Montag, 21. Januar 2013

Und wieder ein Wochenende mehr versaut

Der Sechser für die Pokalvorrunde wurde wie in jedem Jahr beim abschließenden Training am Donnerstag bestimmt - die schlechtesten sechs beim Zweierturnier mussten die anderthalbstündige Reise durch die von Helmut Kohl einst versprochenen "blühenden Landschaften" ins Herz der Lausitz antreten. Das Spiel gegen Spremberg II, den Letzten der Landesliga Süd, stellte uns vor keine großen Probleme ... was uns angesichts unseres momentanen Trainingszustandes ganz gelegen kam. Ein glanzloses und klares 3:0 nach einer Dreiviertelstunde war das wenig spektakuläre Endergebnis. Die Heimmannschaft Fortuna Finsterwalde, tabellarisch im sumpfigen Mittelfeld der Landesklasse beheimatet, zeigte sich zwar spielstärker und motivierte uns dadurch, etwas konzentrierter an die Aufgabe heranzugehen, aber letztlich waren auch sie dem Notsechser aus Potsdam nicht annähernd gewachsen - was auch nicht wirklich überraschte. Am Ende steht die Qualifikation für die Endrunde - nicht mehr, und nicht weniger. Apropos: wie hat sich eigentlich unser Ligakonkurrent Waldstadt gegen unterklassige Teams geschlagen?

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Die Ballade vom Scheitern

Einst große Stücke auf sich hielt die junge Garde,
von Potsdam Waldstadt, und ihr Ziel war es grade,
zu usurpieren der Göttlichen Thron,
kein Zeichen von Demut oder gar Devotion,
wie es wahren Göttern gebührt - das ist Blasphemie, das ist Revolution!

Doch Revolutionen, wie die Geschichte zeigt,
werden in Deutschland grundsätzlich vergeigt,
und vom waldstädter Kindergarten,
was sollte man auch anderes erwarten,
sie kennen halt die Geschichte nicht - war der Versuch total missraten!

Der Leser erwartet von dieser Dichtung
zu Recht die totale verbale Vernichtung,
so richtig lyrisch ins Gesicht,
physisch geht ja leider nicht,
doch in Reimen ist's noch schlimmer - drum diesmal episch als Gedicht.

Der erste Satz in seinen spielerischen Zügen,
war für den Gegner kein großes Vergnügen,
denn obwohl auf 30 Punkte sie kamen,
am Ende sie lagen sich heulend in’ Armen,
sie hatten doch 21:16 geführt – Unfähigkeit verdient kein Erbarmen.

Der Glaube des Gegners an einen Erfolg
gebrochen, und von der Heroen Wucht überrollt,
zudem technisch rigide der Mann auf dem Thron,
unterband er so manche Zuspielaktion,
des neuen Stellers – eines taktischen Wechsels gerechter Lohn.

Vom Spielfeldrand die Führungsetage,
verfolgte resigniert nun die Demontage,
denn wer Demut nicht zeigt, muss Demütigung erfahren,
schmerzlich durch „überheblich“ und „arrogantes“ Gebahren,
des Schwarzen Balletts – besser man lernt’s gleich in jungen Jahren.

(weitere Strophen folgen)

Donnerstag, 15. November 2012

VFH darf vorlegen

Am Samstag wird die streng antipazifistisch und temopär antizipatorisch eingestellte Glaubensgemeinschaft aus Golm nach Brandenburg reisen, um nach den wilhelminischen Grundsätzen "Gefangene werden nicht gemacht" den ihr zustehenden Platz an der Sonne zu behaupten. In den Begegnungen gegen die Blau-Weißen aus Brandenburg und die aus der Ostmark anreisenden Fürstenwalder gilt es, die Ergebnisse der letzten Wochen zu bestätigen und die potentiellen Usurpatoren unter Zugzwang zu setzen. Die Heroen werden also nach der vfh'schen Interpretation des religiösen Grundsatzes "Geben ist seliger denn nehmen" handeln und eher austeilen, statt einstecken.

Sonntag, 11. November 2012

Zeitspiel

Der Spieltag gegen die Sportfreunde und den SV Wusterhausen stand unter einem enormen Zeitdruck. Es ist zwar noch nicht so weit, dass uns die Spieler unter der Hand wegsterben, aber verschiedene Verpflichtungen drohten den ohnehin "ökonomischen" Kader weiter zu reduzieren. Umso ärgerlicher war es, dass zunächst die Sortfreunde einen sicheren 2:0 Vorsprung in den Tiereak retteten (diesen auch noch verloren), und dann auch noch der Schiedsrichterbeobachter die Spielpause unnötig verlängerte. Gegen die Sportfreunde Brandenburg konnten wir zwar noch einen adäquaten Kader aufbieten, mussten aber das Spiel schnell über die Bühne bringen, um gegen Wusterhausen nicht mit drei Zuspielern auf dem Feld stehen zu müssen. Glücklicherweise waren die Sportfreunde ein dankbares Opfer, das die Zeichen der Zeit erkannte und sich in Resignation ob ihrer schwachen Annahme und dem indirekt proportionalen Verhältnis von mannschaftlichem Frieden und Eigenfehlerquote, wobei letztere einen konjunkturellen Aufschwung erlebte, ergab. 
Im Spiel gegen Wusterhausen waren wir dann nur noch zu acht, weil Rosi den Zug nach Nirgendwo nehmen musste, und auch Marci nur ein begrenzter Zeitrahmen zur Verfügung stand. Um im Notfall während des Spiels das System umstellen zu können, spielten wir (weiter) ohne Libero, so dass wir mit Tobi und Lucky immerhin noch zwei grandiose Wechseloptionen hatten, Thomas erbte die Außenposition von Rosi. Ob der VFH hoffte, dass sich Wusterhausen ähnlich solidarisch verhalten und devot die drei Sätze abschenken würde, geht aus den Quellen nicht eindeutig hervor, zumindest lässt der Mangel an Spielkultur indes erahnen, dass man das Spiel nicht so ganz erst nahm. Als dann auch noch der erste Satz mit 27:25 verloren ging, waren die Exkremente am Rauchen. Mit etwas mehr Engagement und deutlich erkennbarem Destruktionswillen ging es nun, immer mit einem Auge die Uhr im Blick, an die Demontage des Gegners, wobei vor allem der Block und die Feldabwehr zwei äußerst verlässliche und gut harmonierende Spielelemente darstellten. Die ohnehin stabile Annahme erlaubte es, den Schnellangriff für den Gegner stets unberechenbar und latent bedrohlich zu halten, so dass unsere Außen sich häufig nur mit einem Doppelblockfragment auseinandersetzen mussten. Letzten konnten wir unseren Zeitplan auf die Minuten genau einhalten und siegten auch im zweiten Spiel sicher, musten aber einen Satz als Tribut unserer mangelnden Leistungsbereitschaft opfern.

Sonntag, 28. Oktober 2012

Lange Leine, kurze Leine

Die spielökonomische Strategie dieses Samstages war auf eine trainingskohärente Konzeption ausgelegt, um nicht durch eine unproportional hohe Mannschaftsstärke in Relation zur Trainingsbeteiligung aus dem Konzept gebracht zu werden. Wir waren zu der Überzeugung gelangt, dass gegen Elsterwerda und Gransee-Lindow II ein quantitativ reuziertes Aufgebot vollends ausreichen würde, so dass den anderen Spielern eine regenerative Pause gegönnt werden könnte. 
Elsterwerda, das beim Stand von 2:11 bereits die zweite Auszeit nahm, musste erkennen, dass sie selbst einem VFH ohne etablierte Diagonale und ohne Libero nicht gewachsen waren, und im ersten Satz vom Potsdamer Panzerbataillon völlig überrollt wurden. Vor allem in der Feldverteidigung zeigte der Tabellenführer eine für seine Verhältnisse äußerst ansprechende Leistung, und brachte die Gäste aus dem Südbrandenburgischen zur Verzweiflung, die das Fehlen ihres Melkmaschinen in Kirgistan montierenden Hauptangreifers nicht kompensieren konnten. Auch den zweiten Satz hatten die "Glorreichen Sieben" aus Potsdam stets unter Kontrolle und konterten einen zwischenzeitlichen 15:17 Rückstand souverän. Mit der stoischen Routine eines Titelaspiranten ließen die Potsdamer auch im dritten Satz nichts anbrennen, ließen den Gegner nach komfortablen Vorsprung nochmal auf 21:20 herankommen, um ihn dann eiskalt abzuziehen. Ein souveräner und angesichts der geringen Quantität ökonomisch wertvoller 3:0 Sieg.
Das Spiel gegen Gransee-Lindow II war dagegen etwas kraftraubender, was nicht zuletzt am sprunghaften Anstieg der leichten Fehler auf Seiten der Potsdamer lag. Als sich der Gastgeber im ersten Satz auf 22:18 absetzte, sah sich der MfMP dazu genötigt, mit einer Aufschlagsserie den lindower Jugendspielern zu zeigen, dass man Spiele in der Annahme gewinnt - oder eben verliert. Der zweite Satz verdient das Prädikat "grausam", womit eigentlich alles gesagt ist, auch, dass wir den Satzausgleich hinnehmen mussten. Die Zeichen der Zeit erkennend, erhöhte der VFH nun wieder die Schlagzahl und demontierte die nun sichtlich überforderten Gegenspieler mit 25:15. Die 16:10 Führung für Gransee im vierten Satz konterte der Tabellenführer mit einer erneuten Lehrstunde des Pädagogen, der mit langanhaltendem Vortrag "Über die Bedeutung der Annahme für den Spielaufbau" eine 18:16 Führung für Potsdam konstatierte - manchmal braucht man nur die richtige Motivation. Obwohl das Spiel nicht unbedingt das Prädikat spielerisch wertvoll verdient, hat die Mannschaft doch Charakter bewiesen. 
Noch ein kleiner Denkanstoß für die Konstrukteure von behindertengerechten Toiletten: Eine Schiebetür lässt sich mit einem horizontal verschiebbaren Riegel nicht wirklich verriegeln ... nur mal so.

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Sunday, bloody Sunday

Obwohl Björn in seinem grenzenlosen Egoismus die geplante Opferzeremonie auf sich ausgerichtet hatte - dass die ehemaligen westelbischen Klassenfeinde auch immer so egozentrisch sein müssen - und meinte, dem Spiel mit einem kühlen hopfenbasierten Erfrischungsgetränk einem Pascha gleich von jenseits des Spielfeldes beiwohnen zu müssen, konnten wir das versprochene Menschenopfer dann doch noch planmäßig vollziehen. Ging der erste Satz noch aufgrund von stumpfem Arbeitsgerät - wer schonmal mit einem stumpfen Messer versucht hat, eine Schächtung zu vollziehen, weiß, wovon ich rede - noch mit 25:23 an die Gäste aus Hennigsdorf, glichen die folgenden drei einem spielerischen Massaker. Die Priester aus dem heiligen Tempelbezirk zu Golm zerlegten die Hennigsdorfer nach allen Regeln der Kunst und sezierten sie förmlich mit ihren druckvollen Aufschlägen und ihrem überragenden Blockspiel. Satzendstände von 25:15, 25:13 und 25:10 wirken fast verharmlosend angesichts der drückenden Überlegenheit in allen Spielelementen. 
Dass Waldstadt anfangs gar nicht gewillt war, sich spielerisch am Spitzenspiel des Tages zu beteiligen und das Spielelement Annahme für überbewertet hielt, überraschte uns ein wenig. Man konnte fast den Eindruck gewinnen, die Zielstellung "zweistellig werden" würde sie schon vor unlösbare Probleme stellen. Dass es doch noch zehn Punkte wurden lag wohl nur daran, dass Mustafa nach seinen zehn Aufschlägen in Folge nicht ausgerechnet den Satzball verschlagen wollte. Dass wir im zweiten Satz nach anfänglicher Führung dazu übergingen, den Gegner durch leichte Fehler aufzubauen lässt sich nur dadurch erklären, dass uns das Spiel bis dahin deutlich zu einseitig und unter unserem Niveau war. Neugierig ob der scheinbar überforderten präevolutionären Spezies im Unterholz, kamen wir von unseren Bäumen herab und betrachteten staunend, was einmal, wenn es die nächsten Evolutionshürden erfolgreich meistert, ein Volleyballer werden könnte. Da wir uns in der Strauchschicht als Baumbewohner nicht so auskennen, konnte Waldtadt nun seinen Standortvorteil ausnutzen - mit jeweils 20:25 gingen die folgenden Sätze an den Gastgeber. Trotz aller Sympathie hielten wir es dann doch für angemessen, noch einmal deutlich zu machen, wo die spielerische Dominanz beheimatet ist, und ein unmissverständliches 25:18 nachzulegen. Der Tiebreak, der bis zum 7:7 ausgeglichen war und dann durch eine "unglückliche" Fehlentscheidung einen nicht unerheblichen Eingriff von außen erfuhr, wurde am Ende erneut von unserer Fazination für die Bewohner der Strauchschicht geprägt, so dass wir über all das vergaßen, den Satz vernünftig zu Ende zu spielen. Unser Ziel, die Tabellenführung zu behaupten, hatten wir erreicht, und unter diesen Voraussetzungen kann man auch mal großzügig sein. Apropos: In unserer großzügigen Art werden wir die Schiedsrichterleistung diesmal nicht kommentieren, zumal ein einfaches Kopfschütteln genügt.

Freitag, 19. Oktober 2012

Opferkult zum Totensonntag

Am Sonntag ab 11:00 Uhr in der Halle "Zum Jagenstein" in Potsdam gilt es, die hart erkämpfte Spitzenposition gegen die zwei stark gestarteten Aufsteiger Motor Hennigsdorf und VC Potsdam Waldstadt II zu verteidigen, respektive ihnen die Grenzen aufzuzeigen und deutlich zu machen, wo sich das Leistungsnevieau der Brandenburgliga bewegt. Das Sakrileg, am heiligen Sonntag spielen zu müssen, verlangt von der streng religösen Glaubensgemeinschaft aus Golm, größte Entbehrungen und Enthaltsamkeit bei den samstäglichen Trankopfern, weshalb die Götter am Sonntag ein besonders blutiges Menschenopfer fordern, was die Gottgleichen in ihrer vollendeten Devotion bereit sind zu vollziehen, wobei es der Ritus verlangt, dass die auf dem Schlachtfeld gefangenen Gegner in einem den Göttern gefälligen Akt geschächtet werden, und das Blut dabei in den zuvor entfernten Schädeldecken aufgefangen und zur rituellen Säuberung nach dem Spiel über die Köpfe der Heiligen Krieger aus dem Tempelbezirk zu Golm geschüttet wird. Dieses Konglomerat aus maya'schen und aztekischen Opferritualen verdeutlicht die Omnipräsenz und den göttlichen Allmachtsanspruch, sowie die religiöse Toleranz dieser einzigartigen Glaubensgemeinschaft.