 Sieg im ersten Satz, ging der zweite durch eine Serie wenig verwertbarer Annahmen an unsere Gegner, die damit unwissentlich ihr Todesurteil unterzeichneten ... der USV gewann in der letzten Saison acht von neun Tiebreakentscheidungen! Mit einer sehr guten kämpferischen Leistung erspielte sich der USV beim Stand von 14:13 den ersten Matchball, der aus eigener Annahme heraus mit einem wuchtigen Angriff über außen prompt genutzt wurde. Im Viertelfinale trafen wir dann auf den TSV Spandau (2.BL Nord), der uns im ersten Satz, in dem wir durch den Ausfall unseres Zuspielers leicht konfus agierten, förmlich auseinander nahm. Nachdem wir zum zweiten Satz hin einige taktische Umstellungen vorgenommen hatten, gelang es uns, Spandau ein würdiger Gegner zu sein und leisteten heftige Gegenwehr: 24:26 hieß es am Ende aus unserer Sicht. Aufgrund fehlender Konstitution, was sich vor allem im konditionellen Bereich zeigte, wurden die Ergebnisse im weiteren Verlauf stetig schlechter und nur vereinzelt gelang es, noch einmal die wenigen Kraftreserven zu mobilisieren. Am Ende standen noch zwei relativ deutliche 2:0 Niederlagen gegen Waldstadt (RL-NO) und Kyritz (2.BL-Nord). Fazit: Wir haben uns über weite Strecken gegen durchweg stärkere Gegner ordentlich verkauft und sogar zwei Regionalligisten hinter uns gelassen. Wenn man bedenkt, daß Kyritz einen Platz vor uns, und der TSC einen Platz hinter uns gelandet sind, bewegen wir uns als Landesligist doch in einem erlauchten Kreis.

1. Spieltag (SG Einheit Belzig, SV Glienicke):

“Getrennt marschieren, vereint schlagen.” Der Vormarsch auf die strategisch bedeutende Festung Wiesenburg, in der sich Belzig verschanzt hatte, begann im Morgengrauen - leider war das Grauen mit dem Morgen nicht zu Ende. Die Panzerabteilung “el Kasten”, die von Norden heranrückte, überrollte zunächst einen feindlichen Kradmelder ... er wurde von der in den Wind gehängten Fahne erschlagen.
Da Belzig als Aufsteiger mit den Gepflogenheiten der Landesliga noch nicht vertraut war, waren sie dem in Anzug und Krawatte erschienenen USV optisch weit unterlegen ... also noch mehr als ohnehin schon. Die Frage, warum wir im Anzug erschienen sind, wurde mit der gewohnten Souveränität gekontert: “Warum seid ihr es nicht?” Diese optische Überlegenheit wurde auch prompt auf das Spiel transferiert, so daß Belzig in den ersten beiden Sätzen zwar immer Tuchfühlung zum recht souverän spielenden Starensemble von der Havel halten konnte, aber nie eine reelle Chance auf einen Satzgewinn hatte. Der Verlust der beiden folgenden Sätze war ein bedauerlicher Betriebsunfall, der auf eine unglückliche Kombination von konditionellen Defiziten und spielerischer Indisponiertheit zurückzuführen war. Also mußten wir schon im ersten Spiel der Saison unsere Tiebreakstärke (die aktuelle Erfolgsquote liegt bei 85%) unter Beweis stellen. Es waren wieder starke Nerven, schnelle Reaktionen und voller Körpereinsatz gefragt, kurz gesagt: ein ideales Betätigungsfeld für unseren, zur Elite der Stuhltänzer zählenden, Tom. Noch am Abend zuvor befand er sich auf einer Reise nach Jerusalem, wurde jedoch an der Paßkontrolle zurückgeschickt ... unser Glück. Der erste Satz gegen Glienicke war ... sagen wir mal so, einen “Laureus” würden wir dafür vermutlich nicht bekommen. Nach der Offenbarung folgte nun die Demonstration und der USV begann sein gnadenloses Vernichtungswerk. Die starken Aufschläge wirkten sich fatal auf das gegnerische Aufbauspiel aus und brachten dieses fast völlig zum Erliegen. Die wenigen Bälle, die am überragenden Block vorbeikamen, wurden sicher ausgespielt und mit furchterregender Wucht im gegenrischen Feld versenkt. Dabei zahlte sich das taktische Konzept der Positionsrotation, das erstmals beim Vorbereitungsturnier in Magdeburg erfolgreich getestet wurde, aus. Nach sicherer Feldabwehr von Nowi und präzisem Zuspiel von Georg (eigentlich ein Widerspruch in sich) konnte Marci Ball um Ball im Feindesland unterbringen. Taktische Flexibilität, unbändiger Einsatzwille und Spielübersicht sicherten den letztlich doch ungefährdeten 3:1 Sieg über Glienicke.

2. Spieltag (Sf Brandenburg, SV Wusterhausen):

Im Morgengrauen, als sich langsam das Licht der Hoffnung erhob, da rüsteten im Westen der Mark die dunklen Mächte der Finsternis zu einem Kriegszug gegen die Heilige Halle zu Golm, um diesen Hort des präidealen Suboptimums in Ödness zu tauchen. Alarmiert durch die himmlischen Heerscharen oblag es nun den Heroen des USV, diesen scheinbar unvermeidlichen Untergang abzuwenden und dem Ansturm der dunkeln Horden, die aus Brandenburg und Wusterhausen immer näher rückten, entgegenzutreten. In ihren strahlenden Rüstungen, golden glänzend in der Morgensonne, errichteten sie eine Sperrlinie, an der, gestärkt durch den eisernen Willen und die zähe Entschlossenheit dieser heldenhaften Mannschaft, der elende Feind abgeschmettert werden sollte. Zuerst erreichten die Brandenburger das Schlachtfeld, prallten mit Wucht auf die fest geschlossenen Reihen der Verteidiger und sofort entbrannte ein erbitterter Kampf. Im zähen Ringen um den ersten Satz sah es zunächst so aus, als könnte der USV den ersten Ansturm Brandenburgs abwehren, doch letztlich mußte sich die erste Reihe den anstürmenden Massen des Feindes beugen und zog sich hinter das zweite Treffen zurück. An der massiven Verteidigungslinie, die der USV nun errichtete, prallte der erste Schwung der Brandenburger ab und die gottesfürchtigen Heroen gingen nun zum Gegenangriff über. Der heilige Sebastian wütete unter den körperlich weit unterlegenen Feinden wie ein Berserker. Mit unbändiger Wucht zerschmetterte er über die Mitte die nun in aufgelöster Formation orientierungslos durcheinander laufenden Brandenburger und hieb mit aller Macht und dem Zorn Gottes auf sie ein. Der zweite Satz ging mit erschreckender Deutlichkeit mit 25:14 an den USV, der damit den Satzausgleich herstellte. Doch nun warfen die Brandenburger ihre Reserven in die Schlacht. Es gelang ihnen die vorstürmenden Gotteskrieger zum Stehen zu bringen und sie erneut in die Defensive zu drängen. Die angeschlagenen Helden strauchelten ob dieses unerwarteten Gegenschlages, der sie mit 21:25 im dritten Satz ereilte und gerieten schnell mit 0:4 im vierten Satz in Rückstand. Doch unermüdlich erwehrten sie sich der nun wütend heranstürmenden Brandenburger, die den Gottgefälligen nun den Garaus machen wollten. Doch der sakrale Sandwurm las dem Feinde dermaßen die Leviten, daß ihnen das Mathias-Evangelium noch Stunden später in den Ohren dröhnte. Es gelang erneut das Blatt zu wenden und den vierten Satz mit 25:19 nach Hause zu holen. Die Entscheidung stand auf Messers Schneide und fast schien es, als würden die Dunkelheit siegen, schon erspielte sich Brandenburg zwei Matchbälle, doch da schien es, als griff Gott leibhaftig in das zähe Ringen ein - eigentlich griff er in Gestalt von Martin in das gegnerische Zuspiel (manche vermuten, daß Martin sogar noch vor dem Annahmespieler am Ball war) - und führte die Seinen, die einzig wahren Krieger des Allmächtigen, zum Siege. Mit 16:14 vernichtete der USV im fünften Satz die Brandenburger mit einem gewaltigen Hieb und streckte sie zu Boden. Um Gnade und ob ihres verschenkten Sieges winselten die Elenden, über deren Schicksal nun Gott richten wird. Kaum sah man glanzvollere Siege in der Historie jenes geschichtsträchtigen und blutgetränkten Bodens zu Golm und jeder der dabei war, wird noch seinen Kindern stolz von jenem Tage berichten.

Die Nachhut aus Wusterhausen erreichte das rot getränkte Schlachtfeld von Golm erst, als die Schlacht bereits geschlagen war. Ihnen entgegen liefen die fliehenden Reste der vernichteten Brandenburger Streitmacht, die vom wütenden auf sie einschlagenden USV verfolgt wurde. Mitten hinein in dieses Gemetzel gerieten die völlig hilflosen Wusterhausener, die im Eifer des Gefechts von USV vershentlich gleich mit niedergestreckt wurden und noch ehe sie wußten, wie ihnen eigentlich geschah, waren auch sie vollständig vernichtet. Am Ende des Tages blieb die Erkenntnis, daß wir erneut unsere vier Punkte gesichert hatten und Brandenburg auch nicht an einem Tag erbaut wurde.

3. Spieltag (TSGL Schöneiche II, SV Hohennauen):

Die Spielvorbereitung gegen Schöneiche kam unserer blutrünstigen und destruktiven Obsession, den Gegner vor allem physisch zu vernichten, sehr entgegen. Ich habe durchaus Verständnis für die quälenden Selbstzweifel desillusionierter Liberos und deren zwanghaften Drang, durch körperliche Selbstgeißelung ihr Versagen zu sühnen .... aber gleich den Freitod wählen? Zumindest waren wir alle eifrig bestrebt, dem unbändigen Schrei nach Sterbehilfe nachzukommen ... so macht Einschlagen Spaß.

Das Spiel selbst war etwa so aufregend wie die Messe zum Totensonnteg, die für Schöneiche dann auch recht schnell gelesen war. Die Fehlerquote unseres Gegners war etwa so hoch wie die Sterberate bei einer Infektion mit Beulenpest im Mittelalter. Bereits nach knapp einerStunde trat bei Schöneiche der 3:0 Tod durch Organversagen ein. Hohennauen wies ein ähnliches Krankheitsbild wie Schöneiche auf, wobei vor allem eine ausgeprägte Annahmeschwäche kennzeichnend war. Das Immunsystem der körperlich schwächeren Hohennauener schien jedoch weitaus schneller zusammenzubrechen, denn der erste Satz ging mit 25:9 an den USV. Aus Furcht vor einer Infektion, vermieden wir im zweiten Satz einen engeren Kontakt mit den gegnerischen Spielern, so daß es Hohennauen gelang, unter Aufbiertung seiner letzten Kräfte, diesen Satz für sich zu entscheiden. Diese Kraftanstrengung bedeutete jedoch das endgültige Todesurteil. Mit 25:7 ging der dritte Satz an die Potsdamer. Die Pandemie hatte bereits auf die lebenswichtigen Organe von Hohennauen übergegriffen und mit einem letzten Röcheln verendete der Hohennauener SV vor unseren Augen und blieb wie ein klägliches Häufchen Elend liegen. Aus gesundheitstechnischen Gründen empfehlen wir den Abriß der Halle und die Einäscherung der Überreste der gennanten Mannschaften.

4. Spieltag (VSV Wittstock, SG Gransee/Lindow):

Tom brachte es auf den Punkt, als er sagte: ”Lindow hat etwas, das uns gehört!”, und er war, wie auch der Rest der Mannschaft, fest entschlossen, es sich an diesem Tage zu holen ... die Tabellenführung. Für dieses Spiel brauchte man niemanden zu motivieren, doch zunächst ging es gegen Wittstock.

Das Spiel gegen Wittstock verlief, abgesehen vom zweiten Satz, in dem der USV eine sichere 17:12 Führung noch verspielte, weitgehend nach Plan. Wittstock war während keiner Phase des Spiels ernsthaft in der Position, den sehr sicher agierenden Tabellenzweiten aus Potsdam zu gefährden. Während Marci, der sich zuletzt eine künstlerische Auszeit in seinem Spielniveau gegönnt hatte, zu alter Stärke zurückfand und Wittstock streckenweise im Alleingang zerlegte, brachte Björn, der im Block und der Feldabwehr eine bärenstarke Partie zeigte, die gegnerischen Angreifer immer wieder zur Verzweiflung. Mit 25:20, 26:28, 25:21 und 25:18 obsiegte der USV ohne größere Kraftanstrengung sicher mit 3:1. Einzig die Verletzung von Stefan zum Ende des letzten Satzes trübte die gute Stimmung ein wenig, was aber durch den Konsum stimmungshebender Flüssignahrung umgehend kompensiert wurde. Im zweiten Spiel des Tages wußte Lindow gegen Wittstock nur wenig zu überzeugen und entging mit 3:2 nur knapp einer Blamage.

Im Spitzenspiel der Liga ging es nun darum klare Verhältnisse zu schaffen. Im ersten Satz agierte die Mannschaft aus Potsdam aus einer sicheren Annahme heraus zunächst äußerst überlegen. Während die gegnerischen Angreifer ein ums andere Mal am überragenden potsdamer Block oder der gut geordneten Feldabwehr scheitereten, agierten die Potsdamer vor allem im Angriff über die Außenpositionen (Sebastian und Georg hatten in dieser Phase des Spiels eine Erfolgsquote von nahezu 100 %) mit überragender Präzision, so daß die 17:11 Führung eine logische Konsequenz war. Anstatt auf den am Boden liegenden Gegner einzutreten und ihn nach allen Regeln der Kunst auseinanderzunehmen, brachte eine Reihe von Unkonzentriertheiten die Lindower zurück ins Spiel und plötzlich sah sich der USV beim Stand von 22:24 mit einem drohenden Satzverlust konfrontiert. Der potsdamer Nervenstärke war es zu verdanken, daß man nicht nur diese beiden, sondern auch drei weitere Satzbälle abwehren konnte und beim Stand von 28:27 den ersten eigenen durch einen direkten
Aufschlagspunkt verwandeln konnte. Der zweite Satz war bis zum 13:12 für Lindow recht ausgeglichen, wobei sich bereits ankündigte, daß sich der USV von seiner Normalform weit entfernt hatte. Vor allem im Angriff gelang recht wenig, so daß es Lindow gelang, sich mit 22:15 einen satzentscheidenden Vorsprung zu verschaffen. Auch im dritten Satz fand der USV überhaupt nicht zu seinem Spiel und zerfiel zusehends in seine Bestandteile. Einzig die Annahme um den wieder einmal überragenden Libero Matthias Lichtenheldt, die das ganze Spiel hindurch sehr sicher funktionierte, ließ sich wenig davon beeindrucken und gab der Mannschaft den nötigen Rückhalt, um sich im vierten Satz ins Spiel zurückzukämpfen. Trotz eines 9:6 Rückstandes gab sich die Mannschaft nicht auf, und demonstrierte eindrucksvoll, daß sie bereit war, sich jeden einzelnen Punkt hart zu erarbeiten. Diese kämpferische Einstellung war die Initialzündung und plötzlich war sie wieder da - die schon legendäre ”Kampfmaschine USV”. Ein hochexplosives Gemisch aus angestauter Agression, Adrenalin und Euphorie war nun dabei, sich in einem unbändigem Kampfes- und Siegeswillen zu materialisieren, dem Lindow, das zunehmend Schwächen im Defensivverhalten offenbarte, nicht mehr gewachsen war. Mit 25:22 ging dieser vierte Satz an den USV. Lindow, das noch im zweiten und dritten Satz so überlegen war, wurde nun förmlich überrollt. Der USV, der von Beginn an voll konzentriert agierte, bestrafte jeden noch so kleinen Fehler des Gegners sofort und setzte sich schon zu Beginn des Tiebreaks vorentscheidend ab. Nur zu oft wurde der potsdamer Block um Martin Grohs wiedereinmal zur Endstation der lindower Angriffsbemühungen. Als beim 8:3 die Seiten gewechselt wurden, waren bereits alle Messen für Lindow gelesen und manch einer erinnerte sich an den letzten Punktspieltag der vergangenen Saison, als Lindow im Tiebreak mit 4:15 unter die Räder kam. Auch diesmal sollte es nur wenig glimpflicher für die Spielgemeinschaft ausgehen: 15:6 hieß es am Ende für Potsdam. Obwohl man in Anbetracht der Sätze zwei und drei doch von einem glücklichen Sieg sprechen muß, so war er doch keineswegs unverdient, da der USV in den entscheidenden Situationen zu überzeugen wußte.

USV Potadam II 2005 - was bisher geschah

Jetzt, da wir uns nach einem Drittel der Saison mit etwas Glück und noch mehr Können eine hervorragende Ausgangsposition für den angestrebten Aufstieg erspielt (manchmal) bzw. erkämpft haben, ein paar Bemerkungen zum Saisonverlauf. Nach dem Abgang von Petzi haben wir uns mit 3 Neuzugängen nochmal kräftig verstärkt. Während Petzi jetzt wehrlose Landesklasseteams verhaut (Sorry, aber wir sind nicht verantwortlich), kommen wir jetzt auf einen recht ausgeglichenen Kader von 14 Spielern. Mit Marte haben wir vom TKC einen reuigen Rückkehrer in den Schoß der USV II - Familie, der uns sportlich und menschlich gut zu Gesicht steht und der sehr verantwortungsvoll durch Ausreizen der psychischen Belastungsgrenzen (unserer) Matze L. beim Mentaltraining des Teams hilfreich zur Seite steht. Mit Basti von den Taifuns (gibt es bei Herrenmagazinen eigentlich Mengenrabatt ?) wurde die schwere Artillerie aufgerüstet. Als Abstiegsgeschädigter wird er jetzt wieder an das Hochgefühl des Siegens herangeführt. Als letzter Neuzugang kam ab dem 4. Spieltag Stefan zu uns. Er übernimmt den gerade unbesetzten Minderheitenquotenplatz der Nordlichter von Ulf Rottig und "Wo warst’n?"- Carsten. Allerdings schaffte es Stefan sich gleich bei seinem ersten Einsatz zu verletzen. Herzlichen Glückwunsch, das ist Teamrekord. Normalerweise brauchen wir zum kaputtspielen eines Mitstreiters etwas länger. Leider fehlem immer noch unsere beiden Rekonvaleszenten Tobi und Jan nach Bandscheiben- OP bzw. vor Schulter- OP. Hiermit wünschen wir euch baldige Genesung. Fehlt nur noch Hoffi, der sich für ein halbes Jahr nach Finnland zum Zwecke des Studiums (oder war es eine Entziehungskur ?) begeben hat. Zur Weihnachtszeit wird er ja zurückerwartet, falls er eine Mitfahrgelegenheit in einen lappländischen (oder läppischen ?) Rentierschlitten erwischt, der Lappen. So blieben uns für die ersten 8 Spiele 11 mehr oder weniger spielfähige Kämpfer, von denen immer mind. 10 körperlich anwesend waren. In Belzig erschienen wir, unserem hehren Saisonziel entsprechend, im eleganten, exquisiten Championsleagueoutfit. Der davon sichtlich beeindruckte Aufsteiger überlies uns, trotz gezügelter Leistung unserseits, respecktvoll die ersten beiden Sätze. In der nun aufkommenden Freude über den gelungenen Auftakt passten wir uns dem spielerisch bescheidenden, aber kämpferisch starkem Gegner immer mehr an und verdattelten zum Spielende (dachten wir zumindest) einen sicheren Vorsprung und damit den Satz. Davon erheblich irritiert schmissen wir den Vierten als Aufstiegsgeschenk an Belzig gleich noch hinterher. Im nun folgenden Entscheidungssatz brauchten wir eine Weile, um uns zu entscheiden, ob die letztjährige glorreiche Tiebreak-Bilanz ein saisonal begrenztes Phänomen war oder ein dauerhaftes Symbol der Kampfkraft und Nervenstärke der USV-Maschinerie. Das Letztere gefiel uns dann doch besser. Im Spiel gegen Glienicke begannen wir mit einer taktisch durchdachten, cleveren (sprich desolaten) Meisterleistung. Wir spielten einen Satz lang wehrloses Opfer und schläferten den Gegner ein (wenigstens zweistellig, puh!). In der Satzpause (Krisengipfel) holten wir eine große Tüte Kampfkraft aus der Balltasche, verteilten diese und bereiteten uns auf die Umsetzung unseres grandiosen Schlachtplans vor. Der siegessichere Gegner, verschreckt durch die unerwartete Gegenwehr, brach nun psychisch zusammen. Einer Naturkatastpophe gleich, verwüstete der geweckte Riese nun Glienicke, bei denen auch ihr Hauptangreifer (Hallo Jörn) keinen goldenen Tag erwischt hatte. In freudiger Erwartung des nun unvermeidlichen Sieges, ließen die Helden, sich ihre sozialpädagogische Verantwortung bewusst, Glienicke im 4. Satz noch etwas mitspielen.

Gegen die Sportfreunde begannen wir wie die Eimer. Besonders dem fleißigsten Punktesammler der Brandenburger, M. Heuck, hatten wir anfangs nichts entgegenzusetzen. So brachten wir nach vergeigtem 1.Satz unsere bärenstarke Geheimwaffe Matze "Ich messe das Feld aus" Rouvel zum Einsatz. Dieser ist glücklicherweise unempfindlich gegen jede Form alkoholischer und sexueller Korruption (oder wie ist Marcis eklatanter Formeinbruch zu erklären?). Trotz unseres groß aufspielenden Ex-Beach-Landesmeisters blieb es ein schwaches, aber ausgeglichenes Spiel. Wieder einmal musste der Tiebreak entscheiden. In diesem kämpften die SFB’ler verbissen um den Sieg. Dies muss man entschuldigen, da sie als Liganeuling wohl nicht informiert wurden, daß ihnen nach 2 verlorenen Sätzen gegen uns der Sieg nicht mehr zusteht. Naja, Fehlbarkeit ist menschlich. Beim 14:12 und den damit verbundenen 2 Matchbällen fingen sie ernsthaft an, sich 2 Pluspunkte in der Tabelle zu erhoffen. Welch blasphemischer Gedanke. Mit Gottes Händen, welche den Flug des Balles vom Zuspieler zum Angreifer aufhielten und gleichzeitig die Pfeife des Unparteiischen fest umschlossen, so das kein Ton sie verlassen konnte, wurde die Zerstörung des heiligen Tiebreak-Dogmas der Potsdamer gerade noch verhindert. Von dieser höheren Fügung geläutert, sich des Frevels bewusst werdend, zeigte sich der SFB-Sechser missioniert und opferte reumütig die Punkte. Von dieser wundersamen Auferstehung schwer beeindruckt, verzichtete unserer nächster Gegner sicherhaltshalber auf die Eintragung ihres Liberos. Denn führe uns nicht in Versuchung. Unabhängig dieses Fauxpas beherrschten wir Wusterhausen souverän. Aus nostalgischen Gründen ließen wir ihnen einen Satz zukommen. Wer will schon ehemalige USV II-Kämpen (der doppelte Thomas G.) weinen sehen. Der dritte Spieltag führte uns nach Schöneiche. Schöne Halle. Eine ordentliche, konzentrierte Leistung bescherte uns ein hochverdientes 3:0 gegen die junge, athletische Mannschaft des Brandenburgligaabsteigers. Auch Hohennauen hatte uns nichts entgegenzusetzen. Sätze zu 9 und zu 7 kamen einer Vernichtung gleich. Bleibt als Schönheitsfehler ein knapper aber extrem unnötiger Satzverlust durch Konzentrationsmängel und Komplettausfall des Außenangriffs (hab ich da eigentlich gespielt? Mmh, Mist). Lag vielleicht doch am Licht, der Luftfeuchte, der Sternenkonstelation oder sowas. Nun erwarteten wir mit Spannung das Gipfeltreffen mit Gransee. Schließlich hatten die etwas, was doch uns gehört. Wir wollten ja nicht viel, aber die Tabellenführung sollte es doch schonsein. Davor musste erstmal die gastgebende Mannschaft aus Wittstock bezwungen werden. Dies gelang in einen guten Spiel, auf eine stabile Annahme aufbauend und mit einem starken Dr. Ommel souverän. Unnötigerweise gaben wir dabei einen schon sicheren Satz als großzügigen Gastbeitrag ab. Unsere vordere Reihe mit Nico, Stefan und Andreas nahm sich in Zuversicht unserer Überlegenheit eine dreiminütige Auszeit, an die sich Wittstock unverständlicher Weise nicht gebunden fühlte. Irgedwie unfair. Leider kostete uns der Erfolg einen Spieler. Aber was willste von Norddeutschen erwarten. Einer kugelt sich den Daumen aus. Der zweite verpennt ein Spiel und vergisst dann die Kollegen. Naja. Das Spiel gegen die SG erfüllte alles, was es versprach. Großer Sport, Spannung, Dramatik und aufkochende Emotionen. Dank auch dem Wittstocker Schiedsgericht, das dieses heiße Match gut und ausgeglichen, wenn auch nicht fehlerfrei, über die Bühne brachte. Im ersten Satz brachten uns nach starkem Beginn einige Ungenauigkeiten in der ansonsten guten Annahme und Angriffsfehler von Marte und Tom noch in Bedrängnis. Doch mit unnachahmlicher Nervenstärke und Björn, der auch mit Bolzen in der Hose ein As aufschlagen kann, retteten wir uns den Durchgang. Im 2.Satz leisteten wir uns gegen den immer noch stabilen, starken Gegner zu viele Fehler in allen Bereichen. So brachten wir als taktischen Schachzug unseren, schon im ersten Spiel sehr starken, Marci für Tom, der im Angriff einfach schlecht und im Block sehr unglücklich agierend war. Allerdings wäre das Blockprädikat "unglücklich" für einige Andere schon ein richtiger Qualitätssprung. Marcis Einwechslung brachte im 3.Satz noch nicht die erhoffte Wirkung. Fehlerhaft, ratlos, hilflos, verzweifelt, ja panisch präsentierte sich der USV. Der Satz war, wie sage ich es lyrisch? Einfach Scheiße. Georg schoss in seiner emotionalen Erregung (Frust) etwas über das Ziel hinaus. Sorry René. Wird pädagogisch ausgewertet und soll nicht wieder vorkommen. Der 4.Satz entwickelte sich zum Krimi. Nach anfänglicher Verunsicherung aufgrund des irreal wirkenden Satzzwischenstandes von 1:2 fingen wir uns, und holten zur Satzmitte einen Vierpunktrückstand auf. Im Gegensatz zu Gransee wußten wir, daß uns der Satzausgleich den Sieg beschert. Die Hereinnahme Marcis erwies sich immer mehr als weise Entscheidung. Nach nochmaligen leichtem Rückstand demonstrierte uns Marte eindrucksvoll, warum er auch in der Regionalliga blocken durfte und brachte uns mit 3 klasse Aktionen in Führung. Georg machte auch fleißig Punkte und insgesamt ein gutes Spiel, auch wenn das nicht alle so sahen. Spieler, die besser waren oder sind habe ich auch entdeckt. Wenn auch mit einigem Suchen. So z.B. Tom oder Gransees Frank S., wenn auch schon 200 Jahre her. Leider. Oder phasenweise unser Basti “Parkett, ick hör dir knacksen”, der zeigte, wie ein richtiger Hinterfeldangriff aussehen kann. So wurde mit großem Kampf der Satz und damit das Spiel gedreht. Der Tiebreak ? Naja, halt wie immer. Rekord knapp verpasst und nur zu 6 gewonnen. Aber wir arbeiten dran. Jetzt, da die richtige Mannschaft Tabellenführer ist (denn WIR sind die Guten), hoffe ich auf eine erfolgreiche und konstante Restsaison, Leistungssteigerung von Big and Little T (alle anderen natürlich auch) und sehr viel Spaß. In dem Sinne Musieg h... , auf keinen Fall Sibirien (is ja auch fast schon Winter), denn wir wollen den totalen Sieg.

Der Chef

5. Spieltag (SV Glienicke, SG Einheit Belzig):

Die Marschrichtung war vorgegeben und Tom stellte noch einmal kategorisch fest: „Wenn Glienicke spielen will, dann können sie das im Training machen, aber nicht hier.“ Mit der entsprechend gnadenlosen Vernichtungsbereitschaft gingen wir das erste Spiel an. Als es nach acht gespielten Punkten bereits 7:1 für den USV stand, machte sich auf glienicker Seite Ernüchterung breit (ein Spiel- und Zustand, der für andere Mannschaften schon fast Gewohnheit ist), was sich im Laufe des Satzes jedoch ändern sollte – aus Ernüchterung wurde Resignation. Obwohl es Glienicke noch gelang, sich in den zweistelligen Bereich zu retten, kam das Ergebnis von 25:14 einer Deklassierung gleich. Im zweiten Satz dauerte es etwas länger, bis die etatmäßige potsdamer Dominanz hergestellt war. Da sich Glienicke streckenweise weigerte, sich durch das Spielelement Annahme an unserer Trainingseinheit zu beteiligen, wurde die Euphorie zu einem monotonem Dauerzustand. Es machte sich eine gewisse Langeweile breit. Da man nach dem zweiten Satz, der ebenfalls 25:14 endete, den Eindruck bekam, als würde sich der USV an einer abstiegsgefährdeten Landesklassemannschaft weiden, geriet die Mannschaft in einem moralischen Zwiespalt. Plötzlich wurde der USV von einem (überflüssigen) Gefühl ergriffen, daß er lange nicht erlebt hatte – Mitleid für dieses hilflose Häufchen Elend machte sich breit. Es dauerte eine ganze Weile, bis der USV zu der Überzeugung gelangte, daß derartige altruistischen Tendenzen im nackten Kampf ums Überleben nur hinderlich sind. Im Nachhinein war es vielleicht ein wenig fies, Glienicke den ganzen Satz über in dem Glauben zu lassen, hier doch noch einen Blumentopf gewinnen zu können ... aber so sind wir halt. Mit 28:26 wurde dem Leiden Glienickes ein tierfreundliches, weil nahezu schmerzloses, Ende bereitet.

Gegenüber dem ersten Spiel wurde die Mannschaft nun auf vier Positionen verändert. Agierte Glienicke gegen den USV schlichtweg hilflos, so war Belzig vollkommen überfordert – ist das eigentlich ein qualitativer Unterschied? Die Annahme von Belzig war nicht wirklich geeignet, dem USV ein adäquater Gegner zu sein, so daß das Spiel zu einer gemütlichen Trainingseinheit avancierte. In der einsetzenden, aber kaum vermeidbaren Lethargie geschah etwas so Unerwartetes, daß es unbedingt erwähnt werden muß – Matze Rouvel machte einen Angriffsfehler (wir dachten immer, bevor das geschieht, würde uns der Himmel auf den Kopf fallen – Gott sei Dank, er ist auch nur ein Gott). Stefan schoß derweil mit seinen Aufgaben die Unterarme der gegnerischen Annahmespieler blutig (einige Ergänzungsspieler wollen sogar offene Brüche erkannt haben). Mit 25:18, 25:18 und 25:12 endete dieser sehr unterhaltsame Nachmittag.

Zum Schluß möchte ich gerne nochmal ein Zitat bemühen, daß ich auf einer einschlägig bekannten Internetseite gefunden habe: „Diese ‚Schlacht’ ging an die Potsdamer, der ‚Krieg’ ... ist für die SG aber noch längst nicht verloren.“ ... noch nicht, aber bald (zumindest dann, wenn man sich auf Nebenkriegsschauplätzen aufreibt: “Wusterhausen putzt Lindow”).

6.Spieltag (Brandenburg, Wusterhausen):

Brandenburg ist quasi der qualitativ minderwertigere Teil der brandenburgischen Jugendauswahlspieler, die im waldstädter Kader aufgrund spielerischer Defizite keine Berücksichtigung für höhere Aufgaben fanden – in Anbetracht ihrer partiellen beelitz’schen Vergangenheit auch als „Rudis Resterampe“ bekannt. Daß sie im jugendlichen Größenwahn einem leichten Realitätsverlust anheim fielen, indem sie, gerade in die Landesliga aufgestiegen, an einen Durchmarsch glaubten, mag auf neurale Störungen und die damit verbundene Insuffizienz kognitiver Prozesse zurückzuführen sein – aber keine Sorge: „Die Natur findet einen Weg.“ Leider scheint die Natur noch am Grübeln zu sein. Die in Abstinenz und Keuschheit lebende Glaubensgemeinschaft des USV konnte sich diesen Samstag in Brandenburg vor Ort davon überzeugen, welch schlimme neurale Schäden durch exzessive Ausschweifungen im Jugendalter angerichtet werden können, denn Brandenburg glaubte noch immer, daß sie dem Besten der Liga gewachsen wären. Daß es Brandenburg letztlich doch vergönnt war, sich nach dem Spiel bei einer gepflegten „Assi-Hopse“ gesellschaftlich noch weiter zu erniedrigen, war allerdings ganz allein die Schuld von Tom. Nicht daß Tom schlecht gespielt hatte, ganz im Gegenteil. Vielmehr lag es an den langsam in ihm hervorspießenden Vatergefühlen, aber von vorn. Im ersten Satz brauchte der USV ein wenig zu lange, um langsam ins Spiel zu finden, was einen knappen 25:23 Satzverlust nach sich zog. Davon unbeeindruckt, spielte der designierte Herbstmeister nun sein gewohntes Repertoir locker herunter und von jetzt auf gleich war Brandenburg spielerisch von der Bildfläche verschwunden. So sehr wir auch suchten, wir konnten sie einfach nicht finden. Entsprechend laut wurde es in der Auszeit beim Gegner. Als wir aufs Feld zurückkamen, sagte ich zu Matze: „Du schau mal, der Zuspieler von Brandenburg hat ja ganz rote Augen, ich glaube, der weint gleich.“ Wie ein aufgelöstes Häufchen Elend stand er im Läufer sechs und rang um Fassung. Das hatten wir nicht gewollt – ehrlich. Gut, wir sind manchmal schon fies, aber wir wollen doch niemandem weh tun und schon gar nicht zum Weinen bringen. Wie ein Lauffeuer sprach es sich herum, und als ich Tom in der Satzpause darauf aufmerksam machte, wurde er ganz betroffen. Die Vatergefühle hatten ihn übermannt. Dann trat er zu uns heran und meinte, er könne es nicht ertragen, Kinder weinen zu sehen und wir sollten doch Mitleid haben, immerhin sei doch schon fast Weihnachten. Also faßten wir uns ein Herz und gaben uns einen Ruck – aber das war gar nicht so einfach. Als es zum Ende des Satzes wieder knapp wurde, beschlossen wir kurzerhand, um allen Mißverständnissen vorzubeugen, einfach die Annahme zu verweigern, und siehe da, es funktionierte. Wie schwierig es ist, auf unterstem Niveau zu spielen, nur damit der Gegner eine Chance hat, zeigte sich im vierten Satz, gegen dessen Gewinn wir uns überhaupt nicht wehren konnten, obwohl wir sogar die halbe Mannschaft auswechselten. Da Brandenburg in dieser Phase spielerisch wie eine zusammengewürftelte Hausmeistertruppe agierte, diskutierten sie umso beherzter mit dem armen wusterhausener Schiedsrichter, der an den latenten technischen Defiziten im brandenburger Spiel ja nun keinerlei Schuld hatte. Immer wieder erwehrte er sich tapfer des heranstürmenden Spielführers, der natürlich alles ganz anders gesehen hatte. Nun waren wir in einer Zwickmühle: sollten wir zugunsten den brandenburgischen Jugendarbeit unser Dogma, unsere heiligste Regel aufgeben, sollten wir tatsächlich den Tiebreak abgeben. Lange wurde darüber beraten, zu Pro und Contra debattiert, doch letztlich siegte der „gute Mensch“ in uns. Mit Müh’ und Not gelang es uns, knapp mit 17:15 zu verlieren. Das war die wahre USV Weihnachtsgeschichte, und daß Großmut und Güte vom Weihnachtsmann belohnt werden, wußten wir spätestens, als die Nachricht von der (erneuten) lindower Niederlage die gespaltenen Seelen unserer Recken erreichte. Das Spiel gegen Wusterhausen war eher lahm. Der USV spielte sein lockeres Trainingspensum herunter und wartete auf die Fehler des Gegners, die in einer hochfrequenten Periodisierung Einzug hielten. Als Wusterhausen nichts mehr einfiel, mußte Plan B her – physische Dezimierung. Leider erwischte es Matze Rouvel, der mit einem lauten Fluchen kundtat, daß er ausgewechselt werden müsse. Trotz des sichtlichen Schocks auf Seiten des USV, gewannen wir diesen Satz ganz sicher. Daß der nächste knapp an Wusterhausen ging, mag entweder an den Nachwirkungen des „Matze-Schocks“ liegen, quasi eine posttraumatische Reaktion, oder auf Mängel in der Konzentration zurückzuführen sein – oder beides.

Fazit dieses Spieltages: Frühweihnachtliche Bescherung für ein paar Kinder (gute Taten für diese Saison also erfüllt) und die Verfolger trotzdem auf Distanz gehalten. Ob ich jetzt noch was zum Abend schreibe ... hmm, lieber nicht, sonst müßte ich die Seite zensieren oder in Erfüllung des Jugendschutzgesetzes für Minderjährige sperren, und da ist mir der Aufwand zu Grohs. Wie mir von verschiedenen Seiten zugetragen wurde, vertreten einige Häretiker konträre Ansichten zu den von der USV-Kirche zum Dogma erklärten Darstellungen der Ereignisse in Brandenburg - um nicht zu sagen, daß einige SfB’ler seitdem an Bluthochdruck leiden (soll auf Dauer ziemlich ungesund sein). Nun, meine lieben SfB’ler, ihr habt die zwei Punkte (seid froh und glücklich darüber), und wir haben unseren Spaß (auf eure Kosten) ... umsonst ist nichtmal der Tod.

7. Spieltag (Schöneiche, Hohennauen):

Ein langweiliger und ereignisloser Spieltag, zu dem man eigentlich kaum mehr sagen kann, als daß man mit einem minimalen Aufwand zwei lockere 3:0 eingefahren hatte. Da sich der USV vom Gegner nicht wirklich gefordert sah, genügten zwei mäßige Spiele, bei denen die Mannschaft kaum mehr als 70% ihrer Leistung abrufen mußte.

8. Spieltag (SG Gransee-Lindow, VSV Wittstock):

An diesem Spieltag sollte eine erste Vorentscheidung fallen und die SG Gransee-Lindow als potentieller Verfolger im Titelrennen endgültig distanziert werden. Nach der ersten Begegnung in Wittstock, wo außer der Luft noch einiges andere brannte, versprach diese Spiel ein emotionsgeladener Schlagabtausch zu werden. Vor einer Rekordkulisse in der fast ausverkauften Arena zu Golm begann die Mannschaft des USV sehr engagiert und kampfstark, und ging schnell mit 11:4 in Führung. Ein eindrucksvoller Beleg für die Potsdamer Kampfkraft: Lindow war es bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht gelungen, auch nur einen Ball direkt im Feld der Potsdamer zu versenken. Marci erwies sich in dieser Phase als echter Punktegarant und spielte mit einer für den Gegner erschreckenden Souveränität sein volles Repertoir aus. Noch bevor der Satz richtig begonnen hatte, war er schon entschieden. Doch der USV begnügte sich nicht mit dem sicheren Satzgewinn, sondern war stets bemüht, den Gegner, der bisher kein Bein auf den Boden gebracht hatte, trotz der souveränen Führung nicht ins Spiel kommen zu lassen. Der erste Satz ging verdient mit 25:17 an den USV. Der zweite Satz blieb lange Zeit relativ ausgeglichen. Der USV lag zwar beständig mit ein oder zwei Punkten in Front und hatte das Spiel auch sonst im Griff, der entscheidende Antritt kam aber erst in der Mitte des Satzes, als man auf 18:13 und unmittelbar darauf sogar 22:14 davonzog. Da es der Gegner nicht verstand, über seine Mittelangreifer ernsthaften Druck zu entwickeln, und auch im Gegenzug nicht in der Lage war, den unseren einen effektiven Block auf dieser Position entgegenzustellen, konnte der USV dank seiner stabilen und sicheren Annahme um seinen wiedereinmal überragenden Libero Sgt. Lightenhero immer wieder durch die Mitte fast ungehindert zum Erfolg kommen – was Nico vollkommen zurecht bis zur Vergasung praktizierte. Auch dieser zweite Satz ging mit 25:17 an den Gastgeber. Auch im dritten Satz gerieten die Gäste schnell wieder in die Hinterhand, als der USV mit 7:2 davonzog und Lindow langsam begann, zu resignieren. Der Gegner, der vor allem in der Annahme erhebliche Schwächen offenbarte, war kaum in der Lage ein gefährliches Angriffsspiel auzuziehen. Auch in Feldabwehr und der Blockarbeit erwies sich der Gastgeber aus Potsdam an diesem Tage als mindestens eine Liga zu hoch. Die logische Konsequenz war eine klare 3:0 Abfuhr für die SG Lindow-Gransee, die dem USV Potsdam an diesem Tage zu keiner Zeit des Spiels gewachsen war. Zu souverän und geschlossen agierte der designierte Aufsteiger und zeigte einmal mehr in aller Deutlichlichkeit seine Überlegenheit. Freude auf der einen, Resignation und Ratlosigkeit auf der anderen Seite - gegen einen solchen USV sind die Lindower machtlos. Das Spiel gegen Wittstock wurde das erwartet schwere. Es war ein sehr verkrampftes Spiel, das für Volleyballästheten eher ungenießbar war. Mangelnde Konzentration führte zu diversen vermeidbaren Fehlern, die das ganze Spiel sehr zerfahren wirken ließen. Nur knapp konnte der USV den ersten Satz mit 25:23 für sich entscheiden. Als man sich Mitte des zweiten Satzes durch das Sapielelement Block am Geschehen beteiligte, erhielt das Spiel des USV die nötige Stabilität, so daß man zu einem standesgemäßen 25:17 kam. Doch leider war dies nur ein kleines Zwischenhoch, denn im dritten Satz verfiel man wieder in die alte Lethargie, dennoch stand am Ende mit einem 25:22 ein sicherer 3:0 Sieg zu Buche. Vor allem den Mittelblockern (und entsprechend auch dem Zuspieler) war es in diesem Spiel zu verdanken, daß es nicht schlimmer kam. Besonders Björn, der seiner souveränen Leistung am Netz noch eine überragende Feldabwehr folgen ließ, war eine sichere St(uetze).

9. Spieltag (SV Glienicke, SG Einheit Belzig):

An diesem Samstag begannen die „Arroganten“ USV’ler aus Potsdam ihr Abschiedstournee durch die Landesliga Nord (Karten für restlichen Galavorstellungen in Wusterhausen, Rathenow und Lindow sind noch zu haben). In einer offiziellen Feierstunde bedankte sich der SV Glienicke zunächst für die schöne Saison und überreichte den Gästen von der Havel einen selbstgebackenen Kirschkuchen – ich bin schon gespannt, was sich die anderen Mannschaften für uns einfallen lassen.

Im ersten Satz wollten wir Glienicke eigentlich davon überzeugen, von vornherein auf etwaige Gegenwehr zu verzichten, um das Unvermeidliche nicht unnötig herauszuzögern, daß man dazu aber so etwas wie eine Annahme braucht und ein gewisses Grundniveau an volleyballerischen Fertigkeiten an den Tag legen muß, war uns zu diesem Zeitpunkt etwas fremd. Der Satzverlust war eine nicht zu verhindernde Konsequenz unserer schwachen Leistung, aber wir gelobten Besserung. Im zweiten Satz nahmen wir eine kleine taktische Veränderung vor. Marci, der bis dato der fleißigste Punktesammler für Glienicke war, wurde von Tom auf die Bank verfrachtet und mit einer FHM ruhig gestellt. Während sich Marci nun sabbernd und geifernd auf die wesentlichen Aspekte des Lebens konzentrierte, waren die anderen bestrebt, das kleine Mißgeschick des ersten Satzes zu egalisieren, was mit 25:15 recht eindrucksvoll gelang. Die zahlreichen Zuschauer, die nach dem ersten Satz noch an eine kleine Sensation geglaubt hatten, wurden sehr schnell wieder mit den realistischen Tatsachen konfrontiert und spätestens nach dem Ende des dritten Satzes war auch dem letzten Optimisten die Hoffnung aus den Gesichtszügen geglitten. Jetzt hatte der USV das Spiel endgültig im Griff und war auch nicht mehr bereit, sich dieses aus der Hand nehmen zu lassen.

Das Spiel gegen Belzig wurde dann von nahezu allen als lästige Pflichtaufgabe empfunden, so daß Tom in der Satzpause meinte: „Tut wenigstens so, als ob ihr das hier freiwillig macht.“ Belzig stellte einmal mehr unter Beweis, warum es den aktuellen Tabellenplatz innehatte und der USV langweilte sich fast zu Tode. Zur allgemeinen Motivation begann der MfMP dann eine Strichliste zu führen, in der penibel genau vermerkt wurde, wer wieviele Punkte gemacht hatte – deprimierend, daß der Gegner durch eigene Fehler wesentlich mehr Punkte beisteuerte, als die beiden besten USV Punktesammler zusammmen.

Testspiel gegen WSG Waldstadt I:

Während den Waldstädtern an diesem Abend eindrucksvoll demonstriert wurde, warum es sich um den Verbleib in der Regionalliga zu kämpfen lohnt, wurde uns offenbar, welche vakanten spielerischen Potentiale wir für unser großes Ziel, einmal in der Regionalliga um den Klassenerhalt kämpfen zu dürfen, noch ausschöpfen müssen. Zunächst durften sich unsere Gäste aber von der liebenswürdigen Freundlichkeit unseres Hallenpersonals überzeugen ... man sollte den Gastmannschaften eine Woche im Voraus die Hallenordnung und andere sachdienliche Hinweise zukommen lassen, um dem USV eine Klage wegen psychischer Spätfolgen zu ersparen.

Der erste Satz wurde gleich eine ziemlich enge Angelegenheit, obwohl ich bis heute nicht wirklich verstanden habe, warum wir diesen gewonnen haben. Der katzenartigen Augenreflexen unserer Feldabwehr nach zu urteilen, befand sich diese noch in der R.E.M.-Phase und unsere fragmentarische Blockarbeit war auch nicht wirklich geeignet, unter den gegnerischen Angreifern Angst und Schrecken zu verbreiten, zumal sich das meiste ohnehin eine Etage über uns abspielte. Nachdem bei Waldstadt jedoch latente Mängel im Spielelement Annahme auftraten, gelang es uns mit gezielten Aufgaben – Ball anwerfen, volle Kanne daufhauen und hoffen, daß was bei rauskommt – den Gegner entscheidend unter Druck zu setzen und ihn am Ende souverän mit 25:23 aus der Halle zu fegen. Im zweiten Satz reduzierte sich unsere Bereitschaft, am Spiel teilzunehmen, auf physische Anwesenheit. Die beste Annahme der Landesliga Nord beschäftigte sich mit der Ausstellung eines Armutszeugnisses und die vom USV erzielten Angriffspunkte ließen sich an einer Hand abzählen ... wie sind wir eigentlich noch zu 14 Punkten gekommen? Der dritte Satz begann zum Glück wieder bei 0:0, das Spiel des Gastgebers wurde aber nur bedingt besser. Zumindest gelang es uns Mitte des Satzes unseren ersten Angriffspunkt über die Mitte zu erzielen. Während sich der medizinische Zustand unsere Annahme von temporärem Koma zu Querschnittslähmung verbesserte, gab sich unsere Feldabwehr weiterhin der Lächerlichkeit preis. So demonstrierte Georg technisch eindrucksvoll, daß er beim Baggern noch behinderter ausshen kann als Marte. Immerhin gelang es uns, eine Punktzahl von 21 zu erstümpern, was zeigte, daß sich der Gegner solidarisch unserem Spielniveau anpaßte (kann man eigentlich noch von Niveau sprechen?). Der vierte Satz ist eigentlich keiner Erwähnung wert, nur soviel: es kam danach zum Tiebreak (da sieht man mal, wie unberechenbar Logik sein kann). Obwohl die Tiebreak-Künstler aus Golm noch mit einem 8:6 Rückstand in den Seitenwechsel gingen, demonstrierten sie eindrucksvoll, warum sie in diesem Metier die unangefochtenen Dominatoren sind. Latente Annahmeprobleme auf waldstädter Seite wurden sofort gnadenlos augenutzt und so schob sich der USV auf 11:8 vorbei. In dieser Phase zeigte der designierte Brandenburgligaaufsteiger einmal mehr, daß er keine Nerven hat und in den entscheidenden Situationen auf eine Routine zurückgreifen kann, die es ihm erlaubt, selbst Regionalliga-Spitzenmannschaften wie den TSC im fünften Satz auseinanderzunehmen. Es ist also nicht überraschend, daß der USV letztlich klar mit 15:12 im Tiebreak die Oberhand behielt.

10. Spieltag (Wusterhausen, Brandenburg):

Das Spiel gegen Wusterhausen war für die Potsdamer bereits 3:0 gewonnen, noch bevor es angepfiffen wurde ... zumindest in den Köpfen der USV Spieler, die darin eher eine lästige Pflichtaufgabe sahen und wenig Bereitschaft zeigten, ein spielerisches Feuerwerk zu zünden. Bezeichnend, daß es Wusterhausen im dritten Satz nicht gelang, aus einem 9:3 Vorsprung Kapital zu schlagen. Der USV war jederzeit in der Lage, das Tempo zu forcieren und das Heft des Handelns wieder in die Hand zu nehmen. Der einzige Höhepunkt war die von den Zuschauern frenetisch bejubelte Einwechselung von Prinz, der nahtlos an seine Trainingsleistungen beim USV anzuknüpfen wußte. So war es kaum verwunderlich, daß am Ende ein sicherer, aber wenig rühmlicher 3:0 Sieg verbucht werden konnte. Da die Brandenburger für den Bericht vom letzten gemeinsamen Spieltag in etwa soviel Verständnis aufbrachten, wie die islamische Welt für die Karrikaturen des Propheten Mohammed, lag ein gewisser Hauch von Antipathie über dieser Begegnung. Dabei ließen die Reaktionen, die uns seinerzeit erreichten, auf kognitive Reserven in der partiellen Differenzierung terminologischen Aspekte schließen ... respektive, um es für „Sportfreunde“ mit linguistischen Defiziten verständlich zu formulieren: Dinge, die man nicht versteht, sollte man besser nicht kommentieren, da man Gefahr läuft, sich der Lächerlichkeit preiszugeben. Das Verhältnis zu Brandenburg seither also von einer Sympathie geprägt, wie sie nur die radikalislamische Hamas gegenüber Israel aufzubringen vermochte. Im ersten Satz spielten die Potsdamer mit ihrem Gegner aus Brandenburg, wie ein noch nicht der analen Phase entwachsenes Kind mit seinen Exkrementen, und bei Brandenburg war so langsam die Kacke am dampfen. Mit unserem souveränen 25:18 Sieg zeigten wir den Brandenburgern deutlich ihre Grenzen auf. In der nicht ganz unberechtigten Hoffnung, Brandenburg, das ja schon gegen Wusterhausen sang und klanglos untergegangen war, würde sich nun allmählich selbst zerfleischen, gingen wir im zweiten Satz etwas fahrlässig mit unseren Chancen um, so daß wir dem SfB damit zum zweiten (und letzten) Satzerfolg an diesem Tage verhalfen. Die Taktik für den dritten Satz war relativ einfach. In Anbetracht der Eigenfehlerrate unseres Gegners sollte es nach mathematischen Gesichtspunkten ausreichen, den Ball einfach nur beim Gegner abzuliefern ... der Punktgewinn für Potsdam würde sich dann fast von selbst einstellen. Nicht daß die Heroen aus Golm eine glanzvolle Partie ablieferten, ganz im Gegenteil, aber die Leistung reichte allemal, um auch den dritten Durchgang sicher zu gewinnen (und das, obwohl Tom streckenweise den Angriff völlig verweigerte). Nach dem Verlust des dritten Satzes sank die brandenburger Frustrationstoleranz rapide ab, worunter vor allem der Schiedsrichter zu leiden hatte. Die Bemerkung eines Brandenburgers beim Seitenwechsel: „Mit der Mannschaft kann man keinen Blumentopf gewinnen“ , war ein deutliches Signal fortschreitender Resignation, und ehrlich gesagt, wären sie an diesem Tag mit einem Blumentopf noch gut bedient gewesen. Inzwischen war die Situation ähnlich wie im August 1945, die Japaner aus Brandenburg lagen bereits am Boden, als wir im vierten Satz doch noch unsere Atombombe zündeten. Mit ungeheurer Wucht traf der Angriff unserer Vernichtungswaffe den auf der Hälfte des Feldes herumstehenden Brandenburger und bereitete ihm ein kurzes, aber schmerzvolles Ende. Fazit des Spieltags: Vier sichere Punkte eingefahren und ambitionierte Perspektivspieler desillusiniert. Aus den brandenburgischen Durchmarschaspiranten wurden an diesem Tage Durchreichaspiranten.

11.Spieltag (SV Hohennauen, TSGL Schöneiche II):

Das Babylonische Exil des USV Potsdam II, der von Gott auserwählten Mannschaft, gehörte seit diesem Samstag der Vergangenheit an ... die Brandeburgliga ist damit um eine zweifelhafte Attraktion reicher. Den Heroen von der Havel fehlten lediglich drei Sätze, um den Aufstieg auch rechnerisch klar zu machen. “Es spricht nichts dagegen, diese drei Sätze gleich im ersten Spiel zu holen”, war die klare Ansage des größten aller Bestäuber. Eine mäßige Leistung genügte dem Tabellenführer, um die ersatzgeschwächten Hohennauener standesgemäß mit 3:0 vom Feld zu schicken. Leichte Übermüdungserscheinungen bei einigen Annahmespielern gestalteten den Spielaufbau streckenweise recht schwierig, aber der überlegene Angriff der Potsdamer ließ sich dadurch wenig beirren. Letztlich war es das stark von Eigenfehlern durchsetzte Spiel des Gastgebers, das dem USV einen angenehmen Vormittag bereitete, auch wenn einige Angreifer immer wieder fluchend zur Aufgabe rotierten, da sie aufgrund des Fehlaufgabenfestivals von Hohennauen wiedereinmal keinen Paß gesehen hatten. Das sich anschließende, fünf Sätze dauernde Kellerduell ließ sich mit dem 3:0 Sieg im Rücken zwar leichter ertragen, aber wirklich schön anzusehen war es nicht. Letztlich behielt Schöneiche knapp die Oberhand. Mit dem guten Vorsatz, im Abstiegskampf neutral zu bleiben und keinem der Aspiranten auf die Landesklasse zu Punkten zu verhelfen, peilten wir nun einen Sieg gegen Schöneiche II an. Das durfte ersteinmal der “Kindergarten” in Angriff nehmen. Schöneiche hatte während der ersten beiden Sätze aber auch gar nichts zu melden. Unsere Mittelangreifer wurden aufgrund des schwachen gegnerischen Mittelblocks zu unseren Hauptangreifern und schossen die schöneicher Hintermannschaft nach Lust und Laune zusammen. Zurück blieben nur ratlose Gesichter ob dieser spielerischen Übermacht. Sogar Marte, der sich am Donnerstag mit überragender Pokerleistung ein Anrecht auf die Annahme-Außen-Position verschafft hatte, wußte durchaus zu überzeugen. Warum wir den dritten Satz abgegeben haben, wußte am Ende keiner mehr so genau. Letztlich war auch dieser 3:1 Sieg ungefährdet.

Es ist irgendwie deprimierend, schlecht zu spielen, und trotzdem ganz locker zu gewinnen. Gott sei Dank hat dieses niveaulose Gemurmel endlich ein Ende.

Freitag, 1. Juli 2005

Archiv: Die Saison 2004/2005

Die Landesliga (Nord) Saison 2004/05

Aufgrund von akuten Defiziten in der Vergangenheitsbewältigung ist es bisher nicht möglich gewesen, unsere treuen Fans über den aktuellen Stand unserer Bestrebungen zur Erringung der Weltherrschaft zu unterrichten. Wir, in dem Falle der Majestätsplural meiner auf dem Trockenen sitzenden Person, hoffen, bald intellektuelle Darstellungen über die ersten großen Scharmützel dieser Saison vorzeigen zu können.

Als Ersatz ein kleiner Einblick in unsere Krankenakte: Unser medizinisch verhunzter Mittelblocker, den wir aus datentechnischen Gründen nur als Dr. Ommel bezeichnen möchten, scheint sich inzwischen auf ein Leben als Invalide einrichten zu müssen, da nunmehr fast Jahrzehnte ins Land gegangen sind und von einer Genesung seines Muskelfaserrisses mit intrudierten Hämatomen und anderen leckeren Abszessen nicht die Rede sein kann. Dagegen simuliert einer unserer Zuspieler muskuläre Probleme im Oberschenkel, die möglicherweise nur das Vorstadium der rezenten lateralen Diskontinuität einer artritischen Transzendenz darstellen. Der andere hatte das göttliche Geschick eines Trampeltieres, als er sämtliche im Fuß zur Verfügung stehenden Bänder über den Jordan schickte. Diese mit Dummheit kaum mehr zu umschreibende akrobatische Fehlleistung ist aber noch nicht die Krönung der schöpferischen Dämlichkeit. Ein gewisser Außenangreifer ist nicht mal mehr in der Lage, einen mehr oder weniger geworfenen Ball ohne eine Fraktur des kleinen Fingers fangen zu können. Gut, nun ist er um eine Titanlegierung reicher, aber mal ehrlich, solche Leute verletzen sich auch noch beim Popeln lebensgefährlich!

1. Spieltag (VSV Wittstock, Schwedt):

In nächtelangen Gesprächen mit dem Potsdamer Urgestein Tomfuzius, in denen wir unsere Saisonziele setzten, hieß es nur: „Irgendwie die ersten vier Spiele zu überleben, und dann geht’s los (ja damit ist der Aufstieg angepeilt)!“. Grund der Ungewissheit für die ersten beiden Spieltage war, dass wir arge Probleme hatten genügend Spielberechtigte Leute zusammenzufinden. Atti spielt jetzt in der Ersten, der Gröfaz hängt bei Beelitz rum, Ron ist auch weg, Georg war bei den Ösis wandern und ein paar Verletzte hatten wir auch noch (Tobi, Björn). Wenigstens fanden sich dann doch noch sieben Mann, die den Grundstein für das Unternehmen Wiederaufstieg legen sollten.

Pünktlich 10.58 kam dann auch der Großteil der Mannschaft zum Pfeifen des ersten Spiels – ja, jetzt müssen wir leider wieder ein komplettes Schiedsgericht stellen, noch ein Grund schleunigst wieder aufzusteigen –, indem der Hausherr Wittstock aber so was von schlecht gespielt hat, dass Schwedt förmlich gezwungen wurde dieses Spiel mit 3:0 zu gewinnen. Da dachten sich wohl die „glorreichen Sieben“ Potsdamer: „Ha, die hauen wir locker weg!“. Naja im ersten Satz hat es ja noch so halbwegs funktioniert, jedoch in den folgenden beiden Sätzen stellte der USV, wie schon so oft in der letzten Saison, alle volleyballtechnischen Grundelemente ein (vor allem die Annahme, was als Kritik vor allem an der eigenen Person zu verstehen ist!), so dass sich das Publikum ernsthaft Hoffnungen machte, hier einen Sieg der Heimmannschaft zu feiern. Da haben sie aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht! Auf einmal waren beim USV wieder Ansätze einer Spielkultur zu erkennen, woran Matze Rouvel erheblichen Anteil hatte, und wir gewannen das Spiel im 5. Satz, für unsere Verhältnisse auch relativ deutlich. Der erste Teil der Mission war somit erledigt, nun musste Schwedt herhalten und bekam unsere ganze Wut über die gegen Wittstock verlorenen Sätze zu spüren. Grund hierfür war unter anderem eine klare Ansage in der Spielpause vom Libero (O-Ton): „Passt auf wir nehmen jetzt einfach besser an, und dann haun wir die weg!“. Gesagt getan! Und als sich wirklich alle an diese Parole hielten, konnte Nico auch alle Angreifer der Reihe nach schön in Szene setzen. Weiterhin blockten Tom und Hoffi deren Hauptangreifer zu Beginn des Spiels nacheinander ab, so dass Schwedt richtig “fest“ wurde und die Lust am Volleyball verlor. 3:0 hieß es am Ende, das war ein schönes Ergebnis dachten wir, und genehmigten uns im Anschluss die erste Siegeszigarre der Saison (ich hoffe es werden noch mehr!) und ein erleichtertes: „Man haben wir die abjehaun!“. Alles in Allem lässt sich somit der Start in der Landesliga Nord kurz zusammenfassend mit den Worten – effektiv aber nicht immer schön anzusehen – beschreiben. Als positiv sollte man meiner Ansicht nach jedoch die gelungene Sozialisierung von (dem Landesmeister im Beach!!!) Matze R., der letzte Saison noch bei Waldstadt II spielte, und Patrick Lonau (aus: irgendwo im Norden) in die Mannschaft hervorheben.

2. Spieltag (PSV Basdorf, SV Hohennauen):

Nachdem sich Matze R. und Jan für den 2. Spieltag abmeldeten (Georg war immer noch wandern, Tobi und Björn auch noch verletzt!) und sich dann auch noch unser letzter verbleibender Zuspieler im Training verletzte, standen wir kurz davor, den Spieltag abzusagen. Durch eine taktische Meisterleistung gelang es Tom gerade noch rechtzeitig Andreas einen gültigen Spielerpass zu verschaffen, so dass wir mit ihm, Marci, Hoffi, Tom, Patrick und mir genau sechs gesunde Spieler (ohne Zuspieler, mit Libero) hatten. Björn stand noch als Notnagel auf dem Spielberichtsbogen, naja könnt sich ja einer bei Matchball für uns verletzen! So wurde aus dem Libero kurzer (man beachte das Wortspiel!) Hand ein Zuspieler – der sich am Block nicht beteiligt – und aus dem “Annahmegott“ Tom ein tripple A –annehmender Außenangreifer! Ein lustiger Haufen Volleyballer wäre wohl die passende Bezeichnung dieser Truppe. So war der Start gegen Basdorf auch sehr zerfahren. Fehlendes Timing zwischen Zuspiel und Angriff wurden deutlich, so dass wir einfach zu viele unforced errors produzierten und dem Gegner zu viele Punkte schenkten. Als Basdorf mit 2:1 nach Sätzen vorne lag, waren wir ganz dicht dran das Spiel zu kippen. Und wir hätten es auch, wenn nicht Basdorf diesen blöden vierten Satz knapp mit zwei Punkten Vorsprung gewonnen hätte. Sehr ärgerlich dachten wir uns. Jedoch muss Hohennauen noch verzweifelter nach ihrem Spiel gegen den Gastgeber gewesen sein, da ihnen ein 2:0 nach Sätzen und 24:20 Führung (und noch weitere Matchbälle im vierten Satz) nicht reichten, um das Spiel zu gewinnen. Ziemlich dumm, unserer Meinung nach, und so nutzen wir deren anhaltendes moralisches Loch – was wohl tiefer als der Marianengraben war – in das sie gefallen sind gnadenlos aus, um uns für den Faustschlag eines Hohennauerner’s in Ludwigfelde an Björn zu rächen. Warum wir den dritten Satz abgaben, weiß heute keiner mehr, aber mit einem 3:1 konnte wir an diesem Tag durchaus leben. Als Not-Zuspieler möchte ich noch die trotz aller Umstände sehr stabile Annahme aller Beteiligten hervorheben und einen Antrag stellen, auf dass ich nie wieder zuspielen muss! Ein weiteres Dankeschön möchte ich noch an Tobi, Ron und Björn richten, die uns eine gute moralische Unterstützung waren.

Der Ministers für Mannschaftsaufklärung und Propaganda möchte an dieser Stelle unserem “mülleimergroßen” Libero danken, der diesen episch anmutenden und lyrisch wertvollen Tatsachenbericht gespendet hat. Zudem muß ich leider bemerken, daß er sich im Schriftlichen ähnlich kontinuierlich und ausdauernd artikuliert wie im Verbalen. Als Wahrer der mannschaftlichen Selbstüberschätzung und grenzenlosen Arroganz muß ich apellieren, das sich in letzter Zeit häufende Loben zu unterlassen, da es den Eindruck des Stolzes erweckt, der im Rahmen unserer Ansprüche deplaziert ist.

3. Spieltag (SV Glienicke, WSG Waldstadt II):

An diesem Samstag kam es zum mit Spannung erwarteten ersten Aufeinandertreffen der “Giganten der Landesliga”. (Ohne die anderen Mannschaften gering schätzen zu wollen, aber mit dem Aufstieg werden diese wohl nichts zu tun haben.) Die Ausgangsposition für den USV war denkbar ungünstig, denn die Niederlage gegen Basdorf hatte ihn im Kampf um den Wiederaufstieg ins Hintertreffen gebracht. Ein Sieg gegen Waldstadt war daher Pflicht, hätte eine Niederlage doch bereits die Vorentscheidung zu so früher Zeit bedeutet. Doch zunächst mußte Glienicke, das als Tabellendritter angereist war, geschlagen werden. Leichte koordinative Probleme in der Spielanlage sorgten aber dafür, daß sich die Mannschaft das Leben selbst unnötig schwer machte. Mit einem 1:2 Satzrückstand bereits mit dem Rücken zur Wand stehend, begann der USV nun endlich, das Spiel unter seine Kontrolle zu bringen und erzwang der Tiebreak. Bereits nach wenigen Minuten war dieser bei einem Stand von 8:3 zum Seitenwechsel entschieden und endete, eigentlich standesgemäß, 15:8 für den Gastgeber. Möglich wurde dies durch den Entschluß von Tom und Hoffi, sich nun auch am Spielgeschehen zu beteiligen, was sich in einer effizienten Blockarbeit niederschlug. Ich wäre Glienicke sehr dankbar, wenn sie in Zukunft gleich das Unvermeidliche akzeptieren würden. Ach, noch eine Bemerkung am Rande: Ich glaube im Handball könntet Glienicke problemlos drei Ligen höher spielen, aber im Volleyball haben diese Würfte nichts zu suchen... und dürfen auch mal abgepfiffen werden! 

Danach schickte sich der USV an, die Relationen in der Landesliga Nord zurechtzurücken. Nach einem ungefährdeten Sieg im ersten Satz, zeigte die Mannschaft mit Beginn des zweiten Satzes, wozu diese immernoch ersatzgeschwächt agierende Truppe fähig ist und demontierte die favorisierten Waldstädter vollends. Erst nach einem soliden Vorsprung von 20:13 ließ der USV von seinem Wüten ab und verzichtete vorerst daruf, seinen Gegner nach allen Regeln der Sezierkunst zu zerlegen. Nach einem dezenten Beginn im dritten Satz schaffte es Waldstadt diesen für sich zu entscheiden. Im vierten entwickelte sich ein ständiges Hin und Her, bei dem der USV seinen Gegner mal auf drei bis vier Punkte davonziehen ließ, um dann gekonnt die Leine wieder anzuziehen und deutlich zu machen, daß man jederzeit Herr der Lage war. So war es dann auch eher ein unglücklicher Zufall, daß der vierte Satz doch noch verloren ging. Im Tiebreak jedoch war die Mannschaft nicht annähernd bereit, irgendwelche Kompromisse einzugehen. Beim Stand von 8:8 war es Waldstadt dann das letzte Mal vergönnt, sich auf einer Ebene mit dem überlegenen Gastgeber zu bewegen, bevor dieser unwiderstehlich und im Stile eines Armstrong anzog und den Sieg souverän nach Hause brachte. Man könnte in Anbetracht der personellen Sorgen sogar behaupten, daß der USV mit einem auf den Rücken gebundenen Arm gespielt, und letztlich überzeugend und hoch verdient gewonnen hat. Ich möchte an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen und der gesamten Mannschaft, einschließlich der zur Unterstützung angereisten Invaliden und “Quasitoten” meinen herzlichsten Glückwunsch aussprechen und meine Anerkennung zum Ausdruck bringen, und mich nicht zuletzt bei unserem “Trainer” und “Missing Link” bedanken, der uns taktisch klug und psychologisch gekonnt auf den Gegner eingestellt hat. Es war ein Sieg der Mannschaft! Ein besonderes Lob an unseren phlegmatischen Hoffi, der sein Attribut abgelegt und ein großes Spiel gemacht hat, weiter so!

4. Spieltag (Lindow-Gransee, Wusterhausen):

An diesem Samstag sollte das Potsdamer „Gilgamesch-Epos“ – eine epische Offenbarung über die ruhmreichen Taten der von den Göttern auserwählten Mannschaft, ein Gleichnis über Mut, Tapferkeit und grenzenloser Selbstaufgabe für das eine, das einzige Ziel: den Sieg über die Heerscharen der Unterwelt und den Aufstieg in himmlische Sphären (in körperlicher, wie geistiger Form) – um ein weiteres glorreiches Kapitel erweitert werden. Schon auf der Fahrt nach Lindow wurde das Bestreben, dem Gegner den Marsch zu blasen, akkustisch untermalt ... durch den „Marsch der finnländischen Reiterei“ (Jan leidet im Geiste mit). In den ersten beiden Säzten war es dem Gastgeber nicht wirklich vergönnt, am Spiel teilhaben zu dürfen, denn das mit dem Anpfiff des Schiedsrichters auf den ahnungslosen Gastgeber losgelassene potsdamer Raubtier verübte innerhalb kürzester Zeit ein dermaßen scheußlich mitanzusehendes Massaker am Hausherren, daß das Parkett mit ausblutenden Innereien übersät war und der USV in einer Blutlache wandelte. Nur mit viel Mühe gelang es, dieses Ungeheuer zu bändigen und Lindow nun endlich auch ein wenig mitspielen zu lassen. Unter Berücksichtigung der nötigen Spielerfahrung für breite Mannschaftsteile, ersahen wir es als sinnvoll, die volle Distanz auszuspielen, um auch unsere Verletzten langsam wieder an den Spielbetrieb heranzuführen. Es mag ein wenig sadistisch erscheinen, Lindow glauben zu lassen, einen Sieg gegen uns einfahren zu können, aber in Anbetracht der tadellosen Tiebreak-Bilanz des USV, schien dieses Vorhaben utopisch zu sein und war unmittelbar nach dem Seitenwechsel, als der USV von 8:7 auf 11:7 davonzog, ein gelutschter Drops.

Das Spiel gegen Wusterhausen, das zuvor dem Gastgeber mit 3:1 unterlegen war, lief etwas schleppend an und sah nach dem zweiten Satz eine ausgeglichene Satzbilanz. Von soviel Gemurmel auf der eigenen Seite angekotzt, bequemte man sich im dritten Satz nun endlich, das Spiel in die Hand zu nehmen. Mitte des dritten Satzes war die etatmäßige Überlegenheit des USV in allen Bereichen wieder hergestellt, so daß Wusterhausen, nun vollkommen demoralisiert, das Spielen im vierten Satz endgültig einstellte. Auch wenn der USV an diesem Tage keine überragende Leistung dargeboten hatte, und abgesehen von einer Demonstration seiner Vernichtungsmaschinerie in den ersten beiden Sätzen gegen Lindow kaum mehr für das Spiel getan hatte, als unbedingt nötig, bleiben unter dem Strich vier gewonnene Punkte ... und mehr ist nicht wichtig.

5. Spieltag (Schwedt, Wittstock):

Tom hatte nicht ganz unrecht, als er sagte „Du hättest vor jedem Spiel schon eine gelbe Karte verdient!“, und vermutlich fragt sich die halbe Liga, was da für eine wildgewordene Bestie in cholerischem Wahn über das Feld tobt. Eigentlich bin ich von Haus aus ein friedliebender und keiner Fliege etwas zu Leide tuender Zeitgenosse, aber bei dem was streckenweise in dieser Liga zusammengepfiffen wird, vergesse ich meine gute Kinderstube, die ich durchaus zu haben gehabt behaupte. Der aufmerksame Beobachter wird sich sicherlich fragen, ob diese Kritik in Zusammenhang mit einer durch eine Niederlage hervorgerufenen Unzufriedenheit steht, weshalb ich den nach verherrlichenden Taten und grenzenloser verbaler Vernichtung lechzenden Leser beruhigen möchte – dem ist nicht so.

An diesem Wochenende gehörte es bei uns zum guten Ton, jeden ersten Angriff des Satzes zu verweigern, wobei Andreas allen ein leuchtendes Vorbild war. Nachdem wir uns im ersten Satz gegen Schwedt demontiert hatten (die Hälfte der schwedter Punkte resultierte aus mehr als vermeidbaren Eigenfehlern), konnten wir den zweiten Satz nach einem 22:17 Vorsprung noch souverän mit 25:23 gewinnen. Umso ärgerlicher war dann der mit 26:28 verlorene dritte Satz, der erneut auf Unzulänglichkeiten im eigenen Abschluß zurückzuführen war – nach heldenhafter Feldabwehr den Paß an die Netzkannte zu kloppen, wirkt nicht gerade motivierend ... ja Marci, du bist gemeint! Für uns war damit klar, daß es in dieser Saison wohl zum fünften Mal in den Tiebreak gehen würde. Schwedt wußte davon zwar noch nichts und glaubte wohl auch daran, den vierten Satz gewinnen zu können. Höhepunkt in diesem vierten Satz war der den auf fünf Meter aufgerückten Feldabwehrspieler ereilende und von uns ausgiebig zelebrierte „Headshot“ , der ihn wie ein Blitz traf und zu Boden streckte. Der fünfte Satz verlief eigentlich wie immer: bis zum 8:6 hatte Schwedt noch mittelbaren Kontakt, aber unmittelbar nach dem Seitenwechsel, als auf schwedter Seite eine Granate bei vier Metern die Linie lang einschlug, war klar, daß hier für den Gastgeber nichts mehr zu holen war. Mit 15:10 ging der Satz an Potsdam. Das zweite Spiel des Tages erlebte dann, um beim Thema zu bleiben, eine sehr souveräne und fehlerlose Schiedsrichterleistung. Schwedt, das der geglaubt zu habenden Chance hinterhertrauerte, nahm an diesem Spiel sichtlich nicht mehr wirklichen Anteil, und überließ Wittstock ohne große Gegenwehr zwei sichere Punkte.

Das zweite Spiel des USV begann wie das erste ... eine unterirdische Leistung im ersten Satz und dessen sicherer Verlust. Da es bei unseren Außenangreifern nicht wirklich lief, verlagerten wir das Spiel nun auf die Mitte, wo Hoffi und Patrick ohne Rücksicht auf gegnerische Blockfragmente die wittstocker Feldabwehr zusammenschossen und sichtlichen Spaß dabei hatten. Der dritte Satz war wiedereinmal geprägt durch Serien von Totalausfällen, die es Wittstock ermöglichten, den Satzt offen zu gestalten. Letztlich setzte sich aber auch hier die Routine der Potsdamer durch. Der vierte Satz war noch bis zur Hälfte spannend, danach klinkten unsere Angreifer die Bälle nacheinander ein, was Wittstock auch den letzten Siegeswillen raubte. Da uns klar ist, daß über das Satzverhältnis gegen Waldstadt nichts zu holen sein wird, scheint uns die Motivation, zwei souveräne 3:0 an einem Spieltag durchzureißen, irgendwie abhanden gekommen zu sein. So stand auch an diesem Samstag ein 3:2 und ein 3:1 zu Buche, letztlich entscheidend waren auer die 4:0 Punkte. Die Rückfahrt von knapp 170 km erwies sich jedoch als wesentlich größerer Nervenprobe als alle bisherigen Spiele. Die Gesprächsthemen auf der Rückbank, die von in Turnhallen geworfenen Salamis bis hin zu zweistündigen Zahputzorgien reichten, waren nur im alkoholisierten Zustand zu ertragen, dem sich der Fahrer, in diesem Falle ich, leider nicht hingeben konnte. So hörten wir von Andreas lustige Anekdoten über Schulausflüge nach Chorin (mit seinem Grundkurs Kunst bei Frau Peter), von Matze nicht ganz jugendfreie Geschichten über pustenden Kaninchen (oder waren es blasende Hasen?) und Marci steuerte Erzählungen über geniale (fehlt da nicht irgendwo ein „t“?) Lappen bei, und damit war bestimmt nicht Martin gemeint.

6. Spieltag (Hohennauen, Basdorf):

Eigentlich hatte ich mich auf einen ruhigen ersten Satz eingestellt, in dem ich mit Atti und Björn ein paar intellektuelle Gespräche auf der Bank führen würde – abgesehen von den kurzen Augenblicken, in denen unser Libero doch mal vom Feld muß. Leider fand ich mich schneller auf dem Feld wieder, als es mir eigentlich lieb war, da die sechs Schwachköpfe auf dem Feld, nachdem sie den Gegner die Hälfte des Satzes dominiert hatten und 12:8 führten, das Spielen scheinbar einstellten. So endete dieser Satz dann auch mit 25:21 für den Tabellenvorletzten. Leider entpuppte sich der gewonnene zweite Satz als Strohfeuer, denn schon wieder war es das Unvermögen und die schier grenzenlose Unfähigkeit der Angreifer, die unseren sonst so ruhigen und in sich gekehrten Libero dazu brachten, sich in extatische Schimpfkanonaden zu steigern. Damit war also klar, daß es schon wieder fünf Sätze geben würde, was Hohennauen zwar noch nicht wußte, sich im vierten Satz aber auch nicht in der Lage zeigte, das zu verhindern. Im Tiebreak lief dann endlich das lange erwartete wilde Alligatorenrudel auf und hielt bereits zum Seitenwechsel den panisch fuchtelnden Hohennauener SV mit 8:4 fest zwischen seinen Kiefern. Nach dem Seitenwechsel wurde der Gegner dann nicht einfach nur seziert, sondern nach allen Regeln der Kunst abgeschlachtet und zerfetzt, wobei die Sprungaufgaben von Andreas – leider das einzig Große, was er an diesem Nachmittag bis dato geleistet hatte – erheblichen Anteil daran hatten. „Basdorf hat zwei Punkte, die ihnen nicht zustehen.“, stellte Tom einmal nicht zu unrecht fest. Doch im Unterschied zu damals konnten wir heute auf zwei Stammkräfte zurückgreifen, von denen an jenem zweiten Spieltag vermutlich einer ausgereicht hätte, um Basdorf seine Grenzen aufzuzeigen. Somit lautete für Matze und mich die Devise am heutigen Tag: „Rache für Basdorf!“ Im ersten Satz wurde Basdorf auch deutlich mit 25:16 abgeklatscht. Der zweite begann, wie der erste endete – souveränes und vernichtendes Spiel. Doch trotz einer sicheren 6:2 Führung versagte in dieser Phase erneut der Angriff, so daß es Basdorf trotz guter Annahme gelang, acht Punkte in Folge zu machen. Leider schleppte sich die „Formkrise“ bis zu einem 19:13 Vorsprung der Gäste weiter, ehe mit einem Mal die Aufholjagd begann. Wie eine Bestie, die das Blut seines wehrlosen Opfers geleckt hatte, nahm der USV Witterung auf und kam dem ahnungsvollen Opfer, das es mit einem Mal mit der Angst zu tun bekam, immer näher. Bei 23:23 schlug der USV dem hilflos zappelden PSV Basdorf dann seine Reißzähne in die Wade und warf ihn zu Boden. Ohne lange zu warten rammte die Bestie ihre spitzen Zähne in den Gegner: 25:23 hieß es am Ende für den USV. Der letzte Satz eignet sich wieder nur bedingt für Heldenepen, aber letztlich stand ein ungefährdestes 26:24 und endlich auch mal wieder ein 3:0 zu Buche. Es geht also doch noch.

7. Spieltag (Glienicke, Waldstadt):

Die letzten beiden Spiele dieses Jahres standen unter schwierigen Vorzeichen, obwohl wir mit Björn einen unserer Langzeitverletzten wieder in unseren Reihen begrüßen durften. Aufgrund der personellen Situation kamen wir auch nicht umhin, ihn sofort ins kalte Wasser zu schmeißen, quasi ihn durchspielen zu lassen. Während Petzi noch Klausur schreiben mußte und erst Mitte des ersten Spiels eintraf, zog Hoffi das Erimitendasein in den französischen Alpen vor und jagte Schneehasen (vermutlich gleich bis in sein Bett).

Manche mögen im ersten Spiel ein historisches „deja vu“ Erlebnis gehabt haben, und glaubten wohl, den „Dolchstoß“ von 1918 am eigenen Leibe zu erfahren. Grund dafür war die Leistung des Schiedsrichters, die, um Toms vorsichtige Formulierung zu zitieren, „stark vorsätzlich“ anmutete. Es gäbe genug Grund, an dieser Stelle in Haßtiraden überzugehen, die jeden islamischen Prediger vor Neid erblassen lassen würden, aber da die Person des Schiedsrichters geistig derart unterbelichtet ist, dürfte sie beim Versuch, diese zu verstehen, kaum mehr Gedankengut aufbringen, als eine Scheibe Toast, womit jede verbale Erniedrigung die reinste Verschwendung intellektueller Ressourcen wäre. Letztlich gab das jedoch nicht den Ausschlag für die erlittene 3:1 Niederlage gegen Glienicke, sondern vielmehr das eigene Unvermögen, einen Vorsprung bis zum Satzende durchzubringen. Man muß jedoch sagen, daß die Leistung des Schiedsrichters für einen Erhalt der Moral sehr abträglich war und ihr übriges dazu beigetragen hat. „Die Rache ist mein!“, sprach der Herr ... und wird in der Regel kalt, in diesem Falle eiskalt, serviert. Daß Waldstadt zu solchen Mitteln greifen muß, um den Aufstieg zu sichern, zeigt nur allzu deutlich, daß die Furcht vor dem USV weit stärker zu sein scheint, als das Vertrauen auf die eigenen spielerischen Mittel. Daß diese Angst berechtigt ist, zeigte sich im ersten Satz gegen Waldstadt, den der USV nach belieben dominierte. Der zweite Satz war lange ausgeglichen, bis eine Serie von vier Punkten den Waldstädtern den Sieg sicherte. Der dritte Satz war dann eine Offenbarung ... die zum Satzgewinn für den Gegner führte. Der vierte Satz wurde erneut sehr knapp, aber auch hier agierte Waldstadt am Ende glücklicher. Am Ende stand eine 3:1 Niederlage und die bittere Gewißheit, daß der Zug für den Aufstieg auf einem anderen Gleis fährt. Der un’srige fährt, dem Schlachtruf folgend, in jene, von Bodenschätzen überquellende, russische Provinz, aus der man nur gestählt und gestärkt zurückkehren kann ... oder in einem Block feinsten Permafrostes!

8. Spieltag (SV Wusterhausen, SG Lindow-Gransee):

Das Spiel gegen Wusterhausen lief etwas schleppend an und der USV brauchte bis zur Mitte des zweiten Satzes, um langsam die Federführung in dieser Begegnung zu übernehmen. Wusterhausen war es ohne große Gegenwehr gelungen, den ersten Satz für sich zu entscheiden, doch das dadurch ausgelöste Beben mit einer Momentmagnitude von ca. 2,1 ‰ auf der Masteit-Skala, erzeugte eine Welle, die zunächst unbemerkt auf Wusterhausen zurollte. Mit der zunehmenden Verringerung der differentialen Aktionstiefe des USV (quasi die Differenz aus der Idealpunktzahl 25 und der tatsächlichen Punktzahl in Relation zu den Punkten des Gegners) türmte sich die Welle zu Ende des zweiten Satzes gewaltig auf. Danach fuhr sie mit ungebremster Wucht auf den etwas hilflos dreinschauenden SV Wusterhausen nieder und spülte ihn förmlich vom Feld. Mit 25:10 und 25:13 wurden die folgenden beiden Sätze für den USV zum lustigen Leichenbergen. Die Redaktion möchte der geneigten Leserschaft auch einen neutralen Augenzeugenbericht von größter Seriosität nicht vorenthalten: „Der aufs Feld gelassenen Bestie konnte diesmal niemand Einhalt gebieten. Es war ein grausames Schauspiel das sich dort abspielte und so manchen veranlaßte, seinen von Ekel und Abscheu erfüllten Blick abzuwenden. Eine Bestie im Blutrausch wütete unter den Toten, denen das blanke Entsetzen in den leblosen Gesichtern stand, und von endlosen Qualen des Todes zeugte, und unter jenen, die mit letzter Kraft versuchten, diesem Gemetzel zu entgehen. Im Angriffsraum lagen Arme von Blockspielern, die durch die Angriffswucht des USV vom Torso getrennt worden waren, das Feld war übersäht von Gedärmen und anderen Innereien und über allem schwelte der unheimliche Gestank des Todes und der totalen physischen Vernichtung. Mit weit aufgerissenem Maul, aus dem der Geifer von den blutverschmierten Reißzähnen tropfte, wühlte die Bestie noch lange nach dem Abpfiff in den stinkenden Kadavern, welche einst die Mannschaft Wusterhausens stellte.“

Nach einem so grandiosen Sieg war es kaum verwunderlich, daß die 2:3 Niederlage gegen Lindow, so unnötig sie auch sein mochte, keinen wirklich beeindruckt hat. Es war zwar schade um unsere schöne Tiebreak Bilanz, aber letztlich kratzte uns das wenig, und auch wenn Lindow behauptete, wir hätten das Spiel im Block verloren, lassen sich die von ihnen erzielten Blocks gegen unsere Angreifer wohl an einer Hand abzielen. Wenn man bedenkt, daß Andreas in 5 Sätzen lediglich 2 von 31 Angiffen in die Pampa gehauen hat, frage ich mich, wie Lindow seine Blockstatisitik führt, respektive ihre Blocküberlegenheit begründet. Aber jeder Mensch braucht Illusionen ... und unsere ist episch einfach unerreicht.

Eine Anmerkung des Ministers für Richtigstellung, Mitgefühl und Nächstenliebe zu letzten Spielbericht: (Passagen in eckigen Klammern wurden im Interesse der Syntax ergänzt, und wirken sich nicht auf Stil und Inhalt aus) 

“Meine volleyballerische Ehre und der Respekt vor dem Gegner gebietet mir einige Ergänzungen zum aktuellen Spielbericht USV II vs. Wusterhausen, welche dem geneigten Leser einen realistischeren Eindruck des Spiels gibt, [zu tätigen]. Auch wenn ich Georg´s bildhafte Sprache schätze, sollte doch folgendes richtig gestellt werden. Anmerkungen des MRMN in Klammern:

“Der aufs Feld gelassenen Bestie (=Georg spielte von Anfang an, nahm aber erst ab dem dritten Satz auch geistig am Spiel teil) konnte diesmal niemand Einhalt gebieten. (= Tom und Atti hätten nach dem ersten Satz gern die ganze Mannschaft ausgewechselt, es mangelte jedoch an Ersatzspielern). Es war ein grausames Schauspiel das sich dort abspielte (=manche Aktionen wirkten bisher wirklich wie Schauspiel und nicht wie Volleyball) und so manchen veranlasste, seinen von Ekel und Abscheu erfüllten Blick abzuwenden(=Matze richtet seine Kronjuwelen, die anwesenden Damen können nur noch staunen). Eine Bestie im Blutrausch wütete unter den Toten,(=Björn schlägt einfach seine Aufgaben rüber und Wusterhausen verweigert reihenweise die Annahme, ... dann den Angriff, .....dann den Block, ... stellt dann das Mitspielen ein) denen das blanke Entsetzen in den leblosen Gesichtern stand (=Wusterhausen verzweifelt an seinem Unvermögen und der USV kann es kaum glauben, wie einfach Gewinnen manchmal ist), und von endlosen Qualen des Todes zeugte (=es sind noch zwei Sätze zu spielen, Wusterhausen panisch, USV gelangweilt), und unter jenen, die mit letzter Kraft versuchten, diesem Gemetzel zu entgehen (=freiwilliges? Ein- und Auswechseln beim Gegner).

Im Angriffsraum lagen Arme von Blockspielern, die durch die Angriffswucht des USV vom Torso getrennt worden waren, das Feld war übersäht von Gedärmen und anderen Innereien (=martialische Übertreibung des Autors als Folge einer 12stündigen Herr-der-Ringe-Kinosession) und über allem schwelte der unheimliche Gestank des Todes (=Wer hatgepupst?) und der totalen physischen Vernichtung. Mit weit aufgerissenem Maul (=Atti und Tom langweilen sich auf der Bank zu Tode und bekunden es deutlich), aus dem der Geifer von den blutverschmierten Reißzähnen tropfte (=Schokoladenreste aus der Satzpause), wühlte die Bestie noch lange nach dem Abpfiff in den stinkenden Kadavern (=freundschaftliche Umarmungen zwischen Prinz und USV-Spielern und gleichzeitige offensichtliche Häme gegenüber dem Verlierer), welche einst die Mannschaft Wusterhausens stellte.”

9. Spieltag (Wittstock, Schwedt):

Nachdem das Einschlagen beendet war, drängte sich unweigerlich die Frage auf, ob es nicht erfolgversprechender wäre, aus den turnhalleneigenen Urinalsystemen Springbrunnen für burmesische Tempelanlagen zu basteln, zumal uns die internationale Besetzung auf wittstocker Seite – mecklenburgische Liberos sind schließlich berühmt berüchtigt – in Angst und Schrecken versetzte. Dennoch gelang es den potsdamer Urinsteinmetzen, sich tapfer den wütenden Angriffen des haushohen Abstiegsfavoriten zu erwehren und ganz widererwartend den ersten Satz für sich zu entscheiden. In der Satzpause, muß irgendwie auf wittstocker Seite das Wort: „Jehova“ gefallen sein ... jeder kann sich vorstellen, was für Konsequenzen das hat. Nach den Statuten des (von uns beschlossenen) golmer Besatzungsrechtes, als dessen Exekutivgewalt wir agierten, konnte nur „Tod durch Urinsteinigung“ als angemessene Reaktion erfolgen. Das von uns verhängte und ausgeführte Urteil (Gewaltenteilung, so ein Quatsch) wurde durch eine gnadenreiche Milde des USV nur zu einem 25:15 Dilemma für den gebeutelten Gegner. Trotz der großzügigen Spende von immerhin drei Satzbällen im dritten Satz, sah sich Wittstock nicht in der Lage, auch nur einen davon zu verwandeln. Nach einer 24:21 Führung noch 24:26 zu verlieren ... vielleicht habt ihr in der Landesklasse mehr Glück!

Das zweite Spiel lief etwas träge an, so daß es Schwedt gelang, einen komfortablen Vorsprung von bis zu sechs Punkten herauszuarbeiten. Als sich die Potsdamer dazu entschlossen, das Spielelement „Block“ dem trägen Geplänkel hinzuzufügen, war der Ofen für Schwedt allerdings aus. Das gnadenlose Vernichtungswerk des USV, in dem die Schwedter wie einst die Römer bei Cannae eine totale physische Vernichtung erlebten, entwickelte sich zu einem grausamen Gemetzel, bei dem man auf potsdamer Seite nicht gewillt war, Gefangene zu machen. Wer nicht in der Kanonade der potsdamer Aufschläge unterging, wurde im Nahkampf am Netz brutal niedergemacht ... Überlebende gab es kaum. Nur das durch die Tränen der Schwedter aufgeweichte Geläuf verhinderte im dritten Satz die endgültige Vernichtung und Löschung aus der Geschichte. Die zwei klaren 3:0 Siege demonstrieren nicht nur die ungeahnte Perfektion potsdamer Volleyballkunst, sondern auch den ungebrochenen Willen, die Jagd auf das lahmende waldstädter Kaninchen erneut zu eröffnen, es in die Enge zu treiben und zu Tode zu hetzen, denn: „...niemand wird wirklich genau wissen, wo diese kleinen Dinge zu finden sind, die verknüpft sind mit einer Art von Handarbeitszeug, daß durch die Verknüpfung, verknüpft ist. Und zu der Zeit soll ein Freund seines Freundes Hammer verlieren ...ähm... und die Jungen sollen nicht wissen, wo die Dinge, die jene Väter erst um 8 Uhr am vorhergehenden Abend dorthin gelegt hatten, kurz vor Glockenschlag.“

PS.: Nachdem das erste Mal in der langen und ruhmreichen Geschichte des USV II ein westdeutscher Mitbürger die Kapitänsbinde tragen durfte, scheint die Integration derer vom anderen Ufer (der Elbe) abgeschlossen.

10. Spieltag (SV Hohennauen, PSV Basdorf):

Ich gebe zu, daß das von Clausewitz verfaßte Standardwerk „Vom Kriege“ nicht leicht zu lesen ist, und möglicherweise so manchen in seinen geistigen Fähigkeiten überfordert, aber mit der Umsetzung des Kapitels über die psychologische Kriegführung hatte sich Hohennauen selbst „angeschissen“. Auch in Bezug auf die vorbeigeströmten Völkerscharen, die mit ihrer lautstarken Unterstützung ihre Sympathien für den Hohennauener SV bekundeten, empfehle ich unserem Gegner das Standardwerk von Forgas, speziell das Kapitel über soziale Beeinflussung, nochmal intensiver zu studieren. All diese offensichtlichen Griffe in den Abort machten das Spiel für uns dafür umso amüsanter. Der erste Satz wurde zu einer Nervenprobe, die der psychisch gestählte USV souverän mit 30:28 für sich entscheiden konnte. Dabei setzten Marci und Georg in der entscheidenden Phase vor allem auf das allseits beliebte Prinzip „Dein Freund der Block“, und umgingen so die doch recht starke Feldabwehr von Hohennauen, die uns zuvor so zu schaffen gemacht hatte. Im zweiten Satz, verlor Hohennauen sogar noch schneller die Nerven und warf bereits bei 28:26 das Handtuch. Im dritten Satz agierten wir dann etwas fahrlässig mit unseren Chancen, vielleicht auch in dem Glauben, Hohennauen würde sich nun in seinem eigenen Mitleid ertränken, so daß der Gastgeber den Satzanschluss herstellen konnte. Im vierten Satz nahmen wir dann einen strategischen Wechsel im Mittelblock vor – zugegeben, von „Block“ war bei uns im ganzen Spiel nicht zu sprechen – indem wir Petzi brachten, der mit seinen mordsgefährlichen Standaufgaben, die streckenweise fast die Hallendecke streiften, den Satz zu unseren Gunsten kippte. Daß es ausgerechnet zwei Blocks waren, die den 25:22 Endstand herstellten, mag angesichts dieses kaum vorhandenen Spielelements wohl eher als symbolisches „Anscheißen“ verstanden werden, denn darin sind wir ja unübertroffene Meister. Das Spiel gegen Basdorf war dann eigentlich nur noch reine Formsache, zumal man den Eindruck bekommen konnte, daß das Ergebnis für beide Mannschaften von vornherein feststand und auch keiner gewillt war, etwas daran zu ändern. Lediglich im ersten Satz wurde es eng. Zum Abschluß stand jedoch ein ungefährdetes 3:0, das streckenweise an den Völkermord von Ruanda erinnerte. Entsprechend gelöst war die Stimmung nach den beiden Pflichtsiegen ... die Waldstadt nicht aufweisen konnte, wie wir Minuten später erfuhren. Ich übe mich noch in bescheidener Zurückhaltung und erinnere nur an Attis tröstende Worte nach den Niederlagen von Glienicke: „Die Hoffnung stirbt zuletzt!“.

Nun kommt es in vierzehn Tagen doch noch zur Entscheidungsschlacht. Möge sie ein waldstädter Gettysburgh werden und künftigen USV-Generationen ein leuchtendes Vorbild für Opferbereitschaft, Siegeswillen und Glorie.

11. Spieltag (Waldstadt, Glienicke):

Der Tag der Krönung der von Gott geschaffenen und voll Anmut strahlenden Geschöpfe war gekommen und im tosenden Beifall der himmlischen Heerscharen, herbeiogeströmt um die Genesis in ihrer schöpferischen Vollkommenheit zu erleben, erblühten die Erwählten und zermalmten den um Gnade winselnden Feind zu jenen Bestandteilen, aus denen Gott einst die Ertde erschuf. Die Elenden wandten sich zur Flucht und wer es trotzdem wagte, sich den göttlichen Heroen entgegenzustellen, trat seinem Schöpfer schneller gegenüber, als er sein letztes Stoßgebet beendet hatte. Wer angesichts dieser Darstellung der Ereignisse leicht ins Grübeln kommt, sei daran erinnert: „Geschichte wird nicht gemacht, Geschichte wird geschrieben!“ und um nicht in Details zu verfallen, die womöglich den Blick auf das große Ganze verklären würden, sei angemerkt: „Wir sind letzte Saison unverdient abgestiegen, dann können wir diese Saison auch mal unverdient aufsteigen.“

Daß wir dieses stolz verkünden können liegt einzig und allein daran, daß wir unsere Chancen auf den Aufstieg, die wir uns an jenem Spieltag durchaus hätten verspielen können, durch einen glorreichen Sieg gegen Glienicke gewahrt haben. Kampfgeist und eiserne Geschlossenheit der Feldabwehrreiehn, wehrte den wütend anstürmenden Gegner ein ums andere Mal wehement ab, so daß die gefürchteten Gegenstöße über die Flanken diesem auf Dauer die Moral raubten, und nach einem gezielten Gegenstoß im fünften Satz dieser endgültig die Segel streichen mußte.

Fazit: Wir haben uns taktisch geschickt vor dem letzten Gefecht in den Windschatten begeben, die Favoritenrolle wieder beiseite geschoben und werden auf der leicht ansteigenden Zielgeraden im Stile eines Tom Steels mit Getränkeflaschen auf den Gegner werfen ... und am Ende siegreich sein!

12. (und letzter) Spieltag (Wusterhausen, Lindow):

Unsere Fahrt durch die einstmals blühenden Kulturlandschaften Brandenburgs begann mit einer intellektuellen Darbietung größter dichterischer Ekstase, wobei Matze und Björn das „Leben des Gallilei“ mit verteilten Rollen rezitierten und durch ihre inbrünstige Darbietung allen Insassen die Tränen in die Augen trieben. Björns anschließende Ausführungen zu den geoökologischen Besonderheiten des Havellandes und seinen ökonomischen Problemen am Beispiel der extensiven Weidewirtschaft um Nauen konnten dank des beherzten Eingreifens zivilchouragierter Fahrzeuginsassen im Ansatz verhindert werden. Im Spiel gegen Wusterhausen zeigte sich der spielerisch zweifellos bestehende, tabellarisch noch angestrebte, Klassenunterschied. Die souveräne Leistung wurde nur zeitweise durch die durch das Netz diffundierenden Eigenfehler, die sich manchmal hartnäckig bei unseren Spielern anlagerten, unterbrochen. Das alkoholbedingt geschwächte Immunsystem von Andreas war daher streckenweise indisponiert, so daß er zur Desinfektion für kurze Zeit auf die Bank mußte. Am Ende hatten wir die Halle mit einem klaren 3:0 absolut keimfrei geschossen und freuten uns auf eine noch offene Rechnung mit Lindow.

Die spielerische Auseinandersetzung mit Lindow wurde vom USV sehr konzentriert angegangen, so daß man im ersten Satz eine schnelle 11:7 Führung herausspielte. Die schnelle Egalisierung, die sich bis zum 14:14 hinzog, wurde infolge einer der gefürchteten Aufgabenserien von Georg (vielleicht waren es auch latente lindower Annahmeprobleme) zunichte gemacht und ein einen satzentscheidenden 21:14 Vorsprung transferiert. Vor allem Marci, der mit dem gegnerischen Block nach Belieben spielte, hatte an dem überlegenen 25:19 entscheidenden Anteil.Der zweite Satz gestaltete sich lange Zeit offen und fast schien es, als könnte Lindow den Potsdamern ebenbürtig sein, doch wie einst Armstrong seine Kontrahenten hinauf nach L’Alpe d’Huez stehenließ, so zog auch der USV in der Endphase des Satzes dermaßen an, daß Lindow nur noch staunen konnte. Trotz zwischenzeitlicher Diskussionen um die Aktivität der hinteren Extremitäten unseres Liberos bei der gegnerischen Aufgabe, die meines Erachtens auf neurale Störungen zurückzuführen waren, spielte der USV im dritten Satz genauso unbeirrt weiter, wie zuvor. Eine möglicherweise konditionelle bedingte Durchsetzungsschwäche von Tom, brachte Lindow durch den knappen 25:22 Satzgewinn zuzrück ins Spiel. Bezeichnend, daß es das eigene Unvermögen des USV war, welches das Spiel wieder offen gestaltete. Im vierten Satz schien dann etwas Sand in das Getriebe der Kampfmaschine USV gekommen zu sein und leider dauerten die Reparaturen an der empfindlichen Feinmechanik bis zum Ende des Satzes an. Um physischen und psychischen Ermüdungserscheinungen vorzubeugen, mußten wir sogar unseren wertvollen Petzi aus dem Getriebe nehmen, da sich irgendwo in der Abstimmung mit Nico eine Schraube gelöst zu haben schien. Doch die intensiven Reparaturarbeiten waren dank der Professionalität der potsdamer Mechaniker bis zum Beginn des Tiebreaks behoben. Das Feuerwerk, das der USV nun zündete und Lindow in den nächsten acht Minuten aus der Halle fegen sollte, hatte glücklicherweise nur die siebenfache Sprengkraft der Hiroshima-Bombe. Vermutlich war es dieser vorsichtigen Dosierung unserer Sprengexperten zu verdanken, daß Lindow doch noch auf beachtliche vier Punkte kam. Während Tom und Björn den gegnerischen Hautangreifer eine Mauer vor die Schlagrichtung zauberten, gegen die das chinesische Wunderwerk Krümelkacke war, wurde Nico auf der Aufgabe langsam der Arm müde. Nachdem dem siebenten Punktgewinn in Folge, war es eine unglücklich die Deckenverkleidung touchierende Feldabwehr von Nico, die Lindow den ersten Punkt bescherte. Der Satz war entschieden, noch bevor er begonnen hatte und bescherte Lindow ein Waterloo, gegen das Napoleon anno 1815 wie der strahlende Sieger aussah. Vivat USV II.

Donnerstag, 1. Juli 2004

Archiv: Die Saison 2003/2004

Die Brandenburgliga-Saison 2003/04

1. Punktspieltag (Ludwigsfelde, USV Cottbus):
 
... leider liegen uns (Majestätsplurarl der Redaktion) außer den Ergebnissen (1:3 gegen Ludwigsfelde und 3:2 gegen USV Cottbus) - man müssen die sich geärgert haben (eine 12:5Führung im Tiebreak gibt ja nicht mal eine Landesklassemannschaft wieder ab) - keine weiteren Meldungen zu diesem Spieltag vor - man munkelt aber was von einem Kilo gelber Telefone.
 
... nun doch noch ein Spielbericht: (von Jan)
 
Das legendäre "Von Anfang an konzentriert!" hallte in die Halle, schwirrte auf bizzaren Wegen durch den Raum und muß wohl als "Bitte ein Kilo gelbe Telefone" oder so in die Ohren der USV-Spieler zurückgeechot worden sein. So erinnerte denn das erste Spiel auch stark an eine lasche Spielfluss-Übung ohne Punkte-Zählen. Leider war Ludwigsfelde viel besser darin und die Höchststrafe der 10-Punkte Grenze konnte im dritten Satz nur mit einiger Mühe überschritten werden. Der knappe Gewinn des ersten Satzes läßt sich vermutlich dem zu diesem Zeitpunkt noch einigermaßen intakten Block zuschreiben. Letzteren könnte man für die folgenden drei Sätze vielleicht umschreiben mit: "JAAA, schlag mich, mach mich fertig, gib mir schmutzige Tiernamen ...". Aber lassen wir das.

Auch das zweite Spiel (USV-Potsdam gegen die polnische Nationalmannschaft) war nicht gerade geeignet, um dem USV zu Ruhm und Ehre zu verhelfen. Der USV schrammte mehr als einmal haarscharf an einer Niederlage vorbei - insbesondere im Tiebreak, der trotz eines Rückstandes von 4:11 bzw. 5:12 durch Taktik, Nerverstärke und den inzwischen wieder erstarkten Block gewonnen werden konnte.
 
2.Punktspieltag (Wriezen, Spremberg):
 
Obwohl der USV Potsdam schon mit 19:16 im ersten Satz führte, entschied der TKC Wriezen diesen Satz mit 25:22 für sich. Der USV hatte es offenbar darauf angelegt, den Gegner die Offensive anzutragen und ihm in dem Glauben an einen leichten Sieg zum unüberlegten Vormarsch zu provozieren ... anders kann ich mir den Verlust des ersten Satzes nicht erklären. Die Rechnung ging auf: Der Vormarsch der wriezener Angriffswelle wurde auf einmal jäh von Attila gestoppt, der einem “Eisernen Vorhang” gleich einen grandiosen “Ostblock” stellte. Tom ging dann dazu über, sich diesem Prinzip anzuschließen, so daß es am Netz zu einer stringenten “Blockbildung” kam. Mit 25:17 und 25:18 wurden die folgenden Sätze zu einer Demonstration größter Mauerbaukunst. Nun drehte Wriezen, die Niederlage vor Augen, noch einmal richtig auf und kämpfte um jeden Ball ... physisch und verbal. Letzteres jedoch ging dem Schiedsrichter auf die Dauer zu weit. In einem Anfall von cholerischem Wahnsinn steigerte sich Wriezen zu verbaler Höchstform und brachte somit etwas Farbe ins Spiel ... und das in einer Masse, die jeder aggressiven Viererkette zur Ehre gereichen würde: zweimal Gelb und einmal Rot! Wriezen gelang es dennoch, diesen Satz mit 25:23 zu gewinnen, war schwer zu beruhigen, so daß wir mit einer 1:0 Führung in den Tiebreak gingen, noch bevor dieser begonnen hatte. Diese Aggressivität versetzte Wriezen noch einmal einen Schub und zum Seitenwechsel führten sie bereits mit 8:5. Die Aufgabenserie von Rud, der erneut erstarkte Block, an dem sich diesmal auch Tobi beachtenswert beteiligte und die Tatsache, daß die Feldabwehr sich anschickte, Gummiwand zu spielen, verwandelten diesen Rückstand zu einem 11:8 Vorsprung für den USV. Beim Stand von 14:13 und eigener Annahme setzte Tom den Schlußpunkt mit einem überlegt langgezogenem Angriff auf die Grundlinie ... der Schlußpunkt einer hochdramatischen, hundertzwanzig Minuten dauernden Partie. Es war ein auf höchstem Niveau geführter Schlagabtausch, der nach fünf Sätzen einen glücklichen, aber nicht unverdienten Sieger im USV Potsdam sah.
 
Das Spiel gegen Spremberg eignet sich nicht wirklich dazu, Heldenepen zu schreiben, deshalb möchte ich dies einfach nur mit einem Zitat von Tom ad acta lege, “Die Niederlage war völlig unnötig, nicht zu verwechseln mit unverdient.”, und den Spieltag mit einem vor mir beschließen: “Die Schlacht von Wriezen haben wir gewonnen und das Nachhutgefecht gegen Spremberg verloren.” Was soll’s ... hinten kackt die Ente!
 
3. Punktspieltag (Brandenburg, Netzhoppers II):
 
Kennen Sie das auch ... lähmende Lethargie, phlegmatische Reaktionen und saisonal bedingten Ausfall von Körperfunktionen? Dann gehören sie wohl zu jenen USV Volleyballern, die sich gerade standhaft weigern, mit einer positiven Satzbilanz oder gar zwei Siegen aus einem Spieltag zu gehen. Aber: “Wahre Größe zeigt sich erst in der Niederlage!” Und der USV zeigte großen Sport ... vor allem gegen Netzhoppers II. Sogar so groß, daß man zwischenzeitlich vergessen konnte, daß es der große USV war, der dort Großes vollbrachte. Aber genug der Größe! Brandenburg hingegen wurde ähnlich wie bei einem Standgericht abgefertigt ... vorgeladen, verurteilt und hingerichtet - ein schnelles und schmerzloses Exempel, das all jenen eine Lehre sein sollte, die glauben, der USV würde kiloweise gelbe Telefone ordern. Ich habe aber beschlossen, nicht tiefer in den blutigen Eingeweiden von Brandenburg herum zu stochern, ihnen hilflos am Boden liegend die Rippen zu brechen und an ihren Gedärmen aufzuhängen um die ganze Grausamkeit des USV Massakers der blutrünstigen Meute von fanatischen Anhängern offenzulegen, die nur danach dürsten, solches hier zu lesen - wohl begründet, das steht fest. Ich möchte aber in Abetracht der noch in Aussicht stehenden Siege, vor allem gegen spezielle Freunde, nicht all mein Pulver verschießen, denn gerade diese Siege werden all dieser glorreichen Ausschmückungen bedürfen, die ihr alle erwartet ... wartet nur noch einen kleinen Augenblick, bald ist es soweit.

4. Punktspieltag (Waldstadt II, Netzhoppers III):
 
Wie eine Sandkastenclique, der man die Kuchenförmchen weggenommen hatte, und die dann heulend und hysterisch schreiend im Buddelkasten sitzend nach ihrer Mami rief, führte sich der Kindergartenverein von Königswusterhausen damals in Magdeburg auf. Bis auf Matze, der sogar bereit war, den verheulten Kuchenförmchen Werfern seine heißgeliebten Taschentücher anzubieten, konnte kaum einer Verständnis für dieses infantile Benehmen aufbringen ...
 
Die psychische Grausamkeit, den Gegner über weite Strecken des Spiels wie den sicheren Sieger aussehen zu und ihn bis zum Letzten in diesem Glauben zu lassen, dann doch knapp im Tiebreak zu gewinnen, beherrscht keine Mannschaft so grandios wie der USV Potsdam (der USV Cottbus erinnert sich gerade schmerzlich!). Die Kunst dabei ist, den Gegner in Selbstzweifel zu treiben die sich jedesmal in der Frage manifestieren: “Wie konnten wir dieses Spiel nur verlieren?” In Anbetracht der oben erwähnten Cholerik trieben wir diese psychische Grausamkeit bis zur nahezu vollendeten Perfektion. Die Taktik war einfach ... und daher einfach genial: Um den Gegner im sicheren Glauben des Sieges zu lassen, wurden sämtliche Defensivaktivitäten auf ein Minimum zurückgefahren, damit sich beim Gegner der Glaube an die absolute Überlegenheit ausreichend manifestieren konnte. Der ansonsten starke Block sollte dem Gegner bewußt Lücken öffnen und damit einen Schlagautomatismus erzeugen. Die Feldabwehr stellten wir zum Teil völlig ein, um dem Gegner im Spielaufbau erkalten zu lassen. Ein ähnliches Prinzip, nur nicht ganz so verschärft, wurde bei der Annahme angewandt. Dennoch gelang es durch spielerische Klasse, den Anschluß zu halten und sich nie allzu deutlich “verhauen” zu lassen. Der Plan griff: nach den ersten zwei abgeschenkten Sätzen, wurde die Mannschaft taktisch umgestellt, der Gegner verwirrt und die sämtlich zuvor ausgefallenen Spielelemente von 0 auf 100 gefahren. Der eintrainierte Schlagautomatismus machte es unseren Blockspielern nun kinderleicht, dem Gegner einen Ball nach dem anderen vor die Füße zu befördern. Trotzdem gab man dem Gegner noch genügend Chancen, noch an sich zu glauben, vor allem im vierten Satz, der mit 27:25 an den USV ging. Der Tiebreak war ähnlich knapp und ging letztendlich mit 16:14 an die Potsdamer.
 
Als Fazit stellt sich eine taktische Meisterleistung dar, die von der Mannschaft grandios umgesetzt wurde. Es fällt mir schwer, in einem solchen Konglomerat aus Perfektionen noch Spieler herauszuheben, aber ich möchte dennoch Jan, Ron und Rudi eine besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen. Aber bis auf den Autor haben alle an diesem Tage eine klasse Leistung geboten: “Ihr seid klasse, Jungs!”
 
Unsere jahrelange Freundschaft zu Waldstadt II und ihre momentan unschöne Tabellensituation ließ uns zu der Überzteugung gelangen, daß man durchaus lokale Schützenhilfe leisten dürfe - Freundschaften muß man schließlich pflegen. Wahre Freunde erkennt man eben in der Not und nicht zufällig heißt es “Teile (die Punkte) und hersche!”

5. Punktspieltag (Spremberg, Wriezen):
 
“In Westen nichts Neues” .. so, oder so ähnlich läßt sich dieser Spieltag kurz und prägnant zusammenfassen. Es dürfte den geneigten Leser in keinster Weise überraschen, daß wir ein Spiel souverän gewonnen und das andere ganz knapp und unglücklich verloren haben (der “Klassiker” also). Ohne dabei weiter auf die knappe 3:0 Klatsche von Wriezen einzugehen, die ich nur mit den Worten von Tobi kommentieren möchte: “Wir halten und im Hintergrund bis wir wissen, wen wir verfolgen müssen.”, möchte ich mich nun den erfreulichen Dingen des Lebens widmen.
 
Spremberg, nach ihrem Sieg beim Sanssouci-Pokal weit von den gestellten Erwartungen entfernt, bemühte sich dann endlich rechtzeitig zum Einschlagen in die Halle. Dies veranlaßte unseren Gröfaz Rudi dazu, zunächst mit dem B-Kader zu beginnen, eine weise Entscsheidung, wie sich herausstellte. Nach der unvermeidbaren Satzführung gelang es Spremberg aus mir unerklärlichen Gründen auszugleichen und im dritten Satz gleich einen 20:13 Vorsprung herauszuspielen. Dies läßt sich wie folgt erklären: Daß wir einen 13:19 Rückstand in einen Sieg umwandeln können, haben wir schon gegen Schöneiche demoinstriert, aber ewig quälte uns die Frage: “Ist das schon alles, können wir noch mehr?” Die Umsetzung der taktischen Anweisungen, die Errichtung eines Blocks und die erneute Erfindung der Feldabwehr, in Fachkreisen auch Gummiwand genannt, führte letztendlich zu einem 25:22 Endstand für den USV und zu der Erkenntnis ... der Rückstand kann garnicht groß genug sein (wenn der Gegner nicht unbedingt Wriezen heißt ... da hat das leider nicht ganz so geklappt, aber der Wille war da). Der vierte Satz begann mit Schwung, ein paar Sprungaufgaben und einer schnellen 9:3 Führung, die dann sicher in ein 25:22 verwandelt wurde.
 
Fazit: Wir verfahren weiter nach dem Prinzip “Teile und herrsche” ...
 
6.Punktspieltag (Cottbus, Ludwigsfelde):
 
Das Spiel gegen Cottbus war geprägt von Licht und Schatten, wobei der Terminus “Blockschatten” eine völlig neue, im übertragenen Sinne wahrhaftige Bedeutung bekam. Wenn man sich auf der einen Seite des Feldes wie ein Blinder fühlte und froh war, von der Aufgabe nicht erschlagen zu werden, machte es auf der anderen Seite genauso viel Spaß, die Blinden jenseits des Netzes nach Strich und Faden zu verarschen. Ich könnte auch behaupten, daß Cottbus von der Schönheit und Eleganz unseres Spiels geblendet war, aber das führt vielleicht ein wenig zu weit ... ach nee, doch nicht. Der Tiebreak mußte mal wieder das Spiel entscheiden. Trotz einem Rückstand zum Seitenwechsel kämpfte sich der USV Potsdam erneut heran und dann vorbei, führte gar mit 13:12. Doch dann schien uns auf einmal nicht mehr die Sonne aus dem Hintern. Zwei unserer (Denkpause des Autors: sage ich jetzt ” ansonsten zuverlässigsten Angreifer”, “größten Deppen” oder gar “bemittleidenswertesten Individuen” ... hmmm, gar nicht so einfach. Wie wärs mit “B-Kader-Spieler”...) Kameraden(schweine) waren dann der Meinung, daß es Cottbus nötiger hätte, und schlugen die nächsten beiden Angriffe fröhlich ins “Aus”. Ärgerlich, aber nicht zu ändern.
 
Dagegen wollte Ludwigsfelde, das gerade gegen Cottbus ebenso knapp gewonnen hatte, sich nun gerne eine Klatsche von uns abholen. Dummerweise wußten sie nichts davon. Im ersten Satz mußten wir erstmal warm werden, bevor wir sie im zweiten so richtig böse verhauten und im dritten eine souveräne 23:20 Führung gegen den Baum setzten. Dabei schloß der Autor neue Freundschaften und mußte sich dann auch noch in der Satzpause dumm von der Seite anmachen lassen. Weil der vierte Satz nun gewonnen werden mußte, taten wir das einfach mal, wobei sich der gegnerische Mittelblock bei seinem Grenzübertritt an der Mittellinie verletzte, theatralisch zu Boden ging und das Spiel leider nicht fortsetzen konnte.
 
Das hat bestimmt ziemlich weh getan. Den fünften Satz zu verlieren war ziemlich albern. Aber wenn der Gegner einen Libero einsetzt, der auf dem Protokoll nicht als solcher gekennzeichnet ist, kann einem das egal sein. Wäre für das Nervenkostüm nur schöner gewesen, wenn das vor dem Abpfiff schon rausgekommen wäre. Somit ist das Spiel 3:0 für uns gewertet worden, zumindest vorerst, denn ganz ohne Protest durch Ludwigsfelde, wird das wohl nicht ad acta gelegt werden.
 
7. Punktspieltag (Brandenburg, KWh II):
 
Obwohl der USV im vierten und fünften Satz gegen Brandenburg klar die bessere Mannschaft war, und diese auch für sich entscheiden konnte, ist es tragisch festzustellen, daß die Entscheidung bereits nach dem dritten gefallen war. Vielleicht lag es den weihnachlichen Gefühlen, daß der USV zu so großer Freigiebigkeit animiert wurde, vielleicht waren es auch kosmische Strahlen oder parapsychologische Phänomene, die den sicheren 3:0 Erfolg des USV vereitelten. Frei nach Rudis “Hätte der Hund nicht gekackt, hätt er den Hasen bekommen.” bleibt festzustellen, daß bei uns so viel gekackt und geschissen wurde, daß es zum Himmel stank. Zum Spiel gegen KWh muß ich mir noch was episches einfallen lassen ...
 
8.Punktspieltag (KWh III, Waldstadt II):
 
Die weisen Worten unseres Tomfizius „Am effektivsten war ich heute zweifellos draußen.“ haben sich scheinbar gleich mehrere Spieler zu Eigen gemacht, so daß der Platz auf der Bankzu einem sehr gefragten Aufenthaltsort wurde, auf den jeder, der aufs Feld geschickt wurde, schnellstens wieder zurückgeholt zu werden wünschte. Vielleicht ist es auch eben jene Massekonzentration gewesen, welche die Gravitation dieses Sitzmöbels so stark erhöhte. er etwas unglückliche Verlust des ersten Satzes gegen Königs Wusterhausen wurde relativ chnell kompensiert, wobei der Gegner streckenweise nicht bereit war, sich durch das pielelement Annahme an diesem selbst zu beteiligen, so daß der zweite Satz relativ deutlich an den USV ging. Leider trat nun etwas ein, das man als „kumulierendes Divergenzassimilations-Phänomen“ bezeichnen kann und zu den schwersten Symptomen des USV Spiels zu zählen ist. Dieses Phänomen ist in jedem Spieler latent genetisch verankert und kommt häufig bei der Überschreitung eines kritischen, noch nicht genau lokalisierten Motivationspunktes zum Ausbruch und bewirkt die völlige Abschaltung der motorischen Automatismen, womit er Betroffene ins spieltechnische Grundschulalter zurückgeworfen wird. Die Folge war der deutliche Verlust des dritten Satzes. Im vierten konnte dieser systematische Verfall der spielerischen Qualität nur durch den radikalen Griff in das gravimetrisch extemporal gesteigerte Sitzmöbel gestoppt werden. Beim Rückstand von 3:11 schien er Satz bereits verloren, doch als der USV langsam zur Normalform zurückfand, schien Königs Wusterhausen keine Chance mehr zu haben und versuchte sich verzweifelt mit dem K1 auf die Punktemarke von 25 zu schleppen. Punkt um Punkt kam der gierige USV-Wolf dem immer ängstlicher werden KWh-Kaninchen näher und beim Stand von 23:22 für den USV war von dem einst glänzenden Fell des Hoppelhasen nur noch ein zerfetztes Stück Leder mit vereinzelt herausstehenden Haarbüscheln übrig. Doch irgendjemand schien dem Wolf auf einmal am Schwanz zu ziehen und plötzlich war das blöde Karnickel bei 25. Schöner Mist, aber damit ist das Abendessen nur vertagt, nicht ausgefallen. Zum Nachtisch gab es dann noch Waldstadt am Grill, aber so richtig Appetit nach dieser verpatzten Jagd hatte keiner mehr so richtig, so daß man sich das Stückchen Lende etwas widerwillig hinter den Gaumen schob. Aber immerhin mal wieder ein 3:0.

... aus mir unerfindlichen Gründen endete diese Saison abgrundtief. Da wir aber ohnehin unter Höhenangst leiden, ist es vielleicht besser, daß wir nun eine Liga tiefer spielen ...