Montag, 23. Januar 2023

USV Potsdam ist Landesmeister

Die grauen Eminenzen des USV Potsdam setzen sich im Finale der Senioren-Landesmeisterschaft souverän gegen den VC Blau-Weiß Brandenburg durch und sichern sich den Titel zum vierten Mal in Folge.

Aufgrund eines Feueralarms wurden die Heroen aus Golm nackt, respektive dürftig und teilweise nur mit einer Bierflasche bekleidet von der Feuerwehr aus der Dusche ins Freie eskortiert, was sofort zu einem Menschenauflauf und einer spontanen Autogrammstunde führte.

Für den USV obsiegten v.l.n.r.: Bullrich, Attila, Matze, Georg, Lucky, Richi, Markus und Tom.


Sonntag, 15. Januar 2023

USV Potsdam souveräner Stadtmeister

Die Men's Health Models von 1956 waren letzten Samstag beim Benjamin Blümchen Fanclub des SC Potsdam zum Kindergeburtstag eingeladen. Während die Gastgeber noch die Hüpfburg vor der Halle aufbauten, forderten uns die ebenfalls eingeladenen Bibi und Tina Fans aus Schöneiche zum ersten Spiel heraus. Da Väter bei solchen Veranstaltungen stets bestrebt sind, sich mit einem oder einer kühlen Blonden möglichst schnell in irgendeine Ecke zu verziehen, stand unser Matchplan fest - zwei schnelle 3:0 Siege.
Die Gäste aus Schöneiche bekamen es nunmehr mit dem ältesten Mittelblock, und dem "umfangreichsten" und vollmondartigsten Außenangriff der Liga zu tun. Die massige Überlegenheit führte dann auch dazu, dass wir den Gegner förmlich überrollten. Obwohl uns Martins Passion, Bälle völlig unmotiviert an die Decke zu jagen, im dritten Satz viel pädagogisches Feingefühl abverlangte, stand am Ende ein verdientes 3:0.
Dass der SC Potsdam dem USV zu keiner Zeit vor größere Probleme stellen kann, hatte er bereits letzte Woche unter Beweis gestellt und knüpfte nahtlos an diese Leistung an - insofern kann man von einer gewissen Konstanz sprechen. Das abgehangene Gammelfleisch aus Golm überzeugte mit durchdachter und wenig unnötiger Agilität. Angesichts eines Durchschnittsalters des USV Sechsers von 40,8 Jahren, waren wir unserem Gegner in der Summe wohl hundert Jahre Volleyballerfahrung überlegen... und vermutlich auch um 100 Kilo (wenn das mal reicht).
Unter dem Strich bleiben zwei souveräne 3:0 Siege, womit der USV Potsdam nicht nur die Stadtmeisterschaft für sich entscheiden hat, sondern wohl auch endgültig den Klassenerhalt geschafft haben dürfte.
 

 

Montag, 9. Januar 2023

Unachtsamkeit muss bestraft werden

Für den SC Potsdam II brachte dieser Sonntag in Zossen einen Hauch von Regionalliga: die An- und Abreise dauerte länger als das Spiel selbst, was angesichts der geographischen Entfernung zwischen Zossen und Potsdam schon ein Kunststück ist. Eigentlich ist das Spiel damit schon umfänglich beschrieben, der USV Potsdam spielte souverän seine Routine aus und hatte nach zwei Sätzen doppelt so viele Punkte wie der überforderte Gegner. Nach unter einer Stunde reiner Spielzeit war dann für das jugendliche Ensemble des SC potsdam die Lehrstunde beendet - hoffentlich haben sie mitgeschrieben, nächste Woche schreiben wir nen Test darüber (da findet das Rückspiel statt).
Der MSV Zossen war an diesem Tage personell nicht sonderlich gesegnet und musste auf einige etatmäßige Spieler verzichten. Zumindest kann man ihnen das Prädikat "stets bemüht" ins Muttiheft schreiben. In der Feldabwehr ambitioniert, im Angriff aber nicht durchschlagend entwickelten sich häufig Ballwechsel, in denen das Seniorenensemble aus Golm einfach vermied, den Fehler vor dem Gegner zu machen - im Prinzip eine sinnvolle Taktik. Satzendstände von 25:18 und 25:19 klingen am Ende knapper, als es eigentlich war.
Im dritten Satz probierte es der USV mit der umgekehrten Taktik, den Fehler einfach vor dem Gegner machen. Dass das eigentlich eine bescheuerte Idee ist, hätte man schon vor dem 1:8 merken können. Dennoch befanden die Routiniers aus Golm, nachdem sie sich auf 6:8 herangearbeitet hatten, diese Taktik hätte noch eine zweite Chance verdient. Erstaunlicherweise zeigte der Zwischenstand von 10:17, dass die Taktik immernoch total bescheuert war. Einige taktische Umstellungen und ein paar Minuten später hatte man sich auf 23:20 abgesetzt und die Sache war durch. Der USV beginnt das neue Jahr standesgemäß mit zwei 3:0 Siegen und hat sich den wohlverdienten Platz an der Sonne zurückgeholt.
Bleibt noch die Frage, was die Überschrift mit dem Spieltag zu tun hat. Der USV hat es aus bisher nicht nachvollziehbaren Gründen "verschlampt", sich präventiv um die Bierversorgung zu kümmern, so dass der käufliche Erwerb an der Tankstelle unseren Krauti dazu zwang, sein Sparbuch aufzulösen. Der für dieses Missmanagement Verantwortliche wird natürlich entsprechend der USV-Gesetze aufs Härteste bestraft.

Montag, 14. November 2022

Landesmeister unter sich

Es gibt Spiele, und es gibt "epische Duelle" - das Spiel gegen den SC Potsdam III am vergangen Samstag zählte eindeutig zu letzterem. Sicher nicht wegen der spielerischen Qualität - zumindest nicht von Seiten des SCP - sondern, weil es um die determinierende Frage ging, wer für die nächsten sieben Tage mit dem großen "L" oder dem Opfer-"O" auf der Stirn durch Potsdam flanieren muss. Das verbale Preludium lässt bereits erahnen, wer das wohl ist.
Die Talentschmiede aus Golm spielte seit gefühlten zwei Generationen mal wieder mit einem Libero, der für seine Leistung mit Bier entlohnt und entsprechend blitzeblau zu Hause ankam.
Vielleicht lag es daran, dass der SC Potsdam III im Vergleich zum USV einen wahren Jungbrunnen aufs Feld schickte und entsprechend mit der Cleverness und Abgebrühtheit der "alten Recken" überfordert war, auf jeden Fall kontrollierte das Schwarze Ballett seinen Gegner fast nach Belieben, was insbesondere im desaströsen 25:13 des zweiten Satzes offen zu Tage trat. Auch den dritten Satz spielten die Heroen aus Golm dann routiniert herunter und kamen zu einem überlegenen 3:0 Auswärtssieg beim amtierenden Landesmeister. Der USV Potsdam vertiefte damit die eklatante Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit beim SCP III noch etwas weiter, zumal Niederlagen gegen das Schwarze Ballett aufgrund der folgenden verbalen Demütigung noch schmerzlicher sind, als ohnehin schon.
Das Spiel gegen die Netzhoppers war vorab als "Pflichtaufgabe" deklariert worden, was jetzt nicht despektierlich sein soll, aber im Selbstverständnis des USV ist das halt genetisch so verankert. Die Jugendabteilung aus Königswusterhausen war auch stets bemüht, scheiterte aber zu häufig an den mangels Alterserfahrung hervorgerufenen unnötigen Eigenfehlern. Ganz abgesehen davon, dass der USV an diesem Tag über eine äußerst stabile und verlässliche Annahme und einen überragenden Block verfügte. In der Summe ist das für eine unerfahrene Mannschaft einfach ein unlösbares Problem. Und so absolvierten die Heroen aus Golm ihre "Pflichtaufgabe" bravourös und obsiegten auch hier mit 3:0 (-22,-18,-16).
Aber schon am nächsten Samstag gibt es das nächste Derby, diesmal in dreifacher Ausfertigung, wenn der USV Potsdam den SC Potsdam III und den Potsdamer VC in Golm begrüßt. Diese im Vorfeld als Hochrisikospiele eigestuften Begegnungen werden mit einem entsprechenden Polizeiaufgebot und angeforderter Verstärkung durch die Luftwaffe begleitet um Ausschreitungen zu begegnen.

Montag, 17. Oktober 2022

Wenn sich Luigi für seinen Bruder schämt

Seit Cottbus zum Schengenraum gehört, ist die Anreise viel entspannter, weil man auch ohne Ahnentafel einreisen darf und seinen Ariernachweis nicht ständig mitführen muss. Aber im Ernst, Cottbus ist eine wunderschöne bunte Stadt, das hätte vom Schiedsgericht nicht gesondert unterstrichen werden müssen - aber der Reihe nach.
Der USV Potsdam war vergangenen Samstag in die Perle der Lausitz gereist, um dem Cottbuser Anhang zu zeigen, dass wir mehr können als auf dem Feld stehen und Punkte dalassen.
Parallel wurde das klassische Stück "Luigis Bruder", aus der späten Schaffensperiode des bekannten postsurrealistischen Dramatikers S. Richter aufgeführt, das hier allerdings als Posse dargeboten wurde - ein künstlerisches Meisterwerk.
Die Zossener, das geriatrische Asyl für unseren, seinen sportlichen Lebensabend ausklingen lassenden "wäre er mal beim USV geblieben"-Jan, waren an diesem Tage personell nicht unbedingt mit der volleyballerischen "haute cuisine" angereist. Mit dem spielerischen Charme einer Bahnhofsvorplatzfrittenbude bekam der USV aber zumindest eine solide und verlässliche Bratwurst geliefert, die dann ordnungsgemäß portioniert wurde und ohne groß zu kauen seinen Weg in den Verdauungstrakt des Schwarzen Balletts antrat.
Dabei begann der erste Akt der Posse "Luigis Bruder", in dem die Zuschauer in den Charakter der dominant-allwissend auftretenden Herrschergestalt, die vom Künstler stets als "Luigis Bruder" bezeichnet wird, eingeführt wurden. Bezeichnend die Szene im zweiten Aufzug, als Luigis Bruder dem sympathischen Helden von oben herab entgegnet: "Einen Fehler zu zeigen genehmt mir nicht, suche er sich einen aus, der kleine Wicht."
Während Zossen so langsam seine Bahnen durch den Verdauungstrakt des USV zog, schickte sich der gastgebende Cottbuser VV an, das gute Geschirr für das anstehende Gelage herauszuholen. Ich kann mich nicht entsinnen, dass der USV jemals 14 Spieler auf ein Protokoll bekommen hätte. Jedenfalls fuhr der CVV ordentliche Geschütze auf, die der Bestia Negra durchaus dauerhaft Probleme hätten bereiten können. Die Verwendung des Konjuktivs verrät - es gibt da eine Einschränkung: die alte Volleyballweisheit "Ein Spiel wird in der Annahme entschieden". Das Spiel war durchaus sehenswert, eng, intensiv und auf einem guten Niveau, in dem auf beiden Seiten insbesondere die Block- und Abwehrleistung hervorzuheben sind. Nachdem der erste Satz erwartungsgemäß mit 25:21 an den USV ging, wurde der zweite Satz zum Auftakt des zweiten Aktes der künstlerischen Paralleldarbietung. Nachdem der USV zwei Satzbälle abwehren konnte und auf 23:24 herankamen, gelang es Phil nicht, innerhalb von 8 Sekunden einen Aufschlag auszuführen - im Nachhinein finde ich die Zeit auch echt knapp bemessen.
Der strahlende Held wollte nun gerne den Aushilfs-Luigi um Aufklärung bitten, als Luigis Bruder sich einmischte und mit der freundlich formulierten Bitte "Hau ab, du hast hier nichts zu suchen" fleißig an seiner Kompetenzüberschreitung und verbalen Eskalation arbeitete - der Auftakt zur vorläufigen Kulmination. Im Drama heißt es weiter:
Luigis Bruder: (geht zum Dorfschulzen) "Seist du nicht der Trainer, sprich! So verkündige deinem Pöbel, er möge im Zaume halten sich!
Dorfschulze: "Habe er ein Problem, so wende er sich an den Kapitän."
Luigis Bruder: (dem Dorfschulzen ans Revers greifend) "Werde er nicht frech, wenn ich hier schelt, sonst schmeiße ich ihn noch heute vom Feld."
Die Darbietung beider Schauspieler war in dieser Szene hervorragend, und wurde von der Presse in den höchsten Tönen gelobt. Der für S. Richter typische Surrealismus brach sich nun Bahn, als der USV Potsdam aufgrund eines Spielerwechsels beim Cottbuser VV eine Verwarnung wegen Verzögerung erhielt. Eine herrliche Inszenierung. Die Äußerung des strahlenden Helden: "Ich verstehe nicht, warum man in ein so tolles Spiel so eine unnötige Schärfe reinbringen muss" wurde dann vom Aushilfs-Luigi als "Schnarchnase" und Schiedsrichterbeledigung gedeutet, so dass die Farbpalette um eine schöne Herbstfarbe erweitert wurde.
Bis dahin war dieser dritte Satz ein absolut hochklassiges Spiel auf Augenhöhe, in dem Cottbus stets knapp führte. Nun gelang es ihnen, sich auf 20:17 abzusetzen, doch das Feuer beim USV war jetzt erst richtig geschürt, so dass die Schwarze Bestie aus Golm einen 7:0 Lauf hin-, und Cottbus völlig zerlegte. Übrigens, die Krönung des Surrealismus: Krauti sagt in der Satzpause: "Wir bleiben jetzt alle ganz ruhig und sagen gar nichts mehr."
Den Heroen aus Golm gelang nun die totale Zerstörung des Gatgebers. Völlig gebrochen wechselten sie munter durch den B-Kader, der vom angestachelten USV nach Strich und Faden mit allen Kabinettstückchen vorgeführt wurde. Mit 25:21, 23:25, 25:21 und 25:15 obsiegte das Schwarze Ballett am Ende völlig verdient.
Die nächste Aufführung von "Luigis Bruder" findet dann hoffentlich ohne das Ensemble des USV statt, sonst wird die Posse zur Tragödie.
Nach den ersten beiden Spielen hätten wir tatsächlich nicht gedacht, dass man gegen Zossen mehr als drei Sätze spielen kann, aber in Cottbus wird auch das Unmögliche möglich - Danke für 5 bierenstarke Sätze.
PS: Gute Besserung an Florian.

Donnerstag, 13. Oktober 2022

Schluss mit Kuschelkurs

Nachdem die Cottbusser vergangene Saison in der Regionalliga vor sich hin vegetieren, wo sie mit ausgeprägter Erfolglosigkeit glänzen konnten, versuchen sie sich erneut in der härtesten Liga der Welt - die verbale Schonzeit und das gegenseitig ehrerbietende in den Arsch gekrieche ist jetzt vorbei.

Die letzten Begegnungen zwischen Cottbus und dem USV Potsdam sahen souveräne Siege der Hauptstädter, womit die Favoritenrolle wohl klar sein sollte.
Also Schluss mit Rumgeeier, am Samstag gibt's auf Kolumbus sein Ei!
Achso, Zossen kommt auch. Kennt jemand die Mannschaft?

Dienstag, 11. Oktober 2022

Vom USV lernen, heißt siegen lernen

 

Ich weiß ja nicht, wer da im Kreml die Propaganda zu verantworten hat, aber so dilettantisch und amateurhaft... Joseph würde sich im Grabe umdrehen (also Joseph von Arimathäa natürlich). Traurig, einfach nur traurig. Umso schöner, dass der USV Potsdam und sein MfMP wieder zurück sind.

Am vergangenen Samstag ging es personell etwas ausgedünnt nach Schöneiche. Daraus ergab sich ein vorteilhafter Bierquotient, und die Erfahrung lehrte, dass man einen Gegner auch zu siebent demütigen kann.
Das erste Spiel bestritten wir gegen die bemitleidenswerten Überreste von Teltow-Kleinmachnow - sagen wir mal so, die neuen russischen Rekruten sind im Verhältnis dazu Eliteeinheiten. Im ersten Satz konnte der USV Potsdam sehr gezielte und punktuelle Akzente setzen - insgesamt 16 an der Zahl, was diesen Satz auf eine Stufe mit so heroischen Manövern wie den Schlieffenplan oder den russischen Vormarsch auf Kiew stellt.
Nach dieser kleinen Kennenlernrunde des neu zusammengewürfelten Schwarzen Balletts startete dann die Gegenoffensive und fortan nahm das Drama für den VC Teltow-Kleinmachnow seinen Lauf, der von "konkurrenzfähig" an diesem Tag so weit entfernt war wie der USV von "sympathisch". Inzwischen gilt sogar der Begriff "Teltow-Kleinmachnow" als international akzeptiertes Synonym für "totales Debakel". Satzendstände von 25:9, 25:17 und 25:16 machen dies eindrucksvoll deutlich.
Obwohl der Gastgeber Schöneiche dann im zweiten Spiel tatsächlich 14 Spieler aufbot, durfte das Gesamtalter der sieben USV-Spieler noch höher gelegen haben - ich befürchte, das galt trotz meiner Anwesenheit auch für das Gesamtgewicht (von wegen "ausgedünnt"). Das Schwarze Ballett blieb bei seinem Credo, dem Gegner bei der fehlerhaften Ausführung von Spielelementen den Vortritt zu lassen, und beschränkte sich auf eine gute Block-Feldabwehrarbeit und bisweilen überzeugende Gegenangriffe. Leider zeigte Martin in aller Öffentlichkeit, dass der USV Potsdam II nach der Fusion mit der ehemaligen "Ersten" nicht mehr der intellektuelle Leuchtturm der Liga ist - den Aufschrei von Dr. Risse bei der Vergewaltigung physikalischer Gesetze war von Australien bis nach Schöneiche zu hören.
Schöneiche zeigte sich trotz ihrer eingeschränkten spielerischen Möglichkeiten stets bemüht, war aber dem technischen und taktischen Repertoire des USV Potsdam zu keiner Zeit des Spiels gewachsen. Mit 25:21, 25:13 und 25:20 sicherte sich der fünfmalige Landesmeister weitere drei Punkte und legt damit einen deutlich besseren Start als letzte Saison hin. Angesichts der Qualitäten dieser Mannschaft im Schlussspurt, sollte der Liga schon jetzt Angst und Bange werden.

Donnerstag, 4. August 2022

Revolutionäre Regeländerung im Volleyball

Ab der kommenden Saison wird dem ästhetischen Anspruch im Volleyball durch die Einführung eines Koeffizienten in der Ausführung des Ballwechsels Rechnung getragen, wobei neben dem Schiedsrichter auch Wertungsrichter eingesetzt werden sollen. Dabei werden Einerblocks mit einem Koeffizienten von 1,75 gewertet, Gegenangriffe nach der Abwehr eines Schnellangriffs gar mit 2,15. Die drei Wertungsrichter stellt die spielfreie Mannschaft, diese einigen sich nach jedem Ballwechsel auf den Punktekoeffizienten mit einfacher Mehrheit. Hinzu kommt ein Geriatriefaktor, der je nach Alter des Spielers den erzielten Punkt zusätzlich um den Faktor der Seniorenklasse aufwertet. Punkte durch Spieler unter 36 Jahren zählen dadurch halb so viel. Dadurch soll mehr Gerechtigkeit im Spiel und Respekt gegenüber den Alten erreicht werden. Übrigens, Spieler über 42 Jahren dürfen von unter 30 Jährigen nicht mehr geblockt werden, es sei denn, sie können einen Bänderriss innerhalb der letzten fünf Jahre nachweisen. Das gerissene Band muss sich unterhalb der Hüfte befinden, Sehnenabrisse in der Schulter legitimieren zumindest für einen Einhandblock mit der lädierten Schulter.

Montag, 25. April 2022

Zu Gast bei Empör

"Endlich mal wieder eine Mannschaft, die sich nicht unter Kontrolle hat", dachte sich das Seniorenensemble aus Golm, und spielte entsprechend die ganz große Provokationsklaviatur, von "fein subtil", über "penetrant" bis hin zu - natürlich: "arrogant". Aber mal ehrlich, ein sauberes Zuspiel und grazil anmutende, formvollendete Technik, wie sie der USV praktiziert, sollten in der Brandenburgliga doch nicht zuviel verlangt sein. Aber der Reihe nach.
Das ausgedünnte und leicht angegreiste Starensemble gastierte am Sonntag in Brandenburg, genauergesagt in einem "strukturschwachen" Randbezirk dieser glänzenden Metropole. Vor zehn Jahren hätten wir noch gelost, welche zwei Spieler den Gegner vermöbeln, während sich die anderen schon mal ein Bier aufmachen, aber da man während des Spiels kein Bier mehr trinken darf... im Gegensatz zu anderen Mannschaften an diesem Tage haben wir uns daran gehalten.
Nachdem wir Zossen im ersten Satz entspannt zerlegt hatten, kam uns in den folgenden zwei Sätzen irgendwie der Spielfluss abhanden. Der produzierte Ausschuss hätte eine eigene Sondermülldeponie verdient gehabt. Entsprechend mühevoll mussten wir versuchen, wieder ein halbwegs passables Niveau zu finden, um Zossen noch in den Tiebreak zu zwingen. Mit einem fulminanten Kraftakt raubten wir Zossen noch mit 27:25 die schon sicher geglaubten drei Punkte. Dabei zeigte der Gegner in dieser Phase des Spiels eine gewisse mentale Anfälligkeit für auf ihrer Seite zurecht geahndete technische Unzulänglichkeiten. Danach brach Zossen quasi komplett zusammen, so dass der USV, der plötzlich die Blockarbeit für sich entdeckte, schon zum Seitenwechsel mit 8:2 in Front lag. Am Ende stand ein demütigendes 15:4.
Deutlich amüsanter wurde dann das Spiel gegen Empör Brandenburg, nicht weil der USV plötzlich spielerisch zu überzeugen wusste (kein Gedanke), sondern die Brandenburger mental und geistig noch labiler waren als Zossen - ein gefundenes Opfer also. Die sichere 2:0 Satzführung, die wir den Hausherren zugestanden, diente als Katalysator für das, was folgen sollte, denn scheinbar glaubten auch diese, drei Punkte gegen den USV holen zu können. In den folgenden zwei Sätzen zog der USV das Niveau ein wenig an und schon war es um das filigrane Nervenkostüm einiger Akteure geschehen. Jeder Schiedsrichter weiß natürlich, dass ich nur in berechtigten Einzelfällen mal dezent auf eine unglückliche Entscheidung hinweise, während bei den Brandenburgern gefühlt jeder brüllend-eskalierend seinen unqualifizierten Senf dazugeben musste - und das ständig. Wenn das keine Steilvorlage für den USV ist. Die Eskalationsstufen reichten dabei von Schiedsrichter anbrüllen über das Androhen einer Zusammenkunft vor der Tür (der wollte doch nicht unser Bier wegtrinken?) bis hin zu aktiver pedophiler Gewalt (um Missverständnissen vorzubeugen, pedo aus dem lat. wie "Fuß") gegenüber dem armen, unschuldigen Spielgerät. Letzteres führte dann zu einer Angleichung von Karten- und Gesichtsfarbe des Akteurs. Der Scheibenwischer des Trainers blieb hingegen ungeahndet. Dass Brandenburg so natürlich gegen den routinierten und abgeklärten Seriensieger keine Chance mehr hatte, war ja selbstverständlich. Gebrochen und hadernd mussten sie sich der evolutionären Allmacht des Schwarzen Balletts ergeben - denn gemäß Darwin überlebt nicht der Stärkste.
Dass die "alte Garde" in angeschlagenem Zustand noch locker zehn Sätze durchhält und dabei zweimal als Sieger vom Platz geht, Bedarf keiner weiteren Worte. Und vielleicht fragen wir beim nächsten Mal einfach wieder die Gegner, von welchen beiden unserer Spieler sie sich verhauen lassen wollen. In diesem Sinne Prost!

Freitag, 25. Februar 2022

USV Potsdam II verlegt seine Truppen in den Osten

Im deklamierten Kampf um die Weltherrschaft hat der USV Potsdam II neben seinen akzeptierten Kontrahenten Pinky und Brain einen weiteren Nebenbuhler bekommen. Ein östlich ansässiger "lupenreiner Demokrat" begann vor wenigen Tagen - vermutlich exakt um 5:45 Uhr - mit der Wahrung seiner Sicherheitsinteressen in einem angrenzenden Nachbarland, das er von den Nazis befreien will - wie löblich. Da hat dann aber wohl sein großes Vorbild Genosse Dschughaschwili etwas schlampig entnazifiziert.
Natürlich fühlt sich der USV Potsdam II in seinen berechtigten Sicherheitsinteressen bedroht und wird deshalb am Samstag mit einem begrenzten Kontingent zu einem deeskalierenden Manöver in den Osten zum Schutz der deutschen Ostgrenze aufbrechen. Und damit der KGB nicht so lange recherchieren muss - wir sind in Forst.

Samstag, 7. November 2020

USV II reklamiert Landesmeisterschaft für sich

Obwohl erst ein Spieltag absolviert wurde, zeichnet sich schon jetzt die eklatante Dominanz des Schwarzen Balletts ab, so dass sich der USV Potsdam II noch unter der Dusche zum Landesmeister erklärte - so weit nicht ungewöhnlich. "Wenn man alle regulären Punkte zusammenzählt, werden wir ein überragendes Ergebnis erzielen", konstatierte der Minister für Mannschaftsaufklärung und Propaganda. Sollte die Saison trotzdem fortgesetzt werden, werde man irgendwas mit "totalem Krieg" machen. Vermutlich rezitierte er die berühmte Sporthallenrede. Man würde notfalls bis zum Orakel von Delphi gehen, um sich die Rechtmäßigkeit der Herrschaft des USV göttlich legitimieren zu lassen.
Abgesehen davon sei keine andere Mannschaft der Brandenburgliga so geil und schön, dass es ohnehin keine der "hässlichen Hackfressen" verdient hätte... der Rest ging zwar irgendwie im Gelalle unter.

Freitag, 21. August 2020

USV Potsdam II wechselt den Landesverband

Aufgrund fehlender Konkurrenz in Brandenburg - insbesondere intellektuell - wechselt das Schwarze Ballett zwangsweise den Landesverband. Da es aktuell Reisebeschränkungen nach Italien gibt, mussten wir leider das Angebot der SuperLega Seria A, ablehnen. Die Italiener hofften, an der volleyballerischen Qualität des USV wachsen und zukünftig realistische Chancen auf Olympia-Gold haben zu können. Wir haben uns stattdessen entschieden, den Berliner Volleyball mit unserer Präsenz aufzuwerten.

Aus dem Umfeld der Berlin Recycling Volleys ist bereits eine positive Resonanz zu vernehmen. "Wir begrüßen diesen mutigen und notwendigen Schritt des USV Potsdam 2, welcher uns eine ernsthafte Alternative zur polnischen Liga bietet. Auch die Fans werden Potsdam statt Posen sicherlich zu schätzen wissen."

MfMP, 20.08.2020

Donnerstag, 13. August 2020

Heute mal flux mit dem Delorean zum Training

Dem in die Jahre gekommenen USV Potsdam II, der trotz seiner gereatrischen Ausfallerscheinungen seit Jahren - ach was sag ich, Jahrzehnten - die Brandenburgliga dominiert, erwächst ein neuer, ernstzunehmender Gegner.

Da Hallensport in Brandenburg in Coronazeiten nur für "junge" Sportler bis 27 Jahren scheinbar ungefährlich ist, sieht sich die Rentnertruppe des Rekordlandesmeisters einer evolutionsbiologischen Herausforderung gegenüber, die kaum lösbar scheint. Mit Hilfe umfangreicher Videoanalysen gepaart mit unzähligen Versuchen, in Toiletten vergeblich Uhren aufzuhängen und dabei zu verunfallen, konnte das Schwarze Ballett den legendären Fluxkompensator nachbauen. Die benötigten 1.21 Gigawatt erhält er durch verbale Lall-Energie, die durch die regelmäßige Zufuhr von Gerstensaft problemlos erreicht werden kann. Somit wirken die Fahrten zum und vom Training als Verjüngungskur, so dass zum Saisonstart alle Spieler (außer Lucky vielleicht) die magische Grenze von 27 unterschritten haben.

Wer die Heroen aus Golm ausbremsen will, muss sich schon was besseres einfallen lassen. Aber von Politikern kann man scheinbar kaum was Durchdachtes erwarten.

Veröffentlicht vom MfMP am 13.08.2020

Montag, 27. Januar 2020

Einmal gegen den FC Bayern

Was für die Mannschaften der Brandenburgliga ein stets wiederkehrender Alptraum ist, kann für andere Mannschaften zum größten Erlebnis des Jahrhunderts werden: einmal gegen den USV Potsdam II, die legendärste Mannschaft im Land Brandenburg spielen und dann - quasi als göttliche Segnung - auch noch in den literarischen Olymp gehoben, also in einen Spielbericht des MfMP erwähnt werden (dafür muss man nicht immer eine Rippe opfern).
In der Vorrunde des Landespokals durften sich Motor Hennigsdorf und Grün-Weiß Erkner über dieses Traumlos freuen - ein "meet and greet" mit den Legenden des USV Potsdam II, den Posterboys der Brandenbugliga. Die beiden Gegner bekamen zwar eine abgespeckte (also außer Basti und Tom), aber dennoch mit namenhaften Persönlichkeiten gespickte Mannschaft geboten.
Beide Mannschaften schlugen sich achtbar und zeigten, dass sie gewillt waren, dem großen Dominator des brandenburgischen Volleyballs eine ansprechende Leistung zu zeigen und ihn ordentlich zu fordern. Motor Hennigsdorf gelang das etwas besser als Erkner, auch weil sie sich tapfer in jeden Angriffsschlag warfen und der Libero eine sehr passable Leistung ablieferte - von der Courage kann sich manch Brandenburgligist eine Scheibe abschneiden. Vor allem glänzten die Hennigsdorfer mit einem Gastgeschenk - einer Handtasche feinsten Hopfengebräus. Auch diese respektvolle Geste könnte manch Brandenburgligisten gut zu Gesicht stehen.
Am Ende stand natürlich der ungefährdete Einzug ins Pokalfinale. Hennigsdorf und Erkner brauchen sich ergebnistechnisch aber nicht zu grämen - andere Brandenburgligisten sind schon deutlich stärker unter die Räder gekommen.

Autor: MfMP

Mittwoch, 22. Januar 2020

Ein Bruch im Spiel muss kein Beinbruch sein

Wriezen war mit dem letzten Aufgebot nach Cottbus gereist – graumelierte Eminenzen, deren athletischer Kulminationspunkt in Zeiten war, als Wriezen noch im Westen Deutschlands lag, und eilig aus der Grundschule eingezogenes Füllmaterial, das die Brandenburgliga nur aus den Erzählungen von Opa kannte, wenn er wieder Ernst Jünger rezitierte. Der Wriezener „Volkssturm“ war ob seiner begrenzten Möglichkeiten scheinbar so sehr von der usv’schen Unfähigkeit, eine halbwegs volleyballähnliche Choreographie anzubieten überrascht, dass sie die im Dutzend auf dem Feld herumliegenden Chancen zu einem Satzgewinn partout verweigerten – das nennt man wohl wahre Demut. Dass es dem USV Potsdam II gelang, ein Spiel ohne nennenswerte Annahme, einem fluktuierenden und stark mäandrierenden Zuspiel und quasi nur rudimentär vorhandenen Angriff nicht zu verlieren (von gewinnen kann man kaum sprechen), zählt zu den großen Mysterien, die die härteste Liga der Welt so unberechenbar machen. Hannes, der sich nach den letzten Spielberichten animiert fühlte, eine Leistung zu erbringen, die einer individuellen Erwähnung in der Weltliteratur des MfMP würdig sei, zeigte vollen Einsatz. Im heldenhaften Kampf für Ehre und Ruhm des USV wurde er hinterrücks von einer Bank angefallen, die ihn schwer verletzte - anders als Adam wird er in der Konsequenz des Rippenverlusts aber nicht aus dem Paradies USV II vertrieben. Vielen Dank nochmal an Norman vom HSV, der den mit dem Tode ringenden Helden in das Feldlazarett transportierte – für seinen heroischen Einsatz verleihen wir ihm die Anwartschaft auf Mitgliedschaft in der erotischsten Mannschaft der Welt ehrenhalber.
Das zweite Spiel gegen den HSV, der zuvor mit den Wriezenern kurzen Prozess gemacht hatte, verlangte den Heroen aus Golm eine deutliche Leistungssteigerung ab. Doch da der USV die blaue Pille schon genetisch in sich trägt und damit über ein außergewöhnliches Leistungs- und Stehvermögen verfügt, gab es diesbezüglich berechtigte Hoffnungen.
Nach anfänglichen Ungenauigkeiten konnten sich die Heroen aus Golm im Spiel gegen Cottbus sukzessive steigern und passten ihre Taktik dem Elan der Lausitzer an – den Gegner mit starken Blocks und souverän antizipiertem Abwehrverhalten zur Verzweiflung bringen. Tatsächlich biss sich der Gastgeber nach dem anfänglichen Satzgewinn zunehmend die Zähne an dieser taktischen Glanzleistung des designierten Landesmeisters aus und wirkte zusehends hilflos ob des cleveren Spiels der Seniorentruppe aus der Landeshauptstadt. Nur vereinzelt gelang es den Cottbusern mit starken Aufschlägen noch einmal so etwas wie Spannung aufkommen zu lassen, aber dem abgeklärten Spiel des Schwarzen Balletts waren sie letztendlich nicht gewachsen. Objektiv betrachtet – und wer könnte dafür besser geeignet sein als wir – hätte Cottbus mit dieser Leistung jede Mannschaft der Liga 3:0 vom Feld gefegt – aber der USV Potsdam II ist nun mal nicht irgendeine Mannschaft und so obsiegten die Göttlichen am Ende überlegen mit 3:1.

Autor: MfMP

Sonntag, 12. Januar 2020

Glanz im Elend

Dass die Heroen aus Golm schon per se eine Illumination darstellen, welche jedes Spiel nur durch ihre bloße Erscheinung zu einem aphrodisierenden Erlebnis aller Beteiligten werden lässt und jungfräuliche Betrachterinnen zu abrupter Niederkunft animiert, hat sich einem Evangelium gleich schon im gesamten Land Brandenburg verbreitet. Dass es dem USV Potsdam II nun aber schon gelingt, Spielen ohne aktive Ballbehandlung Glanz im Elend der Volleyballkunst zu verleihen, ist eine neue Dimension - doch dazu später.
Spremberg schickte zunächst seinen Perspektivkader gegen den amtierenden Tabellenführer aufs Feld, wobei die Bezeichnung "Perspektive" ein Euphemismus für "gerade noch zweistellig" ist. Die Jugend ins kalte Wasser zu werfen kann ja manchmal sehr lehrreich sein - aber sie gleich im Nordpolarmeer versenken? Die Spremberger erkannten, dass es ihnen perspektivisch wenig half, ihren Nachwuchs an Bord der Kursk zu schicken, respektive sie als Kanonenfutter herhalten zu lassen, und reagierten. Das Spiel wurde gleich spannender, doch am Ende setzte sich die Routine der alten Rammler durch, die mit einem gezielt und kalkuliert knappen 30:28 dem Gegner gleich noch die Kauleiste für den dritten Satz auf ein Minimum an Zahnmaterial reduzierten.
Da für diesen Spieltag nur ein Schiedsrichter angesetzt war, durfte die spielfreie Mannschaft den Kollegen am zweiten Pfosten stellen, und wer könnte auf Seiten des USV prädestinierter für diesen Job sein, als der erfahrene Bundesligaroutinier Robert "Vincent" Ließ, der - in edelster Schiedsrichterkluft - dem nun anstehenden Duell zweier potentieller Absteiger (so wurde es zumindest vom sachkundigen Hallensprecher angekündigt) den Glanz des ganz großen Sports verlieh - eine Erfahrung, die seine Vita zweifelsohne aufwerten wird.
Das Spiel gegen den Kindergarten des SC Potsdam II gestaltete sich ungleich schwieriger, zumal sie mit konstant starken Aufschlägen zu überzeugen wussten und bei den unter den physiologischen Nachwirkungen der kulinarischen Feiertagsdekadenz leidenden Schwergewichten des USV Potsdam II noch leichte konditionelle Defizite über die Taille schwappten. Dass man nach einer souveränen 2:0 Satzführung das schon geöffnete Siegerbier erst mal im Kasten stehen lassen musste, animierte die Routiniers aus Golm im vierten Satz noch eine Schippe drauf zu packen, um den guten Gerstensaft nicht schal werden zu lassen. Wenn es um existenzielle Belange geht, kennt der USV Potsdam II eben kein Pardon. Mit 25:16 wurden dem Gegner die Grenzen deutlich aufgezeigt. Den Heroen aus Golm gelingt damit ein glänzender Auftakt ins neue Jahr und kommt seinem Ziel - "La Quinta" - einen wichtigen Schritt näher.

"Wir ziehen Grenzen"

Wenn man geografisch nur einen Molotowcocktailwurf vom fanatisch christlichen Abendland - allgemein auch als Sachsen bekannt - entfernt ist wie Elsterwerda, darf man dann überhaupt von einem "Mekka" des südbrandenburgischen Volleyballs sprechen, oder marschiert dann Lutz B. persönlich ein, zumal der Grenzschutz (siehe Foto) auch nicht "flächendeckend" ist?
Das Spiel gegen unsere Erste war wie Hämorrhoiden - unangenehm und irgendwie für'n Arsch. Die Frage war nicht, ob es ein 3:0 wird, sondern wie lange es dauern würde. Der Grat zwischen "empirisch-argumentativ gestützter und situativ-analytischer Ehrlichkeit" und "Dekadenz", die einem der weniger gebildete Rezipient hier möglicherweise unterstellt, ist in etwa so schmal wie Tom. Die größte Herausforderung in diesem Spiel bestand darin, die Pässe von Jan, welche die Flugkurve einer Boing 737 max hatten - sie fielen einfach zu früh - noch zu verwerten. Respekt für Jan D., der mit der Routine einer Puffmutter, auch die unattraktivsten dieser Schwalben unserer Ersten anzudrehen vermochte. Letztlich verpassten wir die Zielvorgabe (unter einer Stunde bleiben) nur knapp um 17 Minuten.
Im zweiten Spiel galt es dann, den Fauxpas vom ersten Spieltag auszubügeln (damit sei dem fehlenden Spielbericht auch Genüge getan) und uns die Tabellenführung zurück zu holen. Die Taktikfüchse des USV Potsdam II beschlossen, den Annahmegott und Abwehrhengst Tom, die potenzielle Spielunfähigkeit in Person, zum Libero zu befördern. Der Gegner war ob dieses Felsens in der Brandung so überrascht, dass er den ersten Satz total verweigerte (25:12). Im zweiten Satz schien sich Elsterwerda daran zu erinnern, wie demütigend die Spielberichte des MfMP ausfallen können, wenn man hier von den rotbefellten Vertretern der Canidae aus Potsdam in unter einer Stunde gerissen wird. Mit dem Satzausgleich und einer komfortablen 21:18 Führung ließen wir die Elsterwerdaer Weihnachtsgans so richtig fett werden, bevor wir sie uns auf den Hackklotz packten und ein präzises 26:24 auf sie niedersausen ließen - gebrochen. Das anschließende Rupfen und Ausnehmen endete mit einem demütigenden 25:11.
Das Werbeplakat (siehe Foto), dessen Sinn mir auch nach dem Studium einschlägiger Philosophen wir Hegel, Nietzsche oder Bohlen verborgen blieb, behielt aus unserer Sicht zumindest Recht: "Wir ziehen Grenzen!" - nur nicht im Bereich des guten Geschmacks.
Dass die Tabellenführung am Ende deutlicher ausfiel als ursprünglich eingeplant, lag an unserer Ersten, die sich als souveräner Tabellenletzter über den Kadaver Elsterwerdas hermachte, als hätte sie noch nie in der Brandenburgliga ein Spiel gewonnen - achso, hatten sie ja auch nicht. Spieler des Spieltages bei Elsterwerda war zweifellos René M. - ohne vernünftiges Zuspiel ist halt nicht mal ein Blumentopf zu gewinnen - es sei denn du hast "Puffmutter" Jan, der macht auch aus Schei... leckere Bonbons.

PS: Tom trotzte alles Skeptikern und lieferte eine fehlerlose Partie als Libero ab.

Ein "Hoch" auf Olaf

Wenn du im Tiebreak nach einem 3:7 Rückstand den Gegner noch mit 15:12 f*** ormidable an die Wand spielst, klingt das nach einem gelungenen Abschluss - es sei denn, man ist der USV Potsdam II, dann gilt ein gewonnener Tiebreak als "Schadensbegrenzung". Wäre nach dem Spieltag ein Journalist gekommen und hätte gefragt, ob wir vielleicht ein "Mentalitätsproblem" haben – dem hätten wir die Ohren abgerissen.
Alles begann wie befürchtet: unter dem Eindruck der letzten Woche wurde Brandenburg von uns so gar nicht ernst genommen. Dass die Blau-Weißen die obligatorische Opferrolle nicht einzunehmen gedachten, lag auch daran, dass wir ihnen den Rollentausch förmlich aufdrängten. Wir wollten damit das spröde Liebesspiel der Brandenburger ein wenig beleben, denn nichts ist tödlicher für eine Beziehung als das graue, alltägliche „3:0 auf die Fresse bekommen“. Glück für Brandenburg, dass Tom, der letzte Woche noch die sadistische Domina gegeben hat, diesen Samstag schon für das Artemis gebucht war. Langes Vorspiel, kurzer Sinn: wir fanden uns unverhofft (nicht zu verwechseln mit unverdient) im Tiebreak wieder, den wir in unserer generösen Laune auch noch an die Gäste gaben – „aber wer, wenn nicht wir, kann sich das erlauben“ (Zitat letzter Spielbericht).
Wäre das Spiel gegen Schönow auf einer Staffelei entstanden, hätte es expressionistische, mehr noch surrealistische Züge gehabt – Romantik und warme Farben waren bei uns im Black Friday schon vergriffen. Während wir im ersten Satz noch unsere Farbpalette fein säuberlich sortierten, klatschte Schönow schon mal völlig lieblos die ersten Pinselstriche auf unsere jungfräuliche Leinwand. Dieses dominant romantische Graubraun entsprach aber keinesfalls unserem ästhetischen Empfinden, so dass wir mit einem knalligen Rot konterten – der post-impressionistische Einschlag a la Vincent van Gogh betonte den surrealen Charakter eindrucksvoll. Während wir noch über eine gelbrote Nuance sinnierten und unser Werk bestaunten, schmierten diese Dilettanten aus Schönow schon wieder an unserem Kunstwerk herum – als wenn hier jede x-beliebige, dahergelaufene Mannschaft in Golm gewinnen könnte. Der Tiebreak, wie schon anfangs beschrieben, wurde dann zum Charaktertest, den das Schwarze Ballett, trotz eines mehr als gebrauchten Tages, überragend bestand.
Olaf, und das bleibt hervorzuheben, war diesmal pünktlich. Dass wir mit unseren Freunden aus Brandenburg den Abend beim Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt ausklingen und den sympathischsten Schneemann aller Zeiten mehrfach „Hoch“ leben ließen, war ein deutliches Indiz für einen völlig surrealen Spieltag.

Montag, 25. November 2019

"Denkt an was Asexuelles!"

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Blau-Weißen grundsätzlich die Bierpreise erhöhen, wenn das Schwarze Ballett zum Punktspiel anreist - da kostet das usv'sche Grundnahrungsmittel plötzlich so viel wie zwei Stunden im Artemis ... für die ganze Mannschaft. Diese Verletzung der Menschenrechtskonvention schrie quasi nach deeskalierender Selbstjustiz, aber dazu später mehr.
Unser erster Gegner war Schönow, dessen bedingt analperipäre Lage zu einem Verbleib in der Liga qulifiziert. Dank unserer erotischen Ader wurde der erste Satz zum gefühlvollen Vorspiel, in dem unsere zärtlichen Angriffe die gegnerische Feldabwehr stimulierten - ab und an packte der USV auch etwas kräftiger mit einem Aufschlag oder Block zu. Der zweite Satz entwickelte sich zu einem grandiosen Akt euphorischer Ekstase, in dem vor allem Gary nicht mehr zu bändigen war und den Gegner nach allen Regeln des Liebesspiels penetrierte. Schon schien es, als wollte der USV erneut seinen Samen unter die Menschheit bringen, als der "schullus interuptus" uns mahnte, nicht zu früh fertig zu werden und uns zurief: "Denkt an was Asexuelles!". Mit nur noch halbharten Aufschlägen und Angriffen setzten wir das Spiel fort, um Schönow auch noch den Höhepunkt, den Gewinn eines Satzes - zu ermöglichen, bevor es im vierten Satz wieder richtig rauf und runter, ging und die Diskussion um "rein" und "raus" uns zum Höhepunkt antrieb. Schön war's.
Brandenburg dann als die Zigarette danach zu bezeichnen, ist vielleicht etwas dekadent - aber wer, wenn nicht wir, kann sich das erlauben. Der Brandenburger Kindergarten wurde dann von Tom quasi im Alleingang zerlegt - und Nowi weiß, was es bedeutet, von Tom unter der Dusche... traumhaft! Als Brandenburg nach dem zweiten Satz auch noch Guido ins Spiel brachte - für alle Unwissenden, der "Trabant" unter den Sportwagen (für's Rennen unbrauchbar, aber Kultstatus) war das ein deutliches Zeichen der Selbstaufgabe. Am Ende verloren die Gastgeber - aufgrund der Bierpreise auch völlig zurecht!
Aber schon am nächsten Samstag, wenn uns die Brandenburger auf dem Weihnachtsmarkt zum Glühwein einladen, ist das wieder vergessen.

Dienstag, 19. November 2019

Der (Fehde)Handschuh

Im Angesicht der Heroen erstarrten
wie war es auch anders zu erwarten,
der König Klaus,
und um ihn all seine Adjutanten,
gen Himmel schauten und bangten,
"Hoffentlich komm' wir hier lebend raus".


Und wie der Schiri winkt mit dem Arm,
beim Pfiffe, da ergießt sich ohne Erbarm
die Angriffswucht dergleichen von Gott,
und führt die Cottbuser gerad' zum Schafott,
in deren Gesichtern das blanke Grau'n,
wie im Gemälde von Munch zu schau'n,
ein Aufschrei voller Entsetzen,
die Annahme lag schon in Fetzen,
und nach schillerndem Friedrich klang es wohl so:
"Noch 15 Minuten bis Buffalo".

Und der Schiri winkt wieder,
doch auch im nächsten Satz,
fehlt's Cottbus an Allem,
und Klaus, schon voll Gnatz,
fängt an die Bälle in' Block zu knallen.

Ein' letzten Satz noch der Mann auf den Thron,
eröffnet, doch Cottbus, inzwischen nur Dekoration,
auf welche stürzt sich das blutrünst'ge Tier,
der USV II, mit all seiner Gier,
und vernichtet die Lausitzer mit Maus und Mann,
als Napoleon bei Waterloo sie sich wähnen,
selbst den Neutralen kommen die Tränen,
ob der Schönheit des Potsdamer Spiels,
oder aus Mitleid und Mitgefühl,
für den Klaus, der dafür nun gar nichts kann.

Doch ehrlicherweise, ihr wisst es wohl schon,
gebührt uns der Auftrag der Inklusion,
drum stolz wir verkünden es von den Zinnen,
auch Cottbus durfte 'nen Satz gewinnen.

Das Spiel ist vorbei, das Feuer verschwelt,
doch lasst sprechen den Schiller: "Nur einer fehlt."
Nein, nicht John Maynard, der war gar nicht dabei,
vielmehr König Klaus, mit Ordnungszahl zwei.
Vor dem Abklatschen er sich sich heimlich versteckt,
in der Kabine - das nennt man Respekt.